Nachtdigital MINT Vinyl-Compilation

Gute Nacht Nachti. Der emotionalen Tragweite des letzten Nachtdigital-Festivals steht auch die Compilation um nichts nach.  

2011 startete Nachtdigital Records mit einem 10-Inch Release, ein dutzend Compilations und neun Nachtdigital-Festivals später erschien nun zum letzten Festival die ambitionierteste Ausgabe. Das „Nachtdigital MINT“ Release soll ein finales Statement darstellen und zurück zu den Wurzeln führen, der ursprünglichen Idee des Nachtdigital-Labels – die Tracks der Künstler des Festivals zu vereinen und das mit weniger Fokus auf konzeptionelle Arbeit.

Spiegelbild des Festivals

Damit stellt die LP ein Spiegelbild des Festivals selbst dar – heterogene Sounds, die auch mal über den musikalischen Tellerrand oder der Ortsgrenze von Olganitz hinaus gehen. So treffen namhafte Produzenten auf Newcomer. Vrils „Aquarius“ kommt dabei aufgeladen, energetisch daher. Mit flächigen Soundfeldern wird eine Tiefe erreicht, die gleichzeitig etwas Großes, Spektakuläres aufbaut. Auf der A-Seite schließt sich Jing mit „Carbon-Based Dreams“ als mystisch und dystopischen Traum an. Prinzipiell schweben durchaus viele Energiefelder durch die Platte.

Aber es treffen ebenso rohe Sounds wie Polos „My Problems“, welches ohne Kompromisse die BPM-Zahl exponentiell nach oben dreht und nach vorn geht, auf verträumte Welten, wie Diane Barbé mit meditativen Wasserplätschern von „Meanwhile The Blue Forest At Night“.

Es geht um Zusammenarbeit

Die D-Seite präsentiert sich mit eben jener Produzentin sowie mit Exhausted Modern und Trevor Linde gewagt. Sie entstand in Zusammenarbeit mit dem Prager Club Ankali. Damit setzt das Nachtdigital auch zum Ende der LP noch ein Statement – es geht um Zusammenarbeit und das war schon seit jeher das, worum es bei Nachtdigital ging.

Passend zur Heterogenität der LP, wie auch des familiären Festivals und zur Nach-Festival-Stimmung erscheinen zur Platte zwei Ambient Tapes von Michelson und Vai. 

Das Nachtdigital-Festival fand vom 02. bis 04. August 2019 das letzte Mal statt.

Talk Talk – Warum wir ein Printmagazin machen – Nasti & Jens

Wir sind in diesem Sommer 10 Jahre alt geworden und wie ihr wisst, bringen wir zu unserem Jubiläum eine frohfroh Printausgabe raus.

Warum das gleichseitig wahnsinnig und für uns sehr wertvoll ist, erfahrt ihr in unserer gemeinsamen Folge Talk Talk mit Jens, Antoinette Blume und (wie immer) Kathi.

Jens, Antoinette und Kathi bei MDR Sputnik

Dazu gibt es Insights aus dem Redaktionsalltag bei frohfroh, Geschichten über Shitstorms und Erinnerungen aus 10 Jahren elektronischer Musik aus Leipzig.

Talk Talk – warum eigentlich Print?

Das Magazin

It’s here, es ist vollbracht! Unser Magazin ist fertig! Und so könnt ihr vorbestellen.

Nach 10 Jahren digital, jetzt erstmalig (und vielleicht einmalig) als Print. Wir reißen 10 Jahre Clubkultur in Leipzig an, ehren die 90er, haben unter anderem mit Vincent Neumann, Solaris, Doppeldenk, frohfroh-Gründer Jens Wollweber und den Macher*innen hinter Feat.Fem gesprochen, uns die Zukunft der Clubkultur in der Jubiläumsausgabe unseres Talk Talk-Podcasts herbeispekuliert, Thesen aufgestellt, Artworks von großartigen Designer*innen bekommen, Teil IV der Kolumne Heute leider nicht exklusiv für dieses Magazin zurückgehalten, eine Fotoserie über die Künstlerin Adelita escapes samt Track zugeschickt bekommen und Bilder aus fünf Jahren Waldbrand-Raves gesammelt, zu Print- und Musikjournalismus geforscht – „und vieles mehr…“

Dieses Magazin ist gefüllt mit Geschichte, Musik, Menschen, Subkultur, Szene. frohfroh gestern, heute, morgen – wie im Rausch. Mehr als 130 Seiten, 134 um genau zu sein, sind es geworden.

10 Jahre frohfroh

Kaufempfehlung

Die Auflage ist limitiert. Es wird solch ein Projekt wohl kein zweites Mal in der Geschichte von frohfroh geben – also eine absolute Kaufempfehlung der Herausgeberin.

Das Magazin ist ab jetzt bei Bandcamp für 12 Euro vorbestellbar.

Ihr habt dabei zwei Optionen, die kurz erklärt werden wollen.

Postweg

bedeutet: 12 Euro für unser Magazin (oder mehr – als Support, einfach so, Unterstützung). Dazu kommen 3,50 Euro Versandkosten.

Euer Exemplar wird von der Chefredakteurin spätestens ab dem 16.09. in einem stabilen Briefumschlag persönlich zur Post gebracht. Bestellen könnt ihr hier.

Abholung

bedeutet: 12 Euro für unser Magazin (oder mehr, vielleicht ist dann die ein oder andere Flasche Sekt an unserer Releaseparty am 13.09. im Inch by Inch für uns drin, die wir natürlich mit euch teilen! würden! werden!) und 0 Euro Versand. Euer Magazin holt ihr euch im Inch by Inch am 13.09. oder ab dem 17.09. selbst ab. Ein Nachweis (Ausweis, Unicard, Krankenkassenkärtchen o.ä.) wer ihr seid und ob ihr bezahlt habt, wird vor Ort gebraucht.

Wie ihr es von eBay Kleinanzeigen kennt – letzter Preis und nur Selbstabholung. Bestellen könnt ihr das Magazin hier.

FAQ: Vorbestellung

Wieso solltet ihr vorbestellen? Dann ist euch eine Ausgabe der voraussichtlich kleinen Auflage sicher. Eure Exemplare werden also safe geordert, gedruckt und geliefert. Ein paar Magazine (zur Sicherheit) rechnen wir drauf, für Spontankäufer*innen.

Wie viele Zusatzexemplare es schließlich werden, entscheiden wir spontan und nach einem Blick auf den Dispo. So viel ist sicher: Wir wollen nicht für den Müll oder das Archiv produzieren. Je nach Bestellinteresse wird die Auflage angepasst.

Die Vorbestellphase endet am 20. August 2019 ! 

Vorbestellung bei Bandcamp bis zum 20. August 2019

Gewinne, Gewinne, Gewinne

Mit jedem gekauften Magazin habt ihr übrigens die Chance auf folgende Gewinne: 

10 x Gästeliste im Mjut
10 x Gästeliste im Elipamanoke
10 x Gästeliste im Institut fuer Zukunft 
10 x Gästeliste in der Distillery
2 x Tickets für das Think-Festival 2020 
2 x SEELEN.002 (Doppel-Vinyl)
1 x Distillery Records.001
1 x Distillery Records.002

Wie ihr gewinnen könnt, lest ihr ex-klu-siv im Magazin – denn nur Magazinkäufer*innen können teilnehmen.

Danke an alle Mitwirkenden und Unterstützer*innen.

Illustration von pankr81

Mitwirkende des Magazins sind…

Adelita escapes, Amy Woyth, Anne Vollerthun, Antoinette Blume, Backstage Magazin, Birk Poßecker, Christine Pascoe, Christoph Neubert, Don Elektro, Friederike Ziegert, Gregor Barth, Jenny Schreiter, Jens Wollweber, Johannes Angermann, Julia Günther, Jürgen Kasek, Kathi Groll, Lea Schröder, Lea Wegner, Less, Lisa Merten, Lisanne Surborg, Manuel Schmieder, Max Hillerzeder, Michel Kräft, Nina Köllner, Panthera Krause, Paula Charlotte Kittelmann, Ronya Othmann, Sophie Boche, Sophie Valentin, Toci (Rave strikes back) und Waldbrand.

Unterstützer*innen des Magazins sind…

Institut fuer Zukunft, Distillery, Elipamanoke, SEELEN. und Mjut.

Talk Talk – Krätze – Yannick Labbé (O*rs)

Kathis neuer Talk Talk – Podcast ist da! Dieses Mal mit Yannick Labbé (O*rs).

Filburts Label O*rs veröffentlichte in Kooperation mit Present Books in diesem Sommer eine Novelle von Yannick Labbé. Krätze ist das erste Buch des Berliners, der euch als eine Hälfte von Trickski bekannt sein dürfte. Wie Dreck unterm Fingernagel beschreibt das Buch die kleinen düsteren Menschlichkeiten im Leben des Protagonisten: Drogen, Sex, seelische Abgründe.

Ein Buch, wie der Kater nach dem Rausch einer zu langen Clubnacht.

Den Soundtrack zur Novelle hat der Autor ebenfalls mitgeliefert und den gibt es im Paket über Bandcamp dazu.

Krätze

Kathi hat Yannick Labbé für ihre neue Folge Talk Talk zur Buchbesprechung geladen und lernt: Krätze ist nicht nur eine Krankheit, Krätze steckt in uns allen. Aus dem Buch liest Antoinette Blume für diesen Podcast.

Talk Talk

Talk Talk – Die Preispolitik bei Festivals – Martin

„Zu teuer!“ lesen Festivalmacher*innen gleich nach „Wo gibt’s das Timetable?“ in sozialen Netzwerken oft. Sehr oft. Ignorieren oder argumentieren?

Martin vom TH!NK? Festival hat sich dazu entschlossen, sich mit Kathi zum Interview zu treffen, um Einblicke in Preispolitik und Kosten des Festivals am Cospudener See zu geben.

Ein paar Hardfacts vorweg: das TH!NK? hat keine Sponsoren und findet einmal im Jahr an einem Sonntag Ende Juli statt. Die Besucherzahlen werden nicht exakt veröffentlicht und das Ticket hat in diesem Jahr 39,90 Euro im normalen Tarif gekostet.

Talk Talk

Was sind die größten Kostenfresser? Wollen manche DJs wirklich in einer Limousine vorgefahren werden oder sind das nur Gerüchte? Gibt es nächstes Jahr wieder ein Think-Festival..?

Antworten auf diese Fragen gibt es im Podcast.

Talk Talk: Kathi Groll und Martin unterhalten sich über die Preise beim Think Festival

Read on demand: Vaya

Es gibt eine neue Rubrik bei uns: Read on demand. Hier stellen wir kurz und bündig Podcasts aus Leipzig vor. In unserer mittlerweile vierten Episode sprechen wir mit den Organisatoren, die hinter dem Vaya – Podcast stecken.

Podcast:Vaya
Laufende Nummer:#21
Gibt es seit:01.07.2018
Musikalischer Fokus:Divers
 


NOTE NOTE –

 

Podcast? Podcast! = ein episodenhafter Audio- oder Videobeitrag, der über das Internet gehört werden kann. Podcast ist ein Kofferwort, welches sich aus den beiden Wörtern iPod, der offenbar maßgeblich am Erfolg der Podcastkultur beteiligt war, sowie cast, einer Abkürzung des Wortes Broadcast (Rundfunk) zusammensetzt.

(Quelle: Oxford English Dictionary)

 

Es gibt eine neue Rubrik bei uns: Read on demand. Hier stellen wir kurz und bündig Podcasts aus Leipzig vor. In unserer mittlerweile vierten Episode sprechen wir mit den Organisatoren, die hinter dem Vaya – Podcast stecken.

Podcast:Vaya
Laufende Nummer:#21
Gibt es seit:01.07.2018
Musikalischer Fokus:Divers
 


NOTE NOTE –

 

Podcast? Podcast! = ein episodenhafter Audio- oder Videobeitrag, der über das Internet gehört werden kann. Podcast ist ein Kofferwort, welches sich aus den beiden Wörtern iPod, der offenbar maßgeblich am Erfolg der Podcastkultur beteiligt war, sowie cast, einer Abkürzung des Wortes Broadcast (Rundfunk) zusammensetzt.

(Quelle: Oxford English Dictionary)

 

Vaya, das sind Sebastian und Rene, die gemeinsam ein Videoprojekt machen – also filmen, schneiden, produzieren, mit Leuten schnacken, und und und. Dazu gibt es von Vaya noch den Podcast namens MIX MIX. Was-wie-warum, erklären die beiden bei uns.

Greta, Rene, Philipp (VAYA) Josi Miller, Don Ramones (VAYA) Jess Passeri

Vaya on vacation

frohfroh: Ein Podcast bei Vaya besteht aus..?

Vaya: MIX MIX – Cocktail Mixtapes: Künstler/DJs suchen sich ihren Cocktail Drink nach Wahl aus und mixen Ihr Set dazu. Das wird dann bei Soundcloud gepostet, zu Beginn war es ein Set pro Monat, momentan versuchen wir zwei Mixtapes pro Monat zu veröffentlichen.

Auf Soundcloud findet man dazu das Rezept zum Cocktail.

In unserer Interviewreihe VAYA on Vacation führen wir Video-Interviews mit diversen Küsntlern welches dann auch als Ton Datei einmal monatlich zusätzlich auf Soundcloud gepostet wird.

Der musikalische Fokus liegt bei Vaya auf..?

Auch wenn wir eher aus der elektronischen Ecke wie Techno/House/Nu Disco kommen, ist es den DJs völlig selbst überlassen welche Musik und welchen Stil sie wählen.

Von hartem Techno, Rave und Drum and Bass bis hin zu Disco und Hiphop Beatz hatten wir schon alles dabei – und darauf legen wir auch großen Wert.

Welche Vorgaben gibt es..?

Vorgaben und Rahmenbedingungen gibt es eigentlich kaum, nur dass die DJs ihren Drink selbst wählen müssen! Jeder kann, wie beim musikalischen Stil, die Länge selbst bestimmen. Die Sets sind erfahrungsgemäß 45 Minuten bis 1,5 Stunden lang.

Wir haben meistens Locals aus Leipzig die ihr Set für uns machen aber auch darüber hinaus sind dem keine Grenzen gesetzt. Wir finden es spannend auch aus anderen Städten und Ländern Musik zu präsentieren, daher hatten wir schon Sets von befreundeten Künstlern und Künstlerinnen aus Israel, und Thailand und demnächst auch aus Frankreich, Norwegen und Australien.

Sebastian (Vaya), Philipp (Inch by Inch) und René (Vaya)

Top 3

Die drei Podcasts, die euch am besten gefallen, sind…

#17 Naitwa – Petrola Sprizz, spezieller exklusiver Cocktail aus dem Links neben der Tanke – super Kneipe, super Set und super Drink mit tollen Farben, hat einfach alles gepasst und mit den meisten Klicks.

*

Gin Tonic by Jess Passeri aus der Good Hood Crew #16. Eine gute Freundin und ein wunderbar lässiges schönes chilliges Summer-Set mit elektronischen Beats – ist vielleicht bisschen unter gegangen, aber Gin Tonic ist der beste Drink – von daher…

*

Moscow Mule von unserer Greata, einfach ein schönes housy Set.

Vaya on vacation

Konzept

Wieso hast du, bzw. habt ihr diese Podcast-Reihe ins Leben gerufen?

Wenn man ehrlich ist, macht ja so ziemlich jede und jeder – ob Crew, Label oder DJ einen Podcast, was natürlich auch Sinn macht, wenn man Musik produziert und auflegt. Bei uns kam der Zusammenhang eher durch unser Videoformat. Und daran arbeiten wir jetzt auch mit dem Podcast – um unsere Künstlerplattform auszubauen und zu erweitern.

Zudem lieben wir Drinks und Cocktails und wann trinkt man diese? Partytime 🙂

Dabei arbeiten wir viel mit lokalen DJs zusammen. Einerseits hat sich daraus ergeben die Mixtape Reihe zu starten, auf der anderen Seite hatten wir auch einfach Lust drauf – und irgendwie passt es auch gut zu einander.

Wie werden die Künstler*innen ausgewählt? Kann man sich bewerben, werden die DJs/Liveacts ‚handverlesen‘ angefragt?

Bisher haben wir Leute angefragt, aber man spürt, dass es mehr und mehr die Runde macht und bekannter wird. Damit kommen auch langsam die ersten Anfragen – darüber freuen wir uns sehr und hoffentlich geht die Entwicklung dahin auch weiter.

Anfragen sind also immer sehr willkommen.

Gibt es ein Konzept nach dem ausgewählt wird?

Wir versuchen natürlich so ausgewogen und divers wie möglich zu sein und zu bleiben, und bis hierhin ist uns das auch ganz gut gelungen.

Ein wirkliches Konzept gab und gibt es bisher nicht. Wir wollen einfach regelmäßig neue Sets präsentieren, von bekannter bis unbekannt, von Locals bis zu Leuten, die in Australien und Norwegen Musik machen, alle sind willkommen.

Was motiviert euch, die Podcastreihe von Vaya zu befüttern, regelmäßig Zeit und Arbeit reinzustecken?

Durch unsere Interview- und Videoreihe, bei der wir uns dauernd mit Menschen verconnecten und im Kontakt stehen, hat es sich einfach angeboten, diese Reihe zu eröffnen und beizubehalten. Natürlich ist es auch immer wieder spannend für uns neue Musik bzw. die Musikauswahl anderer DJs zu hören.

Was ihr noch erwähnen möchtet:

Musik Drinks and Love


Danke, Vaya, für den Einblick. Also, DJs und Liveacts: Bewerbt euch bei den beiden via Soundcloud! Hier noch die aktuelle Podcastfolge für euch – enjoy:

Die aktuelle Folge des Podcasts stammt von Pandaro und widmet sich dem Pina Colada:

Sommerpause: Update, Update

Ganz so still können wir dann doch nicht sein. Deshalb ein kurzes Lebenszeichen, ein Update und eine Vorankündigung. Ach und eine Bekanntgabe – wir veröffentlichen nämlich erstmals die Liste aller Mitwirkenden, die beim Magazin anlässlich unseres 10. Geburtstages dabei sind.

Also – hej. Here we go, unregelmäßig, aber auf 10 Jahre gesehen schon sehr regelmäßig, ohne Werbung, on air, audio-visuell und (vor allem) textbasiert. Es ist unser 10. Jubiläum, wer frohfroh verfolgt, hat es entweder mitbekommen oder selbst nachgezählt.

10 YRS

10 Jahre Berichterstattung, Blogartikel, Ausgehtipps, Rezensionen, Rückblicke… schon ein Grund zu feiern. Und wir feiern das Ganze redaktionell und zwar auf einem ganz besonderen Wege: Nach 10 Jahren, die wir online für unsere Leser*innen arbeiten, bringen wir zu unserem Geburtstag ein Print-Magazin heraus. 

An diesem Print-Magazin arbeiten wir seit Januar, also seit bald 8 Monaten. Alleine haben wir die 120+ Seiten nicht befüllt, wir hatten Unterstützung von Musiker*innen, Illustrator*innen, Zeichner*innen, weiteren Texter*innen und Fotograf*innen, die sich auf unseren Open Call im Februar meldeten. Und nun kommt langsam aber sicher endlich der Tag, an dem wir unser Magazin verkaufen können. 

Es gibt noch ein paar Variablen, die noch nicht ganz entschlüsselt sind, aber zwei Termine können wir euch heute, hier und jetzt nennen. 

Termine

Am 24. Juli um 21 Uhr sind Jens Wollweber und meine Wenigkeit, Antoinette Blume, im Radio bei MDR Sputnik in der Sendung Clubperlen zu hören. Diese Sendung wird von Kathi Groll moderiert und produziert. Ihr kennt sie auch als Autorin und Podcastproducerin bei frohfroh.

24. Juli: Jens Wollweber und Antoinette Blume bei Kathi Groll (MDR Sputnik)

Am 13. September findet im Inch by Inch unsere erste kleine Releaseparty statt. An diesem Tag haben wir unser Magazin dabei und zwei unserer Autor*innen, Amy und Christoph, werden auflegen. 

Zwei rote Kreuze in den Kalender!

Line-Up

Und jetzt noch ein Sneak ins Line-Up der Mitwirkenden. Enjoy und seid gespannt, wir sind es auch!

Das Team hinter frohfroh

Das Magazin ist gefüllt mit Beiträgen von… 

Adelita escapes, Amy Woyth, Anne Vollerthun, Antoinette Blume, Backstage Magazin, Birk Poßecker, Christine Pascoe, Christoph Neubert, Don Elektro, Friederike Ziegert, Gregor Barth, Jenny Schreiter, Jens Wollweber, Johannes Angermann, Julia Günther, Jürgen Kasek, Kathi Groll, Lea Schröder, Lea Wegner, Less, Lisa Merten, Lisanne Surborg, Manuel Schmieder, Max Hillerzeder, Michel Kräft, Nina Köllner, Panthera Krause, Paula Charlotte Kittelmann, Ronya Othmann, Sophie Boche, Sophie Valentin, Toci (Rave strikes back) und Waldbrand.

Unterstützer*innen des Magazins sind…

Institut fuer Zukunft, Distillery, Elipamanoke, SEELEN. und Mjut.

New Hook in der Uckermark

Für den Support möchten wir eure Aufmerksamkeit auf ein Festival, besser gesagt auf den dortigen Auftritt einer wunderbaren, jungen Leipziger Band lenken. Quasi eine Ankündigung zur Ankündigung: Denn schon bald folgt das komplette Interview mit den Musikerinnen.

Die Rede ist von den drei umwerfenden Frauen Linda, Ilka und Juliane Maria, die sich im Sommer 2017 dazu entschlossen, die Band New Hook zu gründen. Die Mitglieder der „Girlpowerelectrosupergroup“ (danke an einen Facebook-User) bemerkten auf einer Hochzeit, dass es musikalisch und menschlich zwischen ihnen funkt und wollten diese Chance nicht einfach so sausen lassen.

Ein Glück, denn neben ihrem experimentellen, synthie-poppigen, wavigen Sound haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, über den Musik-Tellerrand zu gucken und eine Message weiterzugeben: nämlich einfach zu machen, keine Angst zu haben vor Konventionen, vor „ich kann das doch nicht“ und „nee, ach, lass mal lieber, das habe ich noch nie gekonnt.“

Denn abgesehen von Linda, die Mitglied der Band Here Is Why war, hatte kaum eine der drei etwas mit Musik zu tun. So bemerkte beispielsweise Ilka erst durch New Hook, dass sie gut singen kann. Wie? Weil sie sich traute. Mittlerweile produzieren die Frauen ihre eigenen Videos, designen die Kostüme für ihre Auftritte und können auf eine Reihe von selbst erschaffenen Tracks zurückblicken. Hier ist experimentelle Musik wortwörtlich zu nehmen und Kunst Teil des Ganzen.

Wenn ihr also Lust habt, euch anstecken zu lassen vom DIY-Geist und eine Liebeserklärung erleben wollt, wo Musik nur der Anfang ist, dann habt ihr dieses Wochenende die Möglichkeit: New Hook spielen auf dem „Sacred Ground Festival“ in der idyllischen Uckermark, in der Nähe des Ortes Brüssow. Eine große Ehre für die drei, wie sie mir sagten. Am Samstag, den 13. Juli spielen sie auf der Hauptbühne des Festivals, welches auf einem hundertjährigen Privatbauernhof stattfindet und unter anderem von Ry X kuratiert wird.

Also, nichts wie hin. Noch gibt es Tickets.

Im Riotvan-Radio ist übrigens vor Kurzem der erste DJ-Mix ever von New Hook veröffentlicht wurden. Hier ist er:

Let’s Talk: Ein Interview mit der Nice4What Crew

Unsere Autorin Paula hat Nice4What zum Thema Sexismus in der Clubkultur befragt – hier lest ihr das ganze Interview.

Was fällt euch als Erstes ein, wenn ihr Sexismus im Zusammenhang mit Clubbing bzw. der elektronischen Musikszene hört?

Isa: Es gibt leider keinen Bereich der Gesellschaft, in dem Sexismus keine Rolle spielt, deswegen ist auch die Clubkultur davon betroffen.

Marlene: Besonders absurd in diesem Kontext finde ich den Kontrast zwischen der Clubkultur als Sehnsuchtsort, an dem gesellschaftliche Konventionen abgelegt werden können und sich jede Person frei ausleben kann – und dem gegenüber die tatsächlich vorherrschenden Zuständen in der Clubkultur.

Sexismus ist im Clubbetrieb, hinter dem DJ-Pult sowie beim Booking mindestens so stark vertreten wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen.

Anna: Vor allem in der Leipziger Clubszene gibt es inzwischen viele Initiativen und Orte, von denen und in denen struktureller Sexismus thematisiert wird und versucht wird, dem entgegenzuwirken. Allerdings gibt es diese Räume nur punktuell – in anderen Städten oder auch teilweise in anderen Kreisen in Leipzig sieht es wohl noch anders aus. Deswegen ist es wichtig, wie Isa schon sagt, neben dem Mikrokosmos Club auch die größeren Zusammenhänge zu sehen: Es geht um Strukturen und Verhältnisse, die sich durch die ganze Gesellschaft ziehen.

Franzi: Aus Künstler*innenperspektive kommen mir dabei vor allem die geschlechterrollenspezifischen Stereotype und daraus folgendes diskriminierendes Verhalten in den Sinn, die sich natürlich auch nach wie vor im Clubkontext offenbaren.

Inwieweit erlebt ihr als Akteurinnen in der Szene Sexismus?

Isa: Das passiert wirklich ständig. Es geht da los, wo man gesagt bekommt, man könne ‘für eine Frau’ gut auflegen, und geht weiter mit Aussagen wie ‘Sie ist bestimmt nur so erfolgreich, weil sie eine Frau ist’. Typen, die einem beim Auflegen im Club in den Mixer/ in die Platte greifen, weil sie denken sie können sich das jetzt einfach so rausnehmen und mir mal zeigen wie man das richtig macht bis hin zu Menschen, die daran zweifeln, dass ich einen Mix selbst aufgenommen habe, ohne mir dabei von einem Mann helfen zu lassen. Die Liste lässt sich ewig so weiterführen.

Franzi: Ja, von zu vielen Seiten! Einige gehen zum Beispiel davon aus, dass Frauen* nicht auf gleichem Niveau wie männliche Kollegen auflegen können. Jede von uns kann von irgendwelchen Erfahrungen erzählen, die sie als DJ erlebt hat. Mann erklärt Frau* ungefragt wie die Technik funktioniert, was auf welchem Floor an Musik nun gut passen würde oder welche bpm-Zahl gerade angemessen wäre.
Also, meist kommt das von männlicher Seite, aber geschlechterstereotype Denkmuster sind auf allen Seiten internalisier. Neulich habe ich beispielsweise die Soundtechnik für den Abend vorbereitet und eine Frau kam auf mich zu um mir beschwichtigend mitzuteilen, dass gleich ein Kumpel vorbeikäme, der sich mit Technik auskenne und da mal drüber gucken könne, ohne in Erwägung zu ziehen, dass ich das durchaus alleine bewerkstelligen könnte.

Marlene: Ich erlebe auch immer wieder große Überraschung darüber, dass ich als Frau tatsächlich mit Platten auflege.

Anna:  Manchmal habe ich das Gefühl, bei dem was ich tue kritischer beobachtet zu werden. Als müsse man allen nochmal beweisen, dass ich es als Frau mit zwei Jahren DJ-Erfahrung tatsächlich verdient habe, auf einer bestimmten Party oder einem bestimmten Slot zu spielen. Wenn man dann mal einen Mix verhaut, scheint es manchen eine Bestätigung zu sein, dass man an dem Abend nur hinterm DJ-Pult stehen darf, weil man eine Frau ist.

Ihr geht alle mehr oder weniger regelmäßig auch als Gäste feiern – wie erlebt ihr einen Abend im Club als „Frau“?

Franzi:  Für mich verläuft eine wünschenswerte Clubnacht so, dass ich an mein „Frau“-Sein bestmöglich keinerlei Gedanken verschwenden muss, sondern mich fallen lassen kann, weil ich mich durch die Leute im Club um mich herum aufgehoben und sicher fühlen kann. Dennoch läuft auf so einer semibewussten Ebene irgendwie von vornherein so eine Hab-Acht-Stellung, weil man sich in einen Raum begibt, in dem Personen eben gerne über die Stränge schlagen und dabei leider manchmal das letzte Fünkchen respektvoller Umgang verschwindet. Als Frau muss ich dann aufgrund patriarchaler Machtstrukturen leider eher damit rechnen, dass mir oder anderen Frauen* diskriminierendes Verhalten widerfährt.

Marlene: Sowohl als Gast als auch hinter der Bar oder hinter dem DJ-Pult erlebe ich immer wieder unangenehme Situationen, wie angestarrt, angetanzt oder unter komischen Vorwänden angequatscht zu werden. Was ungewolltes Angefasst-Werden angeht, kann mich spontan an mindestens fünf Situationen in den letzten Jahren erinnern. Bekomme ich eine solche Situation mit oder erlebe sie selbst, ist der Abend für mich eigentlich gelaufen. Ich glaube, den meisten Personen, von denen diese Situation ausgehen, ist gar nicht bewusst, was sie durch ihr Verhalten gerade auslösen. Deswegen versuche ich sie offen darauf anzusprechen, dass sie gerade eine Grenze überschreiten. Leider treffen solche Aussprachen gerade im Partykontext häufig auf Unverständnis. Umso wichtiger finde ich es, dass Clubs mit Awareness Konzepten arbeiten.

Die vier Mitglieder der Nice4What-Crew

Awareness Maßnahmen

Speaking of Awareness: Welche Maßnahmen kennt ihr, die dieser dienen und der classic sexistischen Szenerie in Clubs vorbeugen bzw. entgegenwirken sollen?

Isa: Das beginnt ja meistens schon vor dem Club, also durch Selektieren an der Tür, zum Beispiel dass große Männergruppen nicht reingelassen werden (und nein, das ist kein Sexismus gegen Männer), oder Menschen, die zu viel konsumiert haben. Und ich finde es wichtig, dass an der Tür darauf aufmerksam gemacht wird, dass es bei Problemen Ansprechpartner*innen gibt. Super sind auch Awareness-Personen oder Safer Clubbing, die ansprechbar sind und sich im Notfall kümmern.

Franzi: Ich würde an Isas Gedanken anknüpfen, denn ich denke, dass sich ein bestimmter, unter den Veranstaltenden als Norm gesetzter Umgang auch nach und nach auf Besucher*innen-Seite reflektiert. Dafür ist eben ein entsprechendes Briefing an der Tür über den gewünschten Habitus im Club wichtig. Im Club tragen alle Beteiligten das dann ja hoffentlich ebenfalls weiter, indem sie sich danach verhalten, unterstützen und gegebenenfalls intervenieren.

Für Notfälle und generellen Safer Use ist Safer Clubbing definitiv eine großartige Errungenschaft. Im Prinzip fänd‘ ich es aber auch grandios, wenn wir irgendwann soweit sind, dass wir keine „extra“ Awareness-Instanz mehr benötigen, weil alle schon ausreichend aufeinander Acht geben.

Anna: Für mich macht es viel aus, wenn in klassischerweise cis-männlich besetzten Positionen, beispielsweise an der Tür, an Licht, Technik und als Abendverantwortung Frauen* zu sehen sind. Im Conne Island gibt es bei Tanzveranstaltungen beispielsweise immer eine Einlass-Schicht, während derer nur Frauen* an Tür und Einlass stehen, was viel zum Setting des Abends beiträgt. Einige Clubs achten schon stark darauf, dass in allen Crews ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis herrscht. 

Ich finde auch wichtig, dass man als Gast selbst aufmerksam bleibt, im Club, auf dem Weg und auf der Afterhour, und auf Personen zugeht, die sich unwohl zu fühlen scheinen.

Wie erlebt ihr die Szene (in Leipzig und anderswo) hinsichtlich der Präsenz nicht-männlicher Acts?

Isa:
Insgesamt ist da in den letzten Jahren schon einiges passiert, aber da ist noch richtig viel Luft nach oben. Im IfZ wird darauf geachtet, ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis zu haben, guckt man sich allerdings die ganzen Studenten-/ Mainstream-Clubs in Leipzig oder auch überall anders an, ist die Präsenz von nicht-männlichen Acts immer noch verschwindend gering.

Franzi: Ich glaube in Leipzig haben wir da momentan schon ein Bubble-Phänomen, indem in der vergangenen Dekade bezüglich nicht-männlicher Artists so einiges passiert ist. Seit sich im Conne Island vor zehn Jahren G-Edit und der DJ-Proberaum begründet haben, kamen stetig neue fem* DJs dazu und gerade in den letzten zwei, drei Jahren zeigen immer Acts selbstbewusst, was für ein Potential Leipzig im Hinblick auf Frauen* in der elektronischen Musik besitzt. Selbstverständlich ist das Potential an sich nichts absolut Leipzig-spezifisches, nur hatten wir hier eben das Glück, dass bereits Strukturen initiiert und etabliert wurden, die den Zugang zur elektronischen Musik erleichterten. Vernetzung und gegenseitiges Empowerment sind in dieser Hinsicht wie in vielen Bereichen eben auch hier essentiell.

Marlene: Ich denke auch, dass in den letzten Jahren verstärkt ein Bewusstsein für die Unterrepräsentierung von nicht-männlichen DJs geschaffen wurde und auch schon einige erfolgreiche Maßnahmen ergriffen wurden, gegen diesen Zustand anzukämpfen. Allerdings habe ich auch das Gefühl, dass sich durch female*only line-ups und die Vernetzung vieler Frauen* in female*only Crews sowas wie eine parallele fem* DJ-Szene entwickelt hat und ausgeglichen-gemischte Crews und Veranstaltungen weiterhin eher die Ausnahme bleiben.

Was sagt ihr zu der klassischen Erklärung von Booker(*inne)n, wenn sie wenig bis keine female* acts buchen, es gäbe einfach nicht so viele wie Männer?

Isa:

Es gibt auf den ersten Blick mehr cis-Männer als Frauen*, die auflegen. Aber dass man keine Frau* findet, die musikalisch ins Konzept passt, ist einfach nur Bullshit.

Es gibt female* Kollektive oder auch verschiedene Netzwerke bei denen man sich schlau machen kann, da gibt es ja sogar Seiten wie female:pressure auf denen Artists aufgelistet sind. Was dabei aber noch wichtig ist, dass man nicht einfach irgendwen bucht, um eine „Quotenfrau“ auf dem Lineup zu haben, sondern auch darauf achtet, dass das vom Genre Sinn macht.

Franzi: Durch eigene Bookingerfahrungen musste ich auf jeden Fall feststellen, dass es aus verschiedenen Gründen nicht immer realisierbar ist, ein 50/50-Booking auf die Beine zu stellen.

Nichtsdestotrotz kann mir keine*r erzählen, dass es so wenige female* Acts gibt, dass es immer noch regelmäßig zu komplett männlichen Lineups kommt und es maximal für eine „Quotenfrau“ reicht, völlig schnuppe, ob die musikalisch reinpasst. Dass dient dann eher einem female* friendly Imageanstrich und um mehr muss man sich dann nicht scheren. Sowas nervt mich auf jeden Fall hart.

Anna: Wenn es so scheint, als gäbe es wesentlich weniger nicht-männliche Acts, die auflegen, dann sollte man sich erstmal fragen, warum für diese die Hürden anscheinend höher sind und versuchen, diese abzubauen. Wer wo spielen kann, hat viel mit informellen Netzwerken zu tun. Aber anstatt sich auf die Empfehlung von Kumpel zu Kumpel auszuruhen, kann man sich schon mal aktiv umhören, wer noch so gute Sets auf SoundCloud hat und Newcomerinnen pushen.

Die Zukunft: Künstler*innenförderung

Was muss eurer Meinung nach (noch mehr) passieren, um weibliche* Nachwuchs-Artists zu fördern?

Isa: 
Booker*innen: Kümmert euch darum, dass die Lineups ausgeglichen sind. 
Ansonsten: Freund*innen, die anfangen aufzulegen, motivieren, dran zu bleiben. Wer selbst auflegt kann in Sets darauf achten, auch weibliche Produzent*innen zu repräsentieren. Wer als cis-Mann auf eine Party gebucht wird, auf der ansonsten auch nur Männer spielen, kann das ansprechen, Acts vorschlagen.

 Franzi:  Ich denke auch: Buchen, Austauschen, Netzwerken. Skillz sharen. Untereinander konstruktiv Kritisieren und Selbstbewusstsein fördern für ein solides Standing finde ich persönlich auch sehr wichtig.

Anna: Wenn ihr auflegen könnt, Technik verkabeln oder mit Ableton umgehen könnt, zeigt’s euren Freundinnen und Bekannten – und dann setzt sie in Positionen und gebt ihnen Verantwortung. Und es ist wichtig, Räume zu schaffen, in denen sich Frauen* austauschen, ausprobieren und gegenseitig Skills beibringen können.

Nice4What

Die vier Frauen von Nice4What gründeten sich basierend auf ihrer geteilten, wie sie sagen, grenzenlosen Liebe für House im Oktober 2018. Kennengelernt und angefreundet haben sie sich im Proberaum des Conne Island.

Im Institut fuer Zukunft haben sie bereits mit dem Riotvan-Label, dem No Show-Kollektiv und der G-Edit-Crew, von der sie ebenfalls alle vier Teil sind, kollaboriert. Die FLIRT im Mjut, eine 18-Stunden-Party, geht auf ihre Kappe, genauso wie „Nicer Garden X 10YRS Halftime“ im Island – da treten sie jetzt nämlich in die großen „KANN Garden“ Fußstapfen und übernehmen die Veranstaltungsreihe.

Alle vier mischen auch solo an unterschiedlichen Stellen in Leipzigs Clubszene mit. 

Isa kuratiert seit Sommer 2017 die wöchentlich donnerstags stattfindende „Channel“ im IfZ mit. Sie ist Teil von feat.fem und hat im Safer Clubbing Team des IfZ gearbeitet.

Marlene arbeitet seit 1 1/2 Jahren im Ifz an der Bar und organisiert Veranstaltungen mit, wie die Halftime am Conne Island oder mit feat.fem, G-Edit oder mit dem Frauenproberaum

Franzi kam über feat.fem zu G-Edit und kuratiert im LNDT in Lindenau Musikbars und Partys als Teil der „Petrola“-Crew.

Anna organisiert den Frauen-Proberaum im Conne Island mit, gibt regelmäßig DJ-Workshops, betreut Technik und Licht bei Veranstaltungen im Conne Island und im Institut fuer Zukunft, veranstaltet u.a. die Halftime im Conne Island mit und ist dort im Booking tätig.

[1] In diesem Artikel wird das * verwendet, um all diejenigen Personen einzuschließen, die nicht cis-männlich sind, sprich cis-weibliche, trans- bzw. non-binary Akteur*innen. Es ist ein Versuch, den Lesefluss des Artikels zu verbessern, um nicht an jeder Stelle erneut darauf hinzuweisen, dass all diese Personen gemeint sind. An einigen Stellen, beispielsweise, wenn es um sexistische Stereotype geht, wird bewusst auf das Sternchen verzichtet, um das heteronormative Denkmuster zu verdeutlichen, oder an Stellen, an denen die Interviewten explizit von sich als cis-Frau sprechen.
Wird von „Männern“ gesprochen, wird auf das Sternchen verzichtet, um zu verdeutlichen, dass es dabei um cis-männliche Personen geht und trans- bzw. non-binary Personen an dieser Stelle nicht gemeint sind.

Anmerkung: Auch die Visibility von Personen des LGTBQI-Spektrums und Black and Indigenous People/Person(s) of Color ist in der elektronischen Musikkultur wie in anderen Bereichen der Gesellschaft nach wie vor ein Problem.

[2] An anderer Stelle wird statt dem Sternchen der Terminus „nicht-männlich“ verwendet, um klar zu machen, dass es an dieser Stelle um alle Personen des Spektrums geht, die nicht cis-männlich sind. 

Release, Release: Kontakt.001

„We believe in sounds. In noise. And in life“ – mit Kontakt. (Kontaktpunkt) ist letztes Jahr ein neues Label in Leipzig geboren und nach drei Digitalreleases gibt es nun die erste Platte zu hören.

Zwar hat das Kontakt.-Label bisher kein großes Trara um sich gemacht, jedoch haben sie mit zwei Labelnights, einer Hypress-Kollaboration im Mjut und drei Digitalreleases schon ein bisschen was für ein so junges Label vorzuweisen. Mit ihrer ersten Platte verfestigen sie nun ihren Sound, stellen neue Mitglieder vor und bringen einen neuen Schwung ins Label-Dasein.

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A-Seite

Vino Watts aus Nürnberg leitet mit Good Old Analog auf atmosphärische Art und Weise die Platte ein, welcher von Kontaktpunkt selbst als „cheesy house track“ eingestuft wird. Cheesy… I don’t know. Ich würde es eher als melodisch, treibend und mystisch bezeichnen, was den Track nichtsdestotrotz mit Leichtigkeit zum Opening-Banger im Club machen kann. Tipp!

Mystisch geht es auch auf der A2 weiter. Wie umschreibt man schnellen Downtempo mit Goa-Vibes? Kontaktpunkt betiteln Nokents Super als „bouncy tool Track“. Ja, bouncy trifft es gut. Mit verschrobenen und verspielten Elementen, die an eine belebte Nachtwanderung erinnern, wechselt der Track nach der Hälfte ins düstere und behält den Goa-Feel. Sehr interessanter Sound.

B-Seite

B-Seite

Delirium von I C S., die B1, stellt anschließend einen starken Stilbruch dar. Pulsierender Bass und tickende Percussions stehen im Fokus: straighte Club-Vibes. Der Track lässt alle einzelnen Elemente für sich sprechen, allen voran die dominanten Synth-Töne. Insgesamt ein sehr I C S.-typischer, geradliner Techno-Track.

Hooover kombiniert im letzten Track die Mystik aus der A-Seite mit der Geradlinigkeit aus der B1. Er utilisiert Samples, die wie sanfte Blitze im Track einschlagen und setzt dabei nicht auf einen allzu überwältigenden Techno-Sound. Dieser Track ist sorgfältig konstruiert und stimmt nicht unbedingt mit Hooovers sonstiger, härterer Ästhetik überein, aber ergänzt sie auf wunderbare Art und Weise. 

Experimentell – so gut es nur geht. Kontaktpunkt haben mit dieser Platte einerseits Vielfältigkeit bewiesen, sich jedoch auch stark positionieren können. Eine klare Hörempfehlung meinerseits!

Inter Gritty „Laponia Space Project“ (Controlled Violence)

Am 14.06. erschien die Laponia Space Project EP auf dem in Leipzig und Melbourne ansässigen Label Controlled Violence. Künstler Inter Gritty reflektiert seine Herkunft mit klangbildlichen Eindrücken aus der schwedischen Landschaft.

Nachdem zuletzt im Februar eine vinyl-only Compilation herausgebracht wurde, widmen sich Controlled Violence nun wieder den Solo-EPs. Den Anfang macht Inter Gritty aus Norköppingen im Süden Schwedens. Benannt nach dem schwedischen Raumfahrtzentrum Laponia Space Project, ist die EP „inspiriert von verschiedenen Reisen durch Finnlands Lapplandregion“ und „repräsentiert die expansive, ehrfurchtgebietende Natur seiner Umgebungen“.

Na dann wollen wir mal!

Träumerisch kommt er daher, der erste Track. Sleepy Trees – der Titel sagt schon alles – lädt dazu ein, einen meditationsähnlichen Zustand einzunehmen. Die Grenze zwischen Techno und Ambient, zwischen Rhythmus und Sphäre verschwimmt.

So setzt sich die A1 aus sanften Klängen und Percussions zusammen und setzt somit den Ton für die EP. Weiter geht es mit Cassiope, der in meinen Augen den Signature-Track der EP darstellt und in der letzten Woche bereits auf Shite als Digital-Premiere erschienen ist (siehe unten). Inter Gritty lässt zu Beginn eine ominöse Acid-Line kreisen, welche von einer ebenfalls sanften Melodie und breakigen Percussions unterstützt wird. Eine Reise beginnt.

Während sie vorantreibt, merkt man: Auch hier verschwimmen Grenzen, diesmal zwischen Melancholie und Verträumtheit. Die Acid-Line verschwindet zwischenzeitig und kehrt wieder zurück, um den Track in all seinen Elementen zu vereinen und das Klangbild abzuschließen. Und dann hört das Lied auf. Ohne es zu ahnen, ist die Reise plötzlich vorbei und es sind zehn Minuten vergangen. What a ride.

Inter Gritty „Laponia Space Project“ (Controlled Violence)

Platte umgedreht, B1: TR303. Auch hier lässt der Titel die Inspiration für den Track erahnen. Wavey geht es los, und dann setzt der Beat ein. Controlled Violence selbst beschreiben diesen Track als „eine klare Hommage an die Maschine und die Bewegung, die die moderne elektronische Musik geprägt haben.“

Und obwohl dieser Track einen Bruch in der bisher geschaffenen Ästhetik darstellt, lassen sich auch hier die natürlichen Einflüsse wiederfinden, die bislang referenziert worden sind. Expo Line greift abschließend die nächtliche, wäldliche Umgebung auf, die vor allem die ersten beiden Tracks in sich tragen. Düster, leicht verspult und atmosphärisch.

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Aus gegebenem Anlass: Es nervt.

Mit einem Awarenesskonzept im Club oder auf Open Air – Veranstaltungen soll sichergestellt werden, dass alle eine gute Zeit verbringen können. Und das ist super. Dennoch finde ich, es gibt einen Punkt, der zwar banal ist, aber (noch) zu wenig mitbedacht wird: die Toilettensituation.

Einige Leipziger Clubs und Crews sind Vorreiter, wenn es um Awareness geht – also wenn es unter anderem um sexistisches Angemache, drogen- oder alkoholbedingte Aussetzer, safes Sniefen, Feel-Good-Spaces, um geschnittenes Obst und Gemüse zu späterer bzw. früherer Stunde, um kostenloses Wasser, um den Umgang miteinander geht.

Ich kann jedoch – wie einige andere Personen, die ich in meinem Kommentar unten beschreibe – keine gute Zeit im Club verbringen, wenn ich mich fast einpisse und auf Unverständnis bei Raver*innen stoße, sobald ihr Verhalten in der Toilettenschlange in Frage gestellt wird.

Enjoy the rant und vielleicht lasst ihr das nächste Mal die Pee Only Toilette frei oder lasst diejenigen gewähren, die die Toilette zu ihrem ursprünglichen Zweck aufsuchen. Just a thought.

Toilettenumgang ist auch Awareness

Wenn ich gerade daran denke… und hey, es ist bald Wochenende, also passt es: Was mich viel eher nervt als Fotos der Berghain-Toilette (pls, es ist (fast) alles gesagt und es wurde da drin schon (fast) alles fotografiert, if u like it or not) ist die Toilettenkultur in Clubs per se. Denn für all diejenigen, die sich ganz gerne alleine in einem abgeschlossenen Raum zum Pinkeln aufhalten möchten und sich aus verschiedenen Gründen hinsetzen möchten oder müssen, ist diese bei gut besuchten Veranstaltungen durchaus unangenehm. Erklärt’s mir, warum stellt man seine Schuhe auf dem Toilettenrand ab? Warum wird ‚Pee Only‘ nicht beachtet?

Sorry, auch das ist AWARENESS und da ist die hochgebildete, sensible Clubelite doch hinterher, hier alles richtig zu machen. Pardon, außer wenn’s drum geht nachzulegen und man mit 6 Leuten schon 20 Minuten angestanden hat – ja, nachvollZIEHbar, aber trotzdem ist’s nicht ok alles mit Schmodder auszukleiden und die Kabinen zu belegen, die ausnahmsweise nicht zum Konsumieren reserviert sind. Vor allem ätzend ist das für alle Personen, die nicht die Möglichkeit haben in einem Strahl der Gleichgültigkeit im Stehen zu Pissen und sich beim anschließenden (hoffentlich) Händewaschen zu denken: Nach mir die Sintflut. So ist das.