Gleich zwei 7″s hat die Dub-Spielwiese von Alphacut Anfang September rausgelassen. Verpassen sollte man sie nicht.
Seit über einem Jahr gibt es 457, das 7″-Label von LXC und Dubmonger alias Morphy. Und zum Dub gehören bekanntlich die Versions. Logisch, dass da auch 457 keinen Bogen drum herum macht.
„Dread This Land“ von der ersten Single wurden in zwei spannenden Konstellationen neu interpretiert. Spannend deshalb, weil sich LXC sowohl mit dem einen als auch dem anderen Part des ursprünglichen Teams zusammengesetzt hat.
So entstand eine rhythmisch dichte und rastlose Version mit Dubmonger sowie eine gedehnter und vertrackter wirkende mit The Untouchables. Bei der Grundlage könnte es wahrscheinlich noch hundert weitere Versionen geben, ohne dass die Wirkung nachlässt.
Die zweite 7″ überlässt King Fifi zwei A-Seiten. Kein neues Gesicht für 457, steckt doch Flatliners aus Istanbul dahinter. Und sein „Oh Baby“ klingt nach großem Hit-Potential, mit durchdringender Bassline und perkussiv angefeuertem Beat.
„The Riddim“ nimmt sich da stärker zurück. Keine Ahnung, was die Roots-Dub-Nerds dazu sagen. Aber der 457-Sound kommt mir auf unanbiedernde Weise aufrichtig vor.
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Übrigens kamen Mitte August auch vier Remixe zu „Confidence“ bei Cocoon Recordings heraus. Ob das so eine gute Idee war? Gerade bei so dramaturgisch geschlossenen Stücken? Adam Port, Mathias Kaden, Mr. G und Legowelt wagten sich daran.
Und da wären wir beim Label-Sound. Mit Minimal, House und ein wenig Techno, grenzt Oliver Rives ihn selbst näher ein. „Die Musik muss von Herzen kommen, ehrlich sein und Menschen berühren können“, konkretisiert er weiter. Auch deutliche Pop-Einflüsse gehören dazu – auf der 003 von den Ukrainern Outstrip etwa. Oder bei Marc DePulse‘ Zusammenarbeit mit dem Sänger Boe van Berg.
Diese zeitgeschichtlichen Sequenzen fesseln besonders. Sicher auch, weil sie ein Leipzig zeigen, dass es so heute nicht mehr gibt. „Willkommen zu Hause“ macht aber genauso lebhaft deutlich, wie sehr sich Techno musikalisch und kulturell in den vergangenen zwanzig Jahren verändert hat. Nicht nur die Geschwindigkeit ist gedrosselter, auch die modischen Codes sind weitgehend verschwunden.