Leipzig hat ein neues Label. Die zwei hier geborenen Leipziger – mehr Leipzig geht also gar nicht – Stigmatique und Janein haben vor sechs Monaten gemeinsam das Label Seelen gegründet. Und feiern diesen Freitag schon die erste große Release-Party.
Techno x 2 x 4
Seelen startet gleich mit einem Doppel-Vinyl mit acht Künstlern und damit acht Tracks – darunter auch zwei Produktionen der Gründer selbst. Neben Marcus aka Stigmatique und Jan aka Janein sind Escape to Mars, SLV, Narciss, Mørbeck, Marla Singer und Inhalt der Nacht mit von der Partie.
Die Platte, die offiziell erst am 5.2. veröffentlicht wird, erfreut sich jetzt schon großem Anklang – im wahrsten Sinne. Sogar im Berghain lief der Seelen-Sound dank namhafter Supporter (wie beispielsweise the one and only Freddy K) schon des Öfteren; Promo-Einsendungen und Künstlerbewerbungen häufen sich seitdem. Und das alles noch vor dem offiziellen Release. Wohin es mit dem Label noch gehen soll, erzählen Marcus (Bild oben) und Jan im Interview.
Soma Records als Vorbild
Ein „bisschen unreal“ sei das Ganze ja schon, innerhalb von nur einem halben Jahr ein Label zu gründen, solch enormen Zuspruch und Support zu erfahren und als erste Veröffentlichung gleich ein Doppel-Vinyl rauszubringen. Na ja, die zwei Jungs sind ehrgeizig und folgen dem Motto „Think big“: Die zweite und dritte Vinyl sind schon im Kasten, denn geplant sind vierteljährliche Neuerscheinungen. „Die nächste Platte von uns wird noch fetter“, lacht Jan, der nicht nur als DJ, sondern auch als Booker und Resident in der Station Endlos in Halle bekannt ist.
Musikalisch soll es auf dem Label abseits von Acid- und Industrial-Techno auch Raum für sphärische, experimentelle elektronische Musik geben. Ziel der beiden ist, mit ihrem Label eine Plattform mit großer Reichweite zu (er)schaffen und dabei den Generationswechsel im Produzent/innen-Business weiter anzuschieben. Hoffentlich dann auch mit weiblichen und queeren Künstlern/innen – auf der ersten Platte fehlen die noch.
Seelen will in der anstehenden Zukunft Newcomer und neue Sounds auf den Weg bringen und vor allem „keine Eintagsfliege“ sein. Als Vorbild hierfür nennt Stigmatique das schottische Label Soma Records, das seit 27 Jahren besteht und über 600 Releases hervorgebracht hat. Deshalb vielleicht der bedeutungsschwangere Labelname? Jan erklärt es:
„Der Name spielt darauf an, dass jeder Techno-Track eine eigene Seele besitzt. Seele ist für uns als Ausdruck musikalischer Wertigkeit zu verstehen.“
001 x IfZ
Die Feier zu Ehren des ersten Vinyls findet am 26.1. mit Fiedel, Inhalt der Nacht, Verschwender, s.ra, Narciss, Janein und Stigmatique im Institut fuer Zukunft statt. Stigmatique wird diese erste eigene Labelnight gleich dazu nutzen, neue Wege auszutesten: „Ich werde definitiv nicht das spielen, was ich die letzten Jahre aufgelegt habe“ – es wird also auch für Kenner und Liebhaber seines Sounds ein spannender Abend.
Vorschlag: Hingehen!
PS:ssst: Wer nicht bis zum offiziellen Release am 5.2. warten will, kann bereits am 26.1. das erste Doppel-Vinyl von Seelen im Institut fuer Zukunft abstauben. Falls nach der Lektüre also nicht nur Ausgeh- sondern auch Kauflaune bei euch aufkeimt, nehmt am Freitag genug Scheine mit.
Eine Platte möchten wir besonders ans Herz legen: die dritte EP von Possblthings selbst. Sie erschien im letzten Dezember und featured Milium. Seine beiden Stücke pendeln in Lofi-Ästhetik zwischen House und Oldschool-Electro, immer auch mit einer roughen Post-Punk-Attitüde, wie sie zuletzt auch vom Leipziger Label 



In der Zwischenzeit folgten viele Veranstaltungen, die auch mal bestimmte Genres in den Vordergrund stellten: Von Dubstep über Ragga Jungle zu Liquid Funk oder 90ies HipHop wurden die verschiedenen Schubladen im Bereich Breakbeat durchwühlt. Dabei arbeitete audite oft mit anderen Veranstaltern in allen möglichen Locations zusammen und konzipierte z.B. einen Boundless Beatz-Floor auf einer Sehstörung-Party in der G16. Aber auch die Partys im Absturz, die er zusammen mit J.SN veranstaltete, sind in Erinnerung geblieben:
Die Förderung neuer und junger Acts wurde seitdem bei Boundless Beatz groß geschrieben – auch mit einer im Club-Kontext eher selten aufgegriffenen Idee: Beim „Newcomer Rollout“ können sich aufstrebende DJs und Producer auf einen Slot bei den Partys bewerben. So wurden Talente wie z.B. Cook!, Kator, dreadmaul, BRKN1, Dubbalot und MechxnizeD gefördert.
dreadmaul ist dann auch der Grund für die 


Das tolle an Analogsoul war das Wachsen mit zu erleben. Der Weg von der CD-R zum ersten Vinyl, später ausgiebige Touren und aufwendig produzierte Musikvideos. Es ging auch im Kleinen – das hat Analogsoul immer sehr selbstbewusst bewiesen. Nach zehn Jahren ist nun Schluss und es gibt es eine große Abschiedsbox mit einigen wichtigen Releases. 
Llewellyn „The Other Side Of You“ (Riotvan)
QY „4 / American“ (R.A.N.D. Muzik)
Various Artists „RM12001“ (R.A.N.D. Muzik)
Cuthead „Big Time“ (Rat Life Records)
Antonio „Hazzze / Paranoia / Trigger 2“ (Ortloff)
Bad Penny „Night Will Come“ (Ortloff)
Rowvn „Memory Lane“ (A Friend In Need)
Various Artists „Leipzig Only 3“ (A Friend In Need)