Dan Drastic „The One Who Knocks“ (Moon Harbour Recordings)

Wer klopft? Dan Drastic klopft. Mit drei neuen Tracks. Und Ian Pooley als Remixer im Schlepptau.

Ein Jahr liegt die letzte Dan Drastic-EP zurück, abgesehen von „Panic Room“, der EP mit Sven Tasnadi zusammen. Nach den sommerlich getrimmten Stücken der letzten Moon Harbour-EPs bringt Dan Drastic wieder mehr Understatement rein. Na gut, nicht ganz: der Titeltrack möchte schon die Peaktime vorbereiten.

Und Ian Pooley geht mit forschem Tempo und zwingenden HiHats noch offensiver zur Sache. Gerade der Remix hat wirklich eine sehr eigene, wenn auch einfach gestrickte Dynamik. Vielleicht ist ein Hauch Oldschool-Patina im Sound, die mir gefällt.

Mit „Crawl Space“ gleitet Dan Drastic aber in tiefer Entspannung dahin. Da schwingen die hellen Chords wie Wolken umher, und der Break entwickelt sich ganz langsam, um langsam zu zerbröseln. Eines der besten Moon Harbour-Stücke seit längerem.

„Dead Freight“ mischt die typisch reduzierte Label-Deepness mit erstaunlich dissonanten und weit verstreuten Sounds. Ja, bei der EP stimmt einiges.

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Me And Oceans & The Ensemble Mistral „The Bay“ (Analogsoul)

Es ist schon ein paar Tage draußen – das erste richtige Album von Me And Oceans. Mit kleinem Ensemble und einer traurigen Polonaise.

Dass Fabian Schuetze alias Me And Oceans die unsägliche Oma-Lotte-Party-Hymne „Polonaise Blankenese“ gecovert hat, sorgte neulich schon für eine doch auch positive Verwunderung.

Es ist nicht das einzige Cover auf „The Bay“. Chris Rea bekommt auch sein Tribut, zu „Josephine“. Das ist dann aber eine amtliche Ballade. Kein Klamauk, nur große Emotionen, live durch das Ensemble Mistral extra aufgebauscht.

Und schon sind wir mittendrin in den Details um dieses Album. Denn nach den zwei Me And Oceans-EPs ist „The Bay“ in hohem Maße das Ergebnis von einigen größeren und kleineren Zusammenarbeiten in deren Mittelpunkt Fabian Schuetze und Arpen stehen.

Ja, Arpen scheint mittlerweile halb mit zu der bisherigen 1-Mann-Band zu gehören. Er war ebenso ein Teil des Ensemble Mistral, mit dem die größtenteils von den EPs bekannten und den zwei neuen Songs umarrangiert wurden – mit Klavier, Violine, Cello, Posaune und Bratsche.

Der Spieluhren-Electronica-Sound weicht mit diesem Set-up konsequenterweise einem wesentlich selbstbewussteren Pop-Ansatz. Trotzdem bleiben die loopigen und experimentellen Reibungen teilweise erhalten. „Carp“ ist so ein Stück, das auf behutsame Weise die klassische Klavier-Ballade anders betont.

Oder der sich zerfasernde Mittelteil von „Walking Home“, wobei hier das Ensemble Mistral die Hauptfaszination erzeugt. Und nach wie vor unglaublich: „When I Was A Dancer“, jetzt sogar mit noch mehr Wehmut.

Komischerweise klingt aber „The Bay“ als Song viel mehr nach Chris Rea, als das Cover von „Joseqhine“. Hier geht es ins Radio, da wird es schon einen Moment arg gefällig.

Aber mit genau den Extremen muss man bei Fabian Schuetze zurechtkommen. Ebenso mit der bedeutungsschweren Tonalität seiner Gesangstimme. In einem falschen Hörmoment kann sie auch unglaublich pathetisch wirken. Aber im richtigen genau mittig treffen.

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Boytalk „FDF Soul #2“ (FDF Soul)

Oh, wann gab es eigentlich zuletzt etwas neues von Boytalk? Auf einem Sublabel von Freund der Familie gibt es aber Neues.

Wenn ich es richtig überblickt habe, ist die „FDF Soul #2“ sogar die erste reine Artist-EP von Boytalk. Bei demselben Ableger der Berliner Freund der Familie erschien im letzten Jahr schon eine Split-EP mit Klinke Auf Cinch.

Auf der aktuellen Platte werden die Leipziger House-Fäden dicht zusammen gehalten: neben den zwei Boytalk-Tracks sind auch Remixe von Luvless und Marbert Rocel dabei.

Boytalk stehen ja für eine verspielte Deep House-Auslegung. Den leichten Disco-Hedonismus mit ironischem Charme zelebrierend. „Macadamia Blue“ kommt in der Hinsicht aber doch überraschend spannungsarm daher – zumindest auf den weiten Strecken. Vielleicht ging es Boytalk um das Aufräumen, um die Essenzen, um das Erwachsenwerden.

Der eigentliche Charme klingt da nun versteckter. Auch „Men U At The Do“ ist viel klassischer arrangiert. In sehr weicher, warmer und angenehmer Weise.

Luvless entschleunigt und lässt etwas mehr glitzern, Marbert Rocel arbeiten mit einer loopigen Spannung und fädeln noch ein Saxofon mit rein. Aber so richtig kriegen sie mich alle nicht, es ist wohl zu schön alles.

Die ersten 150 Platten der Auflage kommen übrigens in rot-marmoriertem Vinyl und Siebdruckcover.

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Neues aus der Wolke – Crooks + Lovers

Crooks + Lovers ist 16 Jahre und produziert noch gar nicht so lange. Doch da sind sechs umwerfend introvertierte Stücke bei Soundcloud. Ein klarer Fall für „Neues aus der Wolke“.

Wie soll ich anfangen? Eigentlich wollte ich das Alter von Saskia Hubert alias Crooks + Lovers weglassen, weil es so viel Aufmerksamkeit zieht. Und an sich spielt es auch gar nicht so eine große Rolle. Aber nun steht es doch da. Weil es eben doch auch eine Rolle spielt beim Hören. Eine zweite Ebene des Staunens quasi.

Neulich im Interview mit KC ging es ja bereits um die Versiertheit im Umgang mit elektronischer Musik von Jugendlichen heute. Crooks + Lovers ist ein passendes Beispiel dafür.

Ableton ist ihre Spielwiese in der eigene Aufnahmen gebündelt werden. Ein paar Klavier- und Schlagzeugstunden gab es vorher. Aber nicht nennenswert. Weitaus wichtiger waren die musikalischen Einflüsse, von denen Crooks + Lovers im späteren Kurz-Interview selbst erzählen wird.

Aber vorher noch kurz etwas zu den sechs Stücken: was für eine aufgeräumte Melancholie, was für ein Sound-Gespür, was für ein Understatement.

Wo bei manchen anderen Newcomern die Arrangements und Dramaturgien noch plastisch oder überladen klingen, findet Crooks + Lovers einen gelungenen Weg, mit nur wenigen Elementen eine sehr einnehmende Stimmung zu erzeugen. Und vor allem diese Reduktion auch durchzuhalten. Selbst wenn manche Stellen lang verharren.

Einen Wermutstropfen gibt es aber: Saskia Hubert möchte nach der Schule nach London zum Studieren. Deshalb hat sie bei Soundcloud neben Leipzig gleich London als Ort eingetragen.

Hier nun ihre knappen Antworten auf unsere fünf Wolke-Fragen.

Woher kommst du – lokal und künstlerisch?

Ich komme aus Leipzig. Künstlerisch habe ich bis jetzt noch gar keinen so langen Weg hinter mir, da ich das erst seit acht Monaten mache. Musikalisch prägt mich deshalb auch die Musik, die ich aktuell höre.

Was flasht dich musikalisch?

Ich fahre im Moment ziemlich auf Nicolas Jaar ab – vor allen auf seine DJ-Sets, die ich stundenlang höre. Und auch auf Mount Kimbie. Von denen habe ich auch meinen Namen Crooks + Lovers. Das ist der Titel ihres Debüt-Albums.

Entdeckt habe ich beide vor einem Jahr. Ich war ziemlich fasziniert, wie anders etwas klingen kann, so dass man auch versucht Harmonien zu finden, die einem nicht gleich vorgegeben sind und die man erst nach mehrmaligem Hören zwischen all den Synth- und Beat-Sounds wahrnimmt.

Apparat finde ich mit dieser niedrigen Schwelle zur Klassik wunderbar. Dazu kommt Jamie XX, der die Beats für The XX macht. An ihm begeistert mich wie emotional er die Tracks gestaltet.

Wo willst du mit deiner Musik hin – Lieblingshobby oder Stadion?

Es geht mir erstmal darum mit meiner Musik Leute zu erreichen. Und ich freue mich einfach, dass ich etwas gefunden habe, was ich verfolgen kann. Ich bin gespannt was in der Zukunft so kommt.

Dein größter Soundcloud/Youtube-Hit?

„When Fall Comes“ ist bis jetzt am besten gelaufen.

Dein persönlich größter Hit – und warum?

Ich mag „Beat“ sehr gerne, weil ich zu dem Zeitpunkt als ich den Track gemacht habe erstmals wirklich meine Pads entdeckt habe. Da ist alles auch sehr aus dem Gefühl heraus entstanden.

Aber mein aktueller Track „Vitalis“ passt sicher musikalisch am besten zu mir.

Crooks + Lovers Soundcloud
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Parent breaks zwischendurch

Auf der aktuellen Dirt Crew-Compilation hat sich ein Filburt-Track eingeschlichen. Und mehr ist in Planung.

„Parent Breaks“ heißt der langsam mäandernde Track. Er ist auf der mittlerweile jährlich erscheinenden Sommer-Compilation-Reihe „Deep Love“ enthalten, die von der Dirt Crew zusammengestellt wird.

Mit einer gewissen abendlichen Melancholie schiebt sich Filburt zwischen den sonst sehr ausschweifenden House-Glamour der Compilation. Die Dirt Crew ist ja nicht gerade zimperlich mit großen Soul- und Arme-Hoch-Referenzen.

Seitdem sich Good Guy Mikesh und Filburt erstmal verstärkt auf eigene Projekte besinnen, sind von Filburt demnächst wohl noch mehr Solo-Tracks zu erwarten. Eine 7″ auf O*RS steht für Ende August an.

Filburt Facebook

Halbzeit und Ausblick

Erste Konzertnamen im Täubchenthal-Programm, Baubeginn im Institut für Zukunft, Schutz für die Distillery – ein kurzer Überblick zwischendurch.

Das Täubchenthal hat sein Außengelände ja bereits zweimal für Open Airs öffnen können. So langsam sickern nun auch die ersten Namen für den kommenden Herbst durch. Besonders der Oktober hat es in sich: Mouse On Mars, Pantha du Prince, DJ Shadow und ein Indoor-Festival mit When Saints Go Machine. Zwischendrin auch Erdmöbel, Puppetmastaz, Käptn Peng und PeterLicht.

Konzert-Entertainment auf hohem Niveau also. Mit bewährten und sicheren Künstlern. Möglicherweise dürfte es mit dem Täubchenthal inbesondere im Konzertbereich Bewegungen in Leipzig geben.

Im Kohlrabizirkus haben die Bauarbeiten derweil erst begonnen. Entkernen für das künftige Institut für Zukunft ist angesagt. Bei der Crowdfunding-Aktion für das Soundsystem sind indes nach zwei Monaten etwas mehr als die Hälfte der 30.000 Euro reingekommen.

Zugegeben: etwas zäh ist das schon, vielleicht weil drei Monate Buzz erzeugen dann doch schwierig ist. Nun bleiben noch rund drei Wochen für den Rest.

Die Liste an Spenden-Gimmicks ist noch einmal gewachsen – vorwiegend um Label-Pakete von Raster Noton, Semantica oder Vault Series. Aber auch die IfZ-Compilation ist nun vollständig mit 20 Tracks. Im November soll die Eröffnungsgala sein. Der Termin ist aber noch offen.

Und von den Neulingen im Club-Geschehen zum Schluss noch zu einem Urgestein: die Distillery hat bekanntlich Sorgen wegen der Bebauungspläne für das neue Viertel hinter dem Bayerischen Bahnhof.

Drei Parteien wollen im Stadtrat nun durchsetzen, dass die derzeitige Location bei den künftigen Planungen und Gesprächen mit der Deutschen Bahn und wahrscheinlich auch den Entwicklern mitbedacht wird.

Was das genau zu bedeuten hat und inwieweit sich daraus ein gewisser Schutz für die Distillery ergibt, bleibt aber noch völlig offen. Anfang September wird aber der Distillery-Film seine Premiere feiern. Zwischen dem 7. und 10. September führt das UT Connewitz den 102-minütigen Film auf.

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Workshop im Boiler Room

Ende Juli legten Kassem Mosse, Mix Mup, Lowtec und Even Tuell im Londoner Plattenladen Sounds Of The Universe auf. Und Boiler Room nahm es auf.

Webcam an, Musik an und los. Anderthalb Stunden Workshop Records-House im Random-DJing. Wie heißt das dann? Back-4-Back?

Auf jeden Fall haben sich alle vier permanent abgewechselt mit ihren Platten. Und dass nicht in einem Club, sondern zwischen Plattenregalen und mehr oder weniger zufällig reingestolperten Besuchern.

Zum kompletten Anschauen etwas dröge. Zum Hören aber schön ruhig. Daher gibt es auch nur den Stream – sogar als Download.

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Gerade entdeckt: Zab Dub

Da kam ein toller Tipp von It’s Yours rein: Zab Dub, ein Duo, das überaus soundversiert Dubstep in den Fokus nimmt.

Eigentlich wären Zab Dub auch wieder ein Kandidat für „Neues aus der Wolke“ gewesen. Doch da es bereits im Mai ein Interview mit den beiden in der It’s Yours-Radioshow gab – siehe unten der Mixcloud-Stream – kommt das Duo hier einfach so mit rein.

In vielen anderen Projekten und Genres waren Tobass und Synthikat bereits aktiv, erzählen sie. Beide arbeiten auch als klassische Studio-Produzenten für andere. Zab Dub ist ihr gemeinsames Feld. Und zwar eines, dass in Leipzig in Form von eigenen Tracks und EPs viel zu selten ans Tages- oder Club-Licht gelangt.

Zwei EPs zum Herunterladen haben Zab Dub via Soundcloud zusammengestellt. Letzte Woche erst kam „Hathor“, im Mai die „Magma“-EP. Und bei beiden mag ich die Unaufgeregtheit.

Sehr aufgeräumte, langsame, teils recht cleane Stücke an der electronica-orientierten Seite von Dubstep. Kompakt arrangiert und doch mit einer gewissen experimentellen Haltung. Okay, die orientalischen Einflüsse bringen auch eine Ladung Kitsch mit rein.

Ein Live-Set ist wohl als nächstes geplant. Also im Auge behalten, die beiden.

Zab Dub Facebook / Soundcloud

Various Artists „Nachti Color“ (Nachtdigital)

Einmal im Jahr findet das Nachtdigital statt. Und seit drei Jahren kommt dazu auch eine Platte heraus. So auch 2013.

Zum 16. Mal schmeißt das Nachtdigital heute seine Soundsysteme an. Und sicherlich läuft früher oder später auch diese Platte. 2011 kam zum ersten Mal Vinyl aus Olganitz. Was damals wie eine fixe Idee im 10″-Format wirkte, scheint sich nun aber zu einer schönen Tradition zu entwickeln.

„Nachti Color“ heißt es 2013 und wieder sind zwei Künstler mit exklusiven Tracks dabei. Aus Jena Metaboman & Large M, aus Köln Barnt. Sehr verschieden klingen beide.

Während Metaboman mit „FDM“ eher seine aufgeräumte Seite zeigt – ohne Vocals, ohne großes House-Rumpeln – entlässt uns Barnt fünfzehn Minuten lang in einen Schwebezustand ohne Bassdrum. Getragen von dicken analogen Synth-Flächen. Ambient aus Krautrock-Perspektive.

Dieser Track strahlt eine ähnliche Freiheit aus, wie auch die Line-ups der letzten Jahre. Hier wird kuratiert, nicht einfach nur unterhalten. Für die dreitägigen Dancefloors und den Plattenschrank.

Schon die EP vom letzten Jahr stach mit den beiden Margot-Stücken heraus, die „Nacht Color“ setzt noch einen obendrauf. Auf dem Festival ist sie zu erwerben.

Sollten Restexemplare bleiben, sind die in ausgewählten Plattenläden zu finden – im ND-Online-Shop, Kann Store, Smallville oder Fat Plastics.

Nachtdigital Website

Tomika „Good People And Good Night“ (No Source)

Mal wieder eine EP, die eigentlich hier nicht unbedingt reinpasst. Doch Tomika webt elektronische Elemente in seine Indie-Balladen.

Tom Streller ist Tomika. Oder auch Tomklein. Singer/Songwriter ist er. Recht klassisch, und doch auch am Computer mit Samples spielend. So entstehen durchaus opulente Pop-Songs mit viel Wehmut und einigen eingestreuten Electronica-Elementen.

Eigentlich wäre Tomika auch etwas für unsere „Neues aus der Wolke“-Reihe gewesen. Doch dann kam vor zwei Tagen seine erste EP auf dem Netlabel No Source heraus. Ein Geheimtipp ist der Leipziger natürlich noch immer, trotz der „Good People And Good Night“-EP.

Und das besondere ist, dass er mit den vier Songs eine Melancholie und stille Dramatik aufbauen kann, wie ich sie bereits bei Sophia sehr mochte. Vielleicht sind es die Streicher oder die Stimme. Verspielter und lofi-esker klingt Tomika im direkten Vergleich aber.

Mit 14 Jahren begann er am Computer mit dem Musikmachen. Schmuse-Rock war das anfangs noch. Rock ist es jetzt nicht mehr. Und zum Schmusen ist es mittlerweile zu traurig.

Dass hier überhaupt einmal vom Schmusen die Rede sein würde, hätte ich auch nicht gedacht. Danke Tomika, vielmehr aber noch für die vier Songs.

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Various Artists „r:esoulate EP“ (Esoulate Music)

Esoulate kann ja in diesem Jahr sein 10-jähriges Bestehen feiern. Beim eigenen Label gibt es passend dazu die Katalognummer 10.

Freunde wurden eingeladen, um sich aus dem mittlerweile doch recht beachtlichen Katalog ihren Favoriten zu suchen. Zum Remixen. Mit dabei Mod.Civil, RDF – also Ron Deacon und Filburt –, Sené Ceanes, Lootbeg, Chris Manura und Metasound & Lucius14.

Unabhängig von den Originalen und gleich vorneweg: diese Zusammenstellung ist eine der stärkeren und schlüssigeren EPs von Esoulate.

Mod.Civils „Slight Screen“-Mix offenbart noch einmal, was es in deren längerer Pause alles zu vermissen gab. Dieser Spagat zwischen Wärme und Rauheit. Und RDF formen sich weiter mit ihrem Synth-Sessions-Sound, inklusive einer wirklich mächtigen Bassdrum.

Selbst Metasound & Lucius14 meiden das Lagerfeuer und gehen stattdessen auf den langsam und deep pluckernden House-Floor zurück. Lootbeg und Sené Ceanes nehmen sich beide einen Dsant-Track vor, wobei ich „Restless“ nirgendwo als Original finde. „American“ gewinnt hier, wohl auch, weil das Ausgangsstück schon so groß war.

Und Chris Manura? Er fällt klanglich aus dem Rahmen dieser Compilation. Seine „Ant Swing“-Version arbeitet mit einem ähnlich schwingenden Schub wie Marek Hemmann, der auch schnell mal ins Ravige entgleitet. Aber er nimmt dem Original die Albernheit, was auf jeden Fall ein Gewinn ist.

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Der Pwndtiac brummt

Fast zwei Jahre ist es her, dass Pwndtiac mit seiner „Horsepower EP“ erstmals aufhorchen ließ. Einige Remixe folgten, bald auch eine neue EP.

Neben der Rose Records-Bande und Filburts Label O’RS lebt auch Pwndtiac in Leipzig seine Liebe zur Disco-Euphorie offen aus. Allerdings mit noch deutlicherem Pop-Appeal und klanglicher Ausgefeilheit. Die Remixe der letzten Monate zeigen dies überdeutlich – unten zu hören. Auf eigene Tracks musste man jedoch länger warten.

„Can’t Stop Now“ ist nun der erste, viel versprechende Teaser aus einer EP, die demnächst auf dem Hamburger Label We Love This herauskommen soll. Als Free-Download sogar.

Auf We Love This veröffentlichten auch schon dem Label Good Guy Mikesh & Filburt eine EP. Weitere Remixe sind ebenso geplant. Der Pwndtiac brummt also schon in der Garage.

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