Neues aus der Wolke – Crooks + Lovers

Crooks + Lovers ist 16 Jahre und produziert noch gar nicht so lange. Doch da sind sechs umwerfend introvertierte Stücke bei Soundcloud. Ein klarer Fall für „Neues aus der Wolke“.

Wie soll ich anfangen? Eigentlich wollte ich das Alter von Saskia Hubert alias Crooks + Lovers weglassen, weil es so viel Aufmerksamkeit zieht. Und an sich spielt es auch gar nicht so eine große Rolle. Aber nun steht es doch da. Weil es eben doch auch eine Rolle spielt beim Hören. Eine zweite Ebene des Staunens quasi.

Neulich im Interview mit KC ging es ja bereits um die Versiertheit im Umgang mit elektronischer Musik von Jugendlichen heute. Crooks + Lovers ist ein passendes Beispiel dafür.

Ableton ist ihre Spielwiese in der eigene Aufnahmen gebündelt werden. Ein paar Klavier- und Schlagzeugstunden gab es vorher. Aber nicht nennenswert. Weitaus wichtiger waren die musikalischen Einflüsse, von denen Crooks + Lovers im späteren Kurz-Interview selbst erzählen wird.

Aber vorher noch kurz etwas zu den sechs Stücken: was für eine aufgeräumte Melancholie, was für ein Sound-Gespür, was für ein Understatement.

Wo bei manchen anderen Newcomern die Arrangements und Dramaturgien noch plastisch oder überladen klingen, findet Crooks + Lovers einen gelungenen Weg, mit nur wenigen Elementen eine sehr einnehmende Stimmung zu erzeugen. Und vor allem diese Reduktion auch durchzuhalten. Selbst wenn manche Stellen lang verharren.

Einen Wermutstropfen gibt es aber: Saskia Hubert möchte nach der Schule nach London zum Studieren. Deshalb hat sie bei Soundcloud neben Leipzig gleich London als Ort eingetragen.

Hier nun ihre knappen Antworten auf unsere fünf Wolke-Fragen.

Woher kommst du – lokal und künstlerisch?

Ich komme aus Leipzig. Künstlerisch habe ich bis jetzt noch gar keinen so langen Weg hinter mir, da ich das erst seit acht Monaten mache. Musikalisch prägt mich deshalb auch die Musik, die ich aktuell höre.

Was flasht dich musikalisch?

Ich fahre im Moment ziemlich auf Nicolas Jaar ab – vor allen auf seine DJ-Sets, die ich stundenlang höre. Und auch auf Mount Kimbie. Von denen habe ich auch meinen Namen Crooks + Lovers. Das ist der Titel ihres Debüt-Albums.

Entdeckt habe ich beide vor einem Jahr. Ich war ziemlich fasziniert, wie anders etwas klingen kann, so dass man auch versucht Harmonien zu finden, die einem nicht gleich vorgegeben sind und die man erst nach mehrmaligem Hören zwischen all den Synth- und Beat-Sounds wahrnimmt.

Apparat finde ich mit dieser niedrigen Schwelle zur Klassik wunderbar. Dazu kommt Jamie XX, der die Beats für The XX macht. An ihm begeistert mich wie emotional er die Tracks gestaltet.

Wo willst du mit deiner Musik hin – Lieblingshobby oder Stadion?

Es geht mir erstmal darum mit meiner Musik Leute zu erreichen. Und ich freue mich einfach, dass ich etwas gefunden habe, was ich verfolgen kann. Ich bin gespannt was in der Zukunft so kommt.

Dein größter Soundcloud/Youtube-Hit?

„When Fall Comes“ ist bis jetzt am besten gelaufen.

Dein persönlich größter Hit – und warum?

Ich mag „Beat“ sehr gerne, weil ich zu dem Zeitpunkt als ich den Track gemacht habe erstmals wirklich meine Pads entdeckt habe. Da ist alles auch sehr aus dem Gefühl heraus entstanden.

Aber mein aktueller Track „Vitalis“ passt sicher musikalisch am besten zu mir.

Crooks + Lovers Soundcloud
Alle Teile von „Neues aus der Wolke“

Parent breaks zwischendurch

Auf der aktuellen Dirt Crew-Compilation hat sich ein Filburt-Track eingeschlichen. Und mehr ist in Planung.

„Parent Breaks“ heißt der langsam mäandernde Track. Er ist auf der mittlerweile jährlich erscheinenden Sommer-Compilation-Reihe „Deep Love“ enthalten, die von der Dirt Crew zusammengestellt wird.

Mit einer gewissen abendlichen Melancholie schiebt sich Filburt zwischen den sonst sehr ausschweifenden House-Glamour der Compilation. Die Dirt Crew ist ja nicht gerade zimperlich mit großen Soul- und Arme-Hoch-Referenzen.

Seitdem sich Good Guy Mikesh und Filburt erstmal verstärkt auf eigene Projekte besinnen, sind von Filburt demnächst wohl noch mehr Solo-Tracks zu erwarten. Eine 7″ auf O*RS steht für Ende August an.

Filburt Facebook

Halbzeit und Ausblick

Erste Konzertnamen im Täubchenthal-Programm, Baubeginn im Institut für Zukunft, Schutz für die Distillery – ein kurzer Überblick zwischendurch.

Das Täubchenthal hat sein Außengelände ja bereits zweimal für Open Airs öffnen können. So langsam sickern nun auch die ersten Namen für den kommenden Herbst durch. Besonders der Oktober hat es in sich: Mouse On Mars, Pantha du Prince, DJ Shadow und ein Indoor-Festival mit When Saints Go Machine. Zwischendrin auch Erdmöbel, Puppetmastaz, Käptn Peng und PeterLicht.

Konzert-Entertainment auf hohem Niveau also. Mit bewährten und sicheren Künstlern. Möglicherweise dürfte es mit dem Täubchenthal inbesondere im Konzertbereich Bewegungen in Leipzig geben.

Im Kohlrabizirkus haben die Bauarbeiten derweil erst begonnen. Entkernen für das künftige Institut für Zukunft ist angesagt. Bei der Crowdfunding-Aktion für das Soundsystem sind indes nach zwei Monaten etwas mehr als die Hälfte der 30.000 Euro reingekommen.

Zugegeben: etwas zäh ist das schon, vielleicht weil drei Monate Buzz erzeugen dann doch schwierig ist. Nun bleiben noch rund drei Wochen für den Rest.

Die Liste an Spenden-Gimmicks ist noch einmal gewachsen – vorwiegend um Label-Pakete von Raster Noton, Semantica oder Vault Series. Aber auch die IfZ-Compilation ist nun vollständig mit 20 Tracks. Im November soll die Eröffnungsgala sein. Der Termin ist aber noch offen.

Und von den Neulingen im Club-Geschehen zum Schluss noch zu einem Urgestein: die Distillery hat bekanntlich Sorgen wegen der Bebauungspläne für das neue Viertel hinter dem Bayerischen Bahnhof.

Drei Parteien wollen im Stadtrat nun durchsetzen, dass die derzeitige Location bei den künftigen Planungen und Gesprächen mit der Deutschen Bahn und wahrscheinlich auch den Entwicklern mitbedacht wird.

Was das genau zu bedeuten hat und inwieweit sich daraus ein gewisser Schutz für die Distillery ergibt, bleibt aber noch völlig offen. Anfang September wird aber der Distillery-Film seine Premiere feiern. Zwischen dem 7. und 10. September führt das UT Connewitz den 102-minütigen Film auf.

Täubchenthal Website
Institut für Zukunft Website
Distillery Website

Workshop im Boiler Room

Ende Juli legten Kassem Mosse, Mix Mup, Lowtec und Even Tuell im Londoner Plattenladen Sounds Of The Universe auf. Und Boiler Room nahm es auf.

Webcam an, Musik an und los. Anderthalb Stunden Workshop Records-House im Random-DJing. Wie heißt das dann? Back-4-Back?

Auf jeden Fall haben sich alle vier permanent abgewechselt mit ihren Platten. Und dass nicht in einem Club, sondern zwischen Plattenregalen und mehr oder weniger zufällig reingestolperten Besuchern.

Zum kompletten Anschauen etwas dröge. Zum Hören aber schön ruhig. Daher gibt es auch nur den Stream – sogar als Download.

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Gerade entdeckt: Zab Dub

Da kam ein toller Tipp von It’s Yours rein: Zab Dub, ein Duo, das überaus soundversiert Dubstep in den Fokus nimmt.

Eigentlich wären Zab Dub auch wieder ein Kandidat für „Neues aus der Wolke“ gewesen. Doch da es bereits im Mai ein Interview mit den beiden in der It’s Yours-Radioshow gab – siehe unten der Mixcloud-Stream – kommt das Duo hier einfach so mit rein.

In vielen anderen Projekten und Genres waren Tobass und Synthikat bereits aktiv, erzählen sie. Beide arbeiten auch als klassische Studio-Produzenten für andere. Zab Dub ist ihr gemeinsames Feld. Und zwar eines, dass in Leipzig in Form von eigenen Tracks und EPs viel zu selten ans Tages- oder Club-Licht gelangt.

Zwei EPs zum Herunterladen haben Zab Dub via Soundcloud zusammengestellt. Letzte Woche erst kam „Hathor“, im Mai die „Magma“-EP. Und bei beiden mag ich die Unaufgeregtheit.

Sehr aufgeräumte, langsame, teils recht cleane Stücke an der electronica-orientierten Seite von Dubstep. Kompakt arrangiert und doch mit einer gewissen experimentellen Haltung. Okay, die orientalischen Einflüsse bringen auch eine Ladung Kitsch mit rein.

Ein Live-Set ist wohl als nächstes geplant. Also im Auge behalten, die beiden.

Zab Dub Facebook / Soundcloud

Various Artists „Nachti Color“ (Nachtdigital)

Einmal im Jahr findet das Nachtdigital statt. Und seit drei Jahren kommt dazu auch eine Platte heraus. So auch 2013.

Zum 16. Mal schmeißt das Nachtdigital heute seine Soundsysteme an. Und sicherlich läuft früher oder später auch diese Platte. 2011 kam zum ersten Mal Vinyl aus Olganitz. Was damals wie eine fixe Idee im 10″-Format wirkte, scheint sich nun aber zu einer schönen Tradition zu entwickeln.

„Nachti Color“ heißt es 2013 und wieder sind zwei Künstler mit exklusiven Tracks dabei. Aus Jena Metaboman & Large M, aus Köln Barnt. Sehr verschieden klingen beide.

Während Metaboman mit „FDM“ eher seine aufgeräumte Seite zeigt – ohne Vocals, ohne großes House-Rumpeln – entlässt uns Barnt fünfzehn Minuten lang in einen Schwebezustand ohne Bassdrum. Getragen von dicken analogen Synth-Flächen. Ambient aus Krautrock-Perspektive.

Dieser Track strahlt eine ähnliche Freiheit aus, wie auch die Line-ups der letzten Jahre. Hier wird kuratiert, nicht einfach nur unterhalten. Für die dreitägigen Dancefloors und den Plattenschrank.

Schon die EP vom letzten Jahr stach mit den beiden Margot-Stücken heraus, die „Nacht Color“ setzt noch einen obendrauf. Auf dem Festival ist sie zu erwerben.

Sollten Restexemplare bleiben, sind die in ausgewählten Plattenläden zu finden – im ND-Online-Shop, Kann Store, Smallville oder Fat Plastics.

Nachtdigital Website

Tomika „Good People And Good Night“ (No Source)

Mal wieder eine EP, die eigentlich hier nicht unbedingt reinpasst. Doch Tomika webt elektronische Elemente in seine Indie-Balladen.

Tom Streller ist Tomika. Oder auch Tomklein. Singer/Songwriter ist er. Recht klassisch, und doch auch am Computer mit Samples spielend. So entstehen durchaus opulente Pop-Songs mit viel Wehmut und einigen eingestreuten Electronica-Elementen.

Eigentlich wäre Tomika auch etwas für unsere „Neues aus der Wolke“-Reihe gewesen. Doch dann kam vor zwei Tagen seine erste EP auf dem Netlabel No Source heraus. Ein Geheimtipp ist der Leipziger natürlich noch immer, trotz der „Good People And Good Night“-EP.

Und das besondere ist, dass er mit den vier Songs eine Melancholie und stille Dramatik aufbauen kann, wie ich sie bereits bei Sophia sehr mochte. Vielleicht sind es die Streicher oder die Stimme. Verspielter und lofi-esker klingt Tomika im direkten Vergleich aber.

Mit 14 Jahren begann er am Computer mit dem Musikmachen. Schmuse-Rock war das anfangs noch. Rock ist es jetzt nicht mehr. Und zum Schmusen ist es mittlerweile zu traurig.

Dass hier überhaupt einmal vom Schmusen die Rede sein würde, hätte ich auch nicht gedacht. Danke Tomika, vielmehr aber noch für die vier Songs.

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Various Artists „r:esoulate EP“ (Esoulate Music)

Esoulate kann ja in diesem Jahr sein 10-jähriges Bestehen feiern. Beim eigenen Label gibt es passend dazu die Katalognummer 10.

Freunde wurden eingeladen, um sich aus dem mittlerweile doch recht beachtlichen Katalog ihren Favoriten zu suchen. Zum Remixen. Mit dabei Mod.Civil, RDF – also Ron Deacon und Filburt –, Sené Ceanes, Lootbeg, Chris Manura und Metasound & Lucius14.

Unabhängig von den Originalen und gleich vorneweg: diese Zusammenstellung ist eine der stärkeren und schlüssigeren EPs von Esoulate.

Mod.Civils „Slight Screen“-Mix offenbart noch einmal, was es in deren längerer Pause alles zu vermissen gab. Dieser Spagat zwischen Wärme und Rauheit. Und RDF formen sich weiter mit ihrem Synth-Sessions-Sound, inklusive einer wirklich mächtigen Bassdrum.

Selbst Metasound & Lucius14 meiden das Lagerfeuer und gehen stattdessen auf den langsam und deep pluckernden House-Floor zurück. Lootbeg und Sené Ceanes nehmen sich beide einen Dsant-Track vor, wobei ich „Restless“ nirgendwo als Original finde. „American“ gewinnt hier, wohl auch, weil das Ausgangsstück schon so groß war.

Und Chris Manura? Er fällt klanglich aus dem Rahmen dieser Compilation. Seine „Ant Swing“-Version arbeitet mit einem ähnlich schwingenden Schub wie Marek Hemmann, der auch schnell mal ins Ravige entgleitet. Aber er nimmt dem Original die Albernheit, was auf jeden Fall ein Gewinn ist.

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Der Pwndtiac brummt

Fast zwei Jahre ist es her, dass Pwndtiac mit seiner „Horsepower EP“ erstmals aufhorchen ließ. Einige Remixe folgten, bald auch eine neue EP.

Neben der Rose Records-Bande und Filburts Label O’RS lebt auch Pwndtiac in Leipzig seine Liebe zur Disco-Euphorie offen aus. Allerdings mit noch deutlicherem Pop-Appeal und klanglicher Ausgefeilheit. Die Remixe der letzten Monate zeigen dies überdeutlich – unten zu hören. Auf eigene Tracks musste man jedoch länger warten.

„Can’t Stop Now“ ist nun der erste, viel versprechende Teaser aus einer EP, die demnächst auf dem Hamburger Label We Love This herauskommen soll. Als Free-Download sogar.

Auf We Love This veröffentlichten auch schon dem Label Good Guy Mikesh & Filburt eine EP. Weitere Remixe sind ebenso geplant. Der Pwndtiac brummt also schon in der Garage.

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Luvless & Martin Hayes „Rose Cutz EP“ (Razor-N-Tape)

Die Rose Records-Liebe für die Disco- und Soul-Essenzen im House spricht sich langsam herum – bis nach Brooklyn.

Dort sitzt Razor-N-Tape. Wenn ich es richtig verstanden habe ein Edit-Label, das originale Soul und Disco-Elemente herauspickt und von verschiedenen Producern für den House-Floor modifiziert. Luvless und Martin Hayes waren nun an der Reihe und sie meistern es so, wie man es von Rose Records gewohnt ist.

Mit aufrichtigem Glamour und umarmenden Gesten. Luvless überwiegt mit drei Tracks. Er scheint ja den direktesten Draht zum klassischen Deep House zu haben. Denn bei Martin Hayes klingen die Zitate meist weitaus soul- und discogetränkter. Als ob Brooklyn direkt hinter dem Conne Island läge.

Man muss bei allen vier Stücken schon einen sehr freudigen Zugang zu Soul haben. Den habe ich nun nicht unbedingt.

Aber die Konsequenz und Detailverliebtheit der beiden fasziniert mich doch immer wieder. Mit der „Rose Cutz EP“ öffnet sich nebenbei der Rose Records-Rahmen weiter. Im Mai war ja M.ono schon auf einem französischen Label zu hören.

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Duktus „Stick And Move“ (Resistant Mindz)

Oh, Resistant Mindz wieder. Und wieder diese vertrackte Leichtigkeit. Duktus präsentiert neue Tracks. Auf Kassette.

„Dub Up“ hieß das wunderbar dubbig-schiebende Debüt von Duktus. Rund anderthalb Jahre liegt das zurück. Das „Stick And Move“-Tape ist eigentlich ein Album im Skizzenformat. Leicht ineinander gemixt hat Duktus fünfzehn eigene Tracks zusammengestellt, die perfekt in den Resistant Mindz-Vibe passen.

Und der lebt ja von dem Wagnis eine Ausgeglichenheit zu transportieren, die nie anbiedernd oder fad klingt. Auch Duktus legt sich in den Fluss und lässt sich mitnehmen – oder ist er selbst der Fluss?

Seine instrumentalen HipHop-Beat-Verästelungen bekommen durch die warmflächigen Synth-Chords ein abendliches Schimmern. Manchmal erinnern die Stücke an die skizzierte Poesie von Illustrationen.

Die A-Seite liegt mir einen Tick mehr, vielleicht weil sie etwas spleeniger ist. Aber eigentlich bleibe ich die gesamten 40 Minuten bei Duktus. Wer das Tapedeck längst zur Wertstoffhof gebracht hat, kann auch auf die digitale Variante via Bandcamp zurückgreifen. Ohne Knistern und Seite wechseln dann.

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Neues aus der Wolke – Perm

Weiter geht es mit den Neuentdeckungen aus der Cloud. Dieses Mal mit der großen Loop-Techno-Freude von Perm.

Als DJ ist Perm längst in der Stadt wahrnehmbar. Beim geplanten Institut für Zukunft-Club gehört er schon jetzt zu den Residents. Seit gut einem halben Jahr kursieren auch seine ersten eigenen Tracks bei Soundcloud. Und bei denen blieb ich von Anfang an der Reduktion und der Patina hängen.

Vielleicht weil ich die Referenzen in die Neunziger nicht im Detail kenne bzw. nicht selbst miterlebt habe. Aber hier zeigt sich einfach, was die Limitierung auf wenige Mittel noch immer für eine Faszination freisetzt.

Da passt auch die „Mini Royal 01“-Platte aus dem Winter rein, an der Perm im morgendlichen Übermut mit beteiligt war. Und dann ist noch RUS – Rainbow Unicorn Security –, ein weiteres Projekt an dem Perm mit arbeitet. Die Sound-Signaturen sind bereits sehr deutlich herauszuhören. Mehr nun hier im Interview-Teil.

Woher kommst du – lokal und künstlerisch?

Geboren bin ich in München. Vor drei Jahren bin ich dann von Augsburg nach Leipzig gezogen. Meinen ersten Kontakt zur Musik hatte ich im Kindergartenalter, da habe ich aber auch nur die Sachen, die bei meiner Mutter Zuhause liefen, gehört. Als kleiner Junge fand ich z.B. Genesis und Michael Jackson toll. Von der Zeit an wünschte ich mir selbst auch aktiv Musik zu machen.

Erst im Jugendlichenalter habe ich mich dann bewusst mit Musik auseinander gesetzt. Zu der Zeit interessierte mich vorwiegend für Punkrock  und da habe ich angefangen E-Bass zu spielen. Schnell kam ich da über Bands wie Crass oder Vorkriegsjungend zum Crustcore und Hardcore. In der Ecke blieb ich dann auch eine gute Weile.

Irgendwann habe ich dann – wie wahrscheinlich bei vielen – Autechre und Aphex Twin für mich entdeckt. Vorher habe ich elektronische Musik meist abgelehnt, was sich dann aber änderte. Techno und House fand ich anfangs eher langweilig. Das änderte sich aber nach ein paar Clubbesuchen.

Was flasht dich musikalisch?

Am meisten kann ich mich für reduzierte, loopige Tracks begeistern, wie z.B. von STL oder altes Sähkö-Zeug. Mich fasziniert es, wie viel Wirkung und Bewegung die Wiederholung eines einzelnen, oder auch nur halben Taktes auf mich haben kann. Mir können auch nicht so minimalistische Sachen gefallen. Da habe ich aber immer das Gefühl sie mir schnell „tot“ zu hören.

Wo willst du mit deiner Musik hin – Lieblingshobby oder Stadion?

Ich würde mich freuen, wenn ich irgendwann von der Musik leben könnte, möchte und kann damit aber nicht planen. Solange ich Freude an der Musik habe, werde ich auch welche machen.

Größter Soundcloud/Youtube-Hit?

Die meisten Klicks auf meiner Soundcloud-Seite hat „mk01error“. Auf Youtube ist es die Mini Royal MR01, die ich aber mit zwei Freunden produziert habe.

Dein persönlich größter Hit – und warum?

Von meinen eigenen Sachen gefällt mir eigentlich das Stück, an dem aktuell arbeite, am besten. Immer wenn ich mir meine schon fertigen Sachen anhöre, fallen mir Dinge auf, die ich jetzt anders machen würde.

Oder sie gefallen mir von der Idee her nicht mehr. Wenn ich eins von den fertigen aussuchen muss, dann ist es mein Beitrag zur IfZ-Crowdfunding-Compilation „ph16-1/1“. Da mag ich die Bassdrum.

Perm Facebook / Soundcloud
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