Dass die Pentatones an einem neuen Album arbeiten, ist längst kein Geheimnis mehr. Nun kommt mit „The Beast“ die erste Single.
„Ouroboros“ wird das Album heißen und im Februar 2015 erscheinen – genau wie das Lake People-Album. Robot Koch produzierte, Tim Exile, das Kyteman Orchestra und Binkbeats steuerten Sounds bei. Es klingt sehr vielversprechend, was sich da ankündigt.
Erst recht beim Hören von „The Beast“, einem mysteriös-schleppenden Song, der in den Strophen nahezu runtergedimmt ist, im Refrain mit gedämpften Pathos zum großen Pop aufbricht. Die mysteriös-nebulöse Atmosphäre wurde auch in dem szenischen Video übertragen.
Überraschend experimentell die Remixe zu „The Beast“. Der Utrechter Arts The Beatdoctor zerlegt das Stück komplett in einen unberechenbaren HipHop-Ambient-Hybriden. Teilweise ist das Plattenknistern lauter als der Tracks selbst. Spannend, welche Ambient-Kraft in dem Refrain liegen kann.
Eigenwillig auf den Dancefloor hievt Hrdvsion „The Beast“. Snyth-gepushter House, der Delhia de France‘ Stimme auseinandersamplet. Zusammen mit dem episch-langen Break und dem betörenden Vocal-Funk klaut er dem Original beinahe die Show.
Marbert Rocel übernahmen übrigens auch einen Remix. Sehr reduziert und behutsam haben sie das Original bearbeitet. Irgendwie auch leicht ins Rockige gezogen. In seiner Aufgeräumtheit aber sehr angenehm.
Ich durfte Leise Im Kran schon mehrmals live erleben und bin immer wieder fassungslos, wie dabei aus so wenigen rustikalen Geräten eine derart ereignisreiche und kickende Performance gezaubert wird. Mit Schubladen ist hier nix zu holen. Es ist einfach ein quietschender säurehaltiger Haufen von durcheinander gebrochenen Synthetiksounds, der zwischen Albernheit und Melancholie, Punk und Abkack, Energie und Nervengesäge dahin scheppert.
Bisheriger Höhepunkt aber: Das selbst veröffentlichte Debüt-Album „In The Fields“. Im letzten Sommer hier total untergegangen. Naturalistische und abstrakte Aufnahmen verschmelzen in lang hallenden Loops und manipulierten Sequenzen zu neuen Sound-Artefakten. Sehr elegisch, fast im Stillstand.
Inka Perls visuelles Spiel mit den Live-Animationen wurde für das Debüt-Album „Magnetic Flux“ in ein 16-seitiges Booklet übertragen, das die vielen von ihr verwendeten Materialien und möglichen Zusammenwürfe andeutet. Die Aufnahme selbst entstand im Juni 2014 bei einem Auftritt in Buscha im Altenburger Land.
Die Stücke entwickeln einen langsamen, feingliedrigen Sog, dezent rhythmisch in Bewegung gebracht, mit sehr freien und zugleich auch einigen gefälligen Passagen. Ein organisches, geschichtetes Schwingen ohne dramaturgischen Stress. Aber nicht ohne polarisierende Kraft.