KW 25 – Samstag

Der Aktionstag #nurmitkultur findet heute statt.

„Für den 20. Juni 2020 planen die Netzwerke Leipzig+Kultur, Livekommbinat Leipzig, Kreatives Leipzig und die kulturellen Eigenbetriebe der Stadt einen Aktionstag in Leipzig, an dem sich alle Kultureinrichtungen/Veranstalter/Vereine/Clubszene und Künstler*innen beteiligen und auf ihre spezielle derzeitige Situation aufmerksam machen wollen! Die Aktion wird durch das Kulturdezernat der Stadt Leipzig und die Kulturbürgermeisterin unterstützt.

Geplant sind dezentrale Aktionen in den Kulturstätten und Clubs, bevor auf dem Augustusplatz eine gemeinsame Abschlussveranstaltung stattfinden soll.“

Zeitplan

16 – 17:30 Uhr – Aktionen in Stadtteilen, Kultureinrichtungen und Clubs

18:00 – Abschluss am Augustusplatz

Mehr Informationen findet ihr in der Facebook-Veranstaltung!

United For Equity – Melt The Pot

United For Equity bringt einen Soli-Sampler heraus, um die Black Lives Matter-Bewegung zu unterstützen. Mit dabei sind unter anderem Cressida, Francois X, Hadone, Héctor Oaks, Narciss, Schacke, Steffi und Xiorro. Die Macher*innen hinter dem Projekt positionieren sich mit einem Statement.

#Blackouttuesday

Erinnern wir uns kurz zurück – wir müssen nicht lange kramen, es sind nur knapp zwei Wochen: Mit dem #Blackouttesday wollte die Musikindustrie ein Zeichen gegen Rassismus und für die Unterstützung der Black Lives Matter-Proteste setzen. Unüberlegt und schadend war die Verwendung des Hashtags der Bewegung #blacklivesmatter. Instagram, Twitter und Facebook wurde statt mit Informationen rund um die Proteste, Gegenproteste, Polizeigewalt und Festnahmen bei Demonstrationen mit schwarzen Quadraten geflutet und der nutzbare Feed des Hashtags quasi zum Erliegen gebracht.

Schwarze Kachel ja, Spenden nein?

Kurz darauf wurde vor allem innerhalb von Instagram weiter Kritik geteilt, denn ungleich mehr schwarze Kacheln wurden gepostet als Unterschriften auf Petitionen oder Spenden eingingen. Ein schwarzes Quadrat posten – ja, ist okay. Den nächsten Schritt machen und versuchen der Schwarzen Community, NGOs und Bewegungsinitiator*innen wirklich zu helfen? Nicht so easy, dafür reichte der nach Außen publizierte Aktionismus offenbar nicht.

White Silence innerhalb der elektronischen Musikwelt

Künstler*innen, Labels und Clubs aus der Welt der elektronischen Musik solidarisierten sich teilweise mit Postings (über eine schwarze Kachel hinaus), Spenden(aufrufen) und dem Teilen von Informationen, teilweise blieben und bleiben sie stumm.

Die (sub-)kulturelle Szene um Techno, House, DnB, und Trap profitiert aber nicht nur grundsätzlich-andauernd von Schwarzer Musik, sie benennt dabei eben jene Ursprünge nicht, wäscht die Musikgeschichte weiß und positioniert sich nicht geschlossen solidarisch mit der Black Lives Matter-Bewegung oder zu Rassismuskritik.

Wer mit dem Posten einer schwarzen Kachel sein antirassistisches Engagement als „erledigt“ abhaken möchte, hat noch nicht einmal ansatzweise damit angefangen – ob als Label, Club, DJ, Künstler*in, Producer*in, Raver*in – das gilt gleichermaßen für alle.

United For Equity

United For Equity hat sich als Musikprojekt genau in diesem Spannungsfeld von Positionierung und Verantwortung formiert. Die Macher*innen hinter dem Projekt haben auf ihrem gerade erschienenen Digital-Release 31 Tracks von Producer*innen weltweit vereint. Der Release geht mit einem Statement zum Whitewashing der Musikgeschichte, weißen Privilegien, Allyship und einer 100%igen Spende aller Einnahmen an zwei Organisationen einher. Das Geld wird zu gleichen Teilen an The Bail Project und an Black Lives Matter gespendet.

Die Compilation mit 31 Tracks von U4E könnt ihr für 10 Euro (oder mehr) via Bandcamp kaufen.

U4E (Artwork von cm-dp)

Mit dabei sind Amal, Ascion, Ayarcana, Blue Hour, Buzzi, Cardopusher, CcC, Cressida, DJ Slugo, DJ T-1000, Drvsh, FBK, Francois X, Fred Terror, Hadone, Héctor Oaks, Indy Nyles, Julian Muller, Lonefront, Midnight Menace, Mrd, Narciss, Orlando Voorn, Plural, Randomer, Raär, Rove Ranger, Schacke, Steffi, Trudge und Xiorro.

Melt The Pot _ U4E

Please share, buy, donate.

Wer direkt spenden möchte: Hier (The Bail Project) und hier (Black Lives Matter) könnt ihr zum Beispiel via PayPal spenden.

KW 25 – Sonntag

Whoop whoop! Vinylbuffet is back!

Eeeeeeeeeendlich – unser liebster Plattenflohmarkt im Schnellbuffet Süd findet wieder statt! Und das heißt nicht nur Plattenflohmarkt im Schnelli, sondern auch, dass das Schnelli überhaupt am Sonntag offen hat!

Hard facts: diesen Sonntag, von 12 bis 17 Uhr, Eintritt frei, Plattenspieler zum Vorhören gibt’s auch.

„Ihr dürft bei Bier, Kaffee und Spirelli mit Gulasch stöbern, was das Zeug hält.“ Also: what are you waiting for? Viel Spaß.

KW 25 – Freitag

Dieses Stream-Wochenende ist für die PVC-Crew ein Besonderes.

Wir haben sie bereits in unserem Streaming-Guide vorgestellt und bei der Y-Kollektiv Reportage waren sie auch zu sehen: das PVC Kollektiv geht am Freitag und Sonntag mit ihrem 10. Stream-Wochenende an den Start.

Zu den Stubendiskos und Kaffeekränzchen gab es für jedes Wochenende eine neue Spendenaktion und diesmal wird für Save the Children in Jemen Geld gesammelt. Und es hat sich gelohnt, dass die Jungs und Mädels mit ihrem Programm zu Corona-Beginn so schnell waren: mit den letzten beiden Wochenenden konnten insgesamt bereits über 1000 Euro eingenommen werden. Mit einem Durchschnitt von ca. 200 Euro pro Wochenende ging das Geld zum Beispiel an Stand by Me Lesvos, Pro Asyl, Ciocia Basia, und viele mehr.

Zur 10. Ausgabe der Stubendisko sind übrigens drei IfZ-Residents am Start: fr.Jpla, Kikimike und S.ra sind zu Gast. Hier könnt ihr ab 20.15 Uhr einschalten und spenden.

Release, Release: Wellness002

Wellness Records haben ihre zweite Platte herausgebracht. Amy hat sie für euch rezensiert.

Wellness Records aus Leipzig haben letzte Woche ihre zweite Vinyl(-only)-Premiere feiern dürfen: die Wellness002 ist am 11. Juni erschienen.

Während die letzte Platte mit Künstler Mbius deutlich local gehalten wurde, ist diesmal jedoch Andrey Sorozhkin alias Matpri als internationaler Zusatz dazugekommen. Der russische Künstler ist – passenderweise – auf Micro-House fokussiert, hat 2017 selbst ein Vinyl-only Label gelaunched und konnte bereits auf Slowdy Mowdy und Hoarder Releases feiern. Für nun aber liegt der Fokus auf seiner Leipziger Präsenz.

Easy groover

– der erste Gedanke, der mir in den Kopf springt.

Obwohl der Artist aus St. Petersburg kommt, sind auf der Platte schwere UK-Einflüsse herauszuhören. Die verspielten, an Comics erinnernden Sounds und Samples sind zwar subtil eingefädelt worden, sie helfen den Tracks aber dabei, herauszustechen – so wie auf der A2 (Nlego – Chocolate Grinder & flore Remix), beispielsweise, bei der das Gesprochene immer mal wieder aus dem Hinter- in den Vordergrund und umgekehrt wechselt. Hierbei greift der Remix der A1 die Elemente auf, die dort zu kurz gekommen sind – eben wie solche Samples. Super schön gemacht. 

Matpri

Auch auf der B-Seite wird viel Liebe zum Detail bemerkbar. Ich habe es letztes Jahr bereits zu Mbius’ Ethernal-Release geschrieben, doch ich muss es auch hier nochmal aufgreifen: Diese Art von Musik strahlt eine Monotonie aus, die nicht langweilig wird. Und dieser Micro-House wird auf der richtigen Anlage zum Club-Banger: Das konnte die Crew um das Label letztes Jahr zum Release der 001 im Westbahnhof beweisen.

Um das Ganze nochmal zusammenzufassen: Ein sehr stabiles Ding für alle House- und Minimal-Lover, würde ich meinen. Drei Tunes von Matpri, ein Remix von Label-Betreiber Chocolate Grinder und Kumpel flore. Von vorne bis hinten all around smoothe Tracks, die sich problemlos in die Diskografie von Wellness Records einreihen und Leipzig an ein wenig mehr musikalischer Vielfalt gewinnen lassen. An Leichtigkeit kaum zu übertreffen. I like!

Reinhören könnt ihr hier und kaufen könnt ihr hier oder hier.

Spot on – Janthe

Im fünften Künstler*innenporträt stellen wir Janthe vor: talentierte DJ, Mitbegründerin vom Chelsea Hotel Kollektiv und Mitglied bei feat. Fem und G-Edit. Was sie sonst noch treibt, erfahrt ihr im Text.

„Liebe Emily, deine DJ-Superkraft ist meiner Meinung nach, dass du neben deinem tollen Sound auch andere Künstler*innen ganz unaufgeregt und ehrlich supportest. Du gibst ihnen Raum und Sichtbarkeit. Das ist ein großes Geschenk und Inspiration für viele!“ 

A defender of contemporary club sound: Emily alias Janthe durfte ich zum ersten Mal live erleben, nachdem ich ihre Sets hoch und runter gehört hatte und sie schon fast auswendig konnte. Ich hatte die Möglichkeit bekommen, sie für eine Party zu buchen. Ihre Gelassenheit hinter dem DJ Pult, ihre Selection, die Energie in ihrem Set – ich war gefesselt. Nun ist es an der Zeit, dass wir ihre Person und ihr Talent bei frohfroh vorstellen. 

Back to the roots 

Emily legt seit ungefähr zwei Jahren auf, erzählt sie mir bei unserem Interview. Sie macht aber nicht nur gute Musik – sie ist außerdem umringt von Projekten und aktiv feministisch in der Leipziger Clubkultur engagiert, als Mitbegründerin vom Veranstaltungskollektiv Chelsea Hotel und als Teammitglied bei feat. Fem und G-Edit.

Ursprünglich aus Cottbus kommend, ist Emily einige Male umgezogen, um dann schließlich vor sechs Jahren nach Leipzig zu kommen. Zur elektronischen Musik hatte sie immer einen groben Bezug, durch Jugendclubs oder Festivals zum Beispiel, aber durch ihren Freundeskreis wurde aus nur einem groben Bezug ein großes Interesse.

„Ich bin immer nur auf Partys gegangen, ohne mir zu denken, dass ich auch auflegen könnte. Nachdem ich in Leipzig von einem Freundeskreis umgeben war, in dem das viele Leute gemacht haben und ich es auch interessant fand, habe ich es mir zeigen lassen.“

2018, als sie ihre ersten Anläufe beim Auflegen feierte, nahm Judith van Waterkant Emily mit auf ein feat. Fem Treffen – „weil ich mich nicht getraut habe, dort alleine hinzugehen.“ Dort kristallisierten sich gerade Strukturen und Aufgabengruppen heraus. Emily, Judith, Carlotta Jacobi und Lou alias illousion taten sich unter anderem zusammen und bilden seitdem die Crew hinter dem feat. Fem Podcast auf SoundCloud. Das Zitat am Anfang des Porträts stammt aus dem Text, den Judith für ihre Ausgabe des Podcasts über Emily schrieb.

Tatendrang

Judith schreibt außerdem über Emily, dass sie „neben G-Edit zu einer der angenehmsten Crews in Leipzig [gehört], mit denen ich veranstaltet habe: Chelsea Hotel“. Die Leipziger Version dieses Ortes umfasst aber weitaus mehr, als nur Boutiquen, Schlafplätze und Galerien – und sie ist überhaupt gar nicht nur auf einen Ort bezogen. 

Die erste Chelsea Hotel-Veranstaltung fand vor über zwei Jahren zu Emilys Geburtstag in einer Off-Location im Leipziger Osten statt, wo sie b2b mit Ninze als DJ Team Action Service das erste Mal so richtig vor einer Crowd auflegen konnte. Im August 2018 folgte die erste IfZ-Veranstaltung zur CHANNEL, anschließend dann drei Kollaborationen mit der Petrola-Crew im So&So und mjut. Auch in anderen Off-Locations, im Leipziger Westen zum Beispiel, fanden Chelsea Hotel Veranstaltungen statt.

Foto von Nina Koellner

Den Namen bekam das Projekt, weil der Ort in New York für die Gruppe einfach spannend war, und was die Crew jetzt aus dem Projekt gemacht hat, ist genau das: spannend. „Dadurch, dass wir das Hotel-Thema immer kreativ aufgreifen können, haben wir immer geile Deko realisieren können“ – so gab es bisher auf Veranstaltungen mal eine Rezeption oder Lobby im Club, als Garderobenmarken Zimmerschlüssel mit Zimmernummern. Im ebenfalls eigenen Podcast gibt es vor jedem Mix eine Fahrstuhl-Ansage, in welche Etage es nun gehen soll. Abgerundet wird das Ganze mit einem souveränen Design, verwirklicht durch zwei Teammitglieder. Solche Details machen viel aus.

Und: während die New Yorker Version des Hotels zwölf Stockwerke umfasst, ist der Chelsea Hotel Podcast im wahrsten Sinne mit seiner bereits dreizehnten Folge durch die Decke gegangen. „Ich finde, durch den Podcast haben wir nochmal unserem Sound eine Identität geben können“ sagt Emily. Dieser Sound ist meist laid back und stark fokussiert auf

alles, was House anbelangt. 

Female focus

Für zwei von drei Kollektiven, bei denen Emily mitwirkt, liegt der Arbeitsschwerpunkt darauf, weibliche Artists zu pushen und feministische Perspektiven und Herausforderungen in der Clubkultur sichtbarer zu machen. Feat. Fem und G-Edit nahmen in Leipzig bei diesen Themen in den letzten Jahren eine Vorreiterrolle ein. Unter den Projekten, die Emily gerade gerne selbst aufmerksam verfolgt, zählen die nice 4 what Crew und die female* Ableton User Group im IfZ. 

In den letzten Monaten aber lag der Fokus innerhalb der Subkultur auf einem anderen Thema: Corona. Natürlich ist auch Emily nicht verschont geblieben, für sie sind Slots auf dem zeitraum Festival oder im ://about blank verloren gegangen. Aber: „Ich finde es cool, was hier so an Arbeit reingesteckt wird, auch zu sehen, dass es genug Unterstützung innerhalb der Stadt gibt, wenn so eine Krise die Szene trifft. Es werden trotzdem Mittel und Wege gefunden um das zu supporten und seine Verbundenheit auszudrücken.“

Ich frage trotzdem, ob es für Emily etwas gibt, von dem sie sich wünscht, dass es sich nach der Krise ändert. Aber im Gegenteil: „Es wäre schön, wenn nicht vergessen wird, was vorher war. Dass nicht nur, weil alle Clubs zu haben und gerade nur gestreamed wird, politische Themen unter den Tisch fallen.“ Sie hofft, dass weiterhin auf Diverstität geachtet wird und betont dass all-male, all-white Lineups nicht mehr zeitgemäß sind.

Hier und Jetzt

Gerade, meint Emily, steht für sie im Zuge der aktuellen Situation nichts konkretes an. Aber an ihre bisherigen DJ-Highlights erinnert sie sich trotzdem gerne zurück – sie nennt, wie auch schon DJ Team Kevin Kuranyi in ihrem frohfroh-Porträt, die Steele-Bühne auf dem Feel Festival als einen ihrer schönsten Gigs. Und „überhaupt erstmal nach Berlin gebucht zu werden, oder der erste Auftritt im ://about blank, das war krass.“

Die Zeit, die es momentan zum Nachdenken gibt, wird angemessen genutzt. Emily hat sich mit ihrer Podcast-Kollegin Carlotta Jacobi zusammengetan, über die wir eben unser letztes Künstlerinnenporträt geschrieben haben, und gemeinsam forschen die beiden qualitativ darüber, welche Zugangsschwierigkeiten es für Frauen in der Musikproduktion gibt. „Es gibt in Leipzig mittlerweile sehr viele Frauen, die auflegen, aber in der Produktion gibt es ein krasses Ungleichgewicht. Uns interessiert, warum das so ist.“

Zum Abschluss unseres Interviews möchte ich von Emily wissen, wie sie ihre eigenen Sets selbst einschätzt – eine Frage, die ihre DJ-Kollegin Judith van Waterkant bereits ins Schwanken gebracht hat. Durch die jetzige Situation ist die Frage aber ein wenig nuancierter geworden: „Das finde ich gerade ganz spannend, dadurch, dass man gerade keine Club-Sets mehr vorbereiten muss. Wenn man Musik diggt, wie kommt die rüber? Wie verändert sich der Sound? Ich finde es spannend, das im Digging-Verhalten zu beobachten, nicht mehr im Hinterkopf zu haben, was man gut im Club oder nicht spielen könnte. Aber sonst – ‘ne geile Acid-Line, schön bouncy, breaky.

Dass es geil nach vorne geht.

Es ist schwer das zu beschreiben, ohne ‘ne blöde Metapher zu verwenden.“ WORD!

Janthe X frohfroh

In dem Moment, in dem ich Janthes Mix für unsere Reihe zum ersten Mal höre, bekomme ich Flashbacks zu dem Moment, als ich das erste Mal auf ihr SoundCloud-Profil gestoßen bin. Ihr Sound ist frisch und clean geblieben, das Set steigert und steigert sich. Einfach nur killer – dafür lassen sich keine Metaphern finden.

Janthes Sound ist, wie bereits erwähnt, vor allem zeitgenössisch – und deshalb habe ich sie gebeten, mir drei ihrer momentanen Lieblingsreleases vorzustellen. Diese drei hat sie ausgewählt:

  • Klein/Melchner – Critical Mass EP (Blank State) 
  • V.A. – Viral Syndicate Vol. 3 (Haŵs) 
  • Roza Terenzi – Modern Bliss (Planet Euphorique)

Und nun, without further ado: Janthes Spot on Mix, der exklusiv für uns aufgenommen wurde. Danke dafür und hoffentlich bis bald auf den Dancefloors unserer Stadt. <3


Demo-Wochenende in Leipzig

Es ist Zeit, laut zu sein. Laut gegen Rassismus. BIPoC erleben Rassismus jeden Tag. Und weiße Menschen profitieren jeden Tag von Rassismus. Jeden. Tag. Sind wir uns dessen bewusst? Informieren wir uns über Rassismus und Rassismuskritik? Nein. Können wir das ändern? Ja.

Wir müssen uns nur dafür entscheiden. Eine Entscheidungsfreiheit, die ein Privileg darstellt. BIPoC (Black Indigenous People of Colour) können sich nicht dafür oder dagegen entscheiden, mit rassistischem Hass und Gewalt konfrontiert und angegriffen zu werden.

Was können wir, als weiße Menschen, jetzt gerade tun?

Wir müssen vor allem zuhören – und zwar Betroffenen, wenn sie uns an ihren Erfahrungen und ihrem Wissen teilhaben lassen möchten. Dabei darf nicht verlangen werden, dass sie uns rassistische Strukturen in unserer Gesellschaft oder unser eigenes rassistisches Verhalten erklären.

Wir alle können das Internet benutzen, in den letzten Monaten haben wir uns gegenseitig bewiesen, wie gut wir das können… Streaming, Twitch, Crowdfunding, alles kein Problem. Also, werft Spotify und Instagram an, um schnell an Informationen zu kommen. Bei dieser „Gelegenheit“ wird uns auch das Whitewashing in der Musikgeschichte über den Weg laufen, auch und gerade im Techno.

Denn Techno stammt aus der Schwarzen Community, wird aber heute als weiß betrachtet. Sarah Farina, die wir gerade im letzten Monat hier bei frohfroh interviewen durften, sprach genau dieses Thema an.

Sarah Farina hat übrigens hier eine Liste mir Recherche-Ressourcen auf Deutsch zusammengestellt – Danke dafür!

Bei Spotify könnt ihr zum Beispiel das Buch Exit Racism von Tupoka Ogette hören. Das kann ein erster Schritt sein. Weitere Tipps: Beteiligt euch an Petitionen, teilt Inhalte in euren Netzwerken, sprecht darüber, was gerade los ist und wer kann, spendet.

How to be an Ally?

Was ich versucht habe, in einzelnen Fragmenten aufzuschreiben, lest ihr hier als Basic-Sheet mit mehr Input, Links und Bildungsangeboten. Das Sheet stammt von Juliane Kriebitz (@ama_carla). Danke!

Protestwochenende am Samstag, 6.6. und Sonntag, 7.6.

Was können wir am Wochenende tun, um laut gegen Rassismus zu sein? Wir gehen zur Demo! Packt an, seid Allys, teilt Informationen via Facebook und Instagram, geht zusammen, fragt euren Bekanntenkreis, ob sie euch zur Demo begleiten. Für Clubkultur konnten wir 1a demonstrieren, das haben wir gezeigt. Mehrfach. Es steht also außer Frage, dass wir auch an diesem Wochenende gemeinsam demonstrieren.

Samstag

Grafik von Anja Kaiser

Die Demo Stand Up_Speak Up_Show Up ist eine Demo organisiert von @series_be. Start ist um 14.00 Uhr am Augustusplatz (Opernseite).

Bringt Transparente, Schilder und was euch sonst einfällt, mit. Achtet darauf, auch wenn ihr (schließe mich hier übrigens mit ein!) ‚es‘ seit Restaurants, Bars und Geschäfte wieder geöffnet haben, mitunter nicht mehr so genau nehmt, Abstände einzuhalten. But: Corona is still out there. Gefährdet also keine anderen Menschen und haltet euch an die üblichen Vorschriften: Hände waschen, Abstand (1 1/2 Meter) einhalten und tragt eine Mund-Nase-Bedeckung.

Die Route geht durch die Stadt und endet am Wilhelm-Leuschner-Platz. Mehr Informationen gibt es bei Facebook und Instagram.

Sonntag

via Facebook / Instagram

Black Lives Matter Demo // 13 Uhr // Willi-Brandt-Platz/Hauptbahnhof.

Das schreiben die Organisator*innen in der Veranstaltung:

George Floyd wurde von Polizisten ermordet.

Seine Geschichte ist kein Einzelfall. Er ist einer von vielen. Die Behörden die vorgeben für Sicherheit und Frieden zu sorgen, sind für uns eine Gefahr.

Viele Menschen in Minneapolis und anderen US- amerikanischen Städten sind nicht länger bereit diese Gefahr in Kauf zu nehmen und protestieren. Sie zeigen, dass Rassismus nur eine Antwort kennt: Kämpferische Entschlossenheit und Solidarität — und zwar solange bis wir gehört werden und solange bis die rassistischen Strukturen in Behörden und überall in der Gesellschaft überwunden sind.

Dass das kein leichter Kampf wird, beweist der mächtigste Mann der Welt. Der US-Präsident hetzt Seite an Seite mit white suprememacists und anderen Faschos gegen die Protestierenden und ruft die Sicherheitsbehörden zu weiterer Gewalt auf.

Diese gehorchen: Sie schießen mit Gummigeschossen und Elektrowaffen auf friedliche Demonstrant*innen, benutzen Tränengas oder fahren mit Autos in Menschenmengen.

Institutioneller Rassismus ist aber nicht nur ein US-amerikanisches Problem.

In Deutschland konnte der NSU jahrelang unterstützt durch den Verfassungschutz morden. In Frankfurt schickten Polizist*innen Drohbriefe an eine NSU-Nebenklagevertreterin und immer wieder töten Polizist*innen aus rassistischen Motiven. Gerechtigkeit können Betroffene nur in den seltensten Fällen erwarten. Ein internationales Problem, verlangt eine internationale Antwort.

Wir gehen am 7.06. um 13 Uhr auf die Straße. Zeigt auch ihr eure Solidarität und schließt euch uns an!

Obwohl keine Organisation für die Demo verantwortlich ist sind wir eine Koalition von Menschen aus der Initiatve Schwarzer Menschen in Deutschland, Migrantifa Leipzig und BIPOC Leipzig die weiße Stille, Polizeigewalt und die systeme von Rassismus und white supremacy in unserer Gesellschaft nicht mehr akzeptieren wollen.

Alle Infos dazu gibt es bei Facebook.

Es wird sicherlich noch mehr Proteste und Demonstrationen an diesem Wochenende geben. Schreibt sie hier in die Kommentare!

Headerbild (oben) von fragmentiert.

KW 23 – Sonntag

Das schreiben die Organisator*innen der Demo am Sonntag in der Veranstaltung:

George Floyd wurde von Polizisten ermordet.

Seine Geschichte ist kein Einzelfall. Er ist einer von vielen. Die Behörden die vorgeben für Sicherheit und Frieden zu sorgen, sind für uns eine Gefahr.

Viele Menschen in Minneapolis und anderen US- amerikanischen Städten sind nicht länger bereit diese Gefahr in Kauf zu nehmen und protestieren. Sie zeigen, dass Rassismus nur eine Antwort kennt: Kämpferische Entschlossenheit und Solidarität — und zwar solange bis wir gehört werden und solange bis die rassistischen Strukturen in Behörden und überall in der Gesellschaft überwunden sind.

Dass das kein leichter Kampf wird, beweist der mächtigste Mann der Welt. Der US-Präsident hetzt Seite an Seite mit white suprememacists und anderen Faschos gegen die Protestierenden und ruft die Sicherheitsbehörden zu weiterer Gewalt auf.

Diese gehorchen: Sie schießen mit Gummigeschossen und Elektrowaffen auf friedliche Demonstrant*innen, benutzen Tränengas oder fahren mit Autos in Menschenmengen.

Institutioneller Rassismus ist aber nicht nur ein US-amerikanisches Problem.

In Deutschland konnte der NSU jahrelang unterstützt durch den Verfassungschutz morden. In Frankfurt schickten Polizist*innen Drohbriefe an eine NSU-Nebenklagevertreterin und immer wieder töten Polizist*innen aus rassistischen Motiven. Gerechtigkeit können Betroffene nur in den seltensten Fällen erwarten. Ein internationales Problem, verlangt eine internationale Antwort.

Wir gehen am 07.06. um 13 Uhr auf die Straße. Zeigt auch ihr eure Solidarität und schließt euch uns an!

Obwohl keine Organisation für die Demo verantwortlich ist sind wir eine Koalition von Menschen aus der Initiatve Schwarzer Menschen in Deutschland, Migrantifa Leipzig und BIPOC Leipzig die weiße Stille, Polizeigewalt und die systeme von Rassismus und white supremacy in unserer Gesellschaft nicht mehr akzeptieren wollen.

Alle Infos dazu gibt es bei Facebook.

Es wird sicherlich noch mehr Proteste und Demonstrationen an diesem Wochenende geben. Schreibt sie hier in die Kommentare!

KW 23 – Samstag

Es ist Zeit, laut zu sein. Laut gegen Rassismus. BIPoC erleben Rassismus jeden Tag. Und weiße Menschen profitieren jeden Tag von Rassismus. Jeden. Tag. Sind wir uns dessen bewusst? Informieren wir uns über Rassismus und Rassismuskritik? Nein. Können wir das ändern? Ja.

Wir müssen uns nur dafür entscheiden. Eine Entscheidungsfreiheit, die ein Privileg darstellt. BIPoC (Black Indigenous People of Colour) können sich nicht dafür oder dagegen entscheiden, mit rassistischem Hass und Gewalt konfrontiert und angegriffen zu werden.

Was können wir, als weiße Menschen, jetzt gerade tun?

Wir müssen vor allem zuhören – und zwar Betroffenen, wenn sie uns an ihren Erfahrungen und ihrem Wissen teilhaben lassen möchten. Dabei darf nicht verlangen werden, dass sie uns rassistische Strukturen in unserer Gesellschaft oder unser eigenes rassistisches Verhalten erklären.

Wir alle können das Internet benutzen, in den letzten Monaten haben wir uns gegenseitig bewiesen, wie gut wir das können… Streaming, Twitch, Crowdfunding, alles kein Problem. Also, werft Spotify und Instagram an, um schnell an Informationen zu kommen. Bei dieser „Gelegenheit“ wird uns auch das Whitewashing in der Musikgeschichte über den Weg laufen, auch und gerade im Techno. Denn Techno stammt aus der Schwarzen Community, wird aber heute als weiß betrachtet. Sarah Farina, die wir gerade im letzten Monat hier bei frohfroh interviewen durften, sprach genau dieses Thema an.

Sarah Farina hat übrigens hier eine Liste mir Recherche-Ressourcen auf Deutsch zusammengestellt – Danke dafür!

Bei Spotify könnt ihr zum Beispiel das Buch Exit Racism von Tupoka Ogette hören. Das kann ein erster Schritt sein. Weitere Tipps: Beteiligt euch an Petitionen, teilt Inhalte in euren Netzwerken, sprecht darüber, was gerade los ist und wer kann, spendet.

How to be an Ally?

Was ich versucht habe, in einzelnen Fragmenten aufzuschreiben, lest ihr hier als Basic-Sheet mit mehr Input, Links und Bildungsangeboten. Das Sheet stammt von Juliane Kriebitz (@ama_carla). Danke dafür!

Protestwochenende am Samstag, 6.6. und Sonntag, 7.6.

Was können wir am Wochenende tun, um laut gegen Rassismus zu sein? Wir gehen zur Demo! Packt an, seid Allys, teilt Informationen via Facebook und Instagram, geht zusammen, fragt euren Bekanntenkreis, ob sie euch zur Demo begleiten. Für Clubkultur konnten wir 1a demonstrieren, das haben wir gezeigt. Mehrfach. Es steht also außer Frage, dass wir auch an diesem Wochenende gemeinsam demonstrieren.

Samstag

Grafik von Anja Kaiser

Die Demo Stand Up_Speak Up_Show Up ist eine Demo organisiert von @series_be. Start ist um 14.00 Uhr am Augustusplatz (Opernseite).

Bringt Transparente, Schilder und was euch sonst einfällt, mit. Achtet darauf, auch wenn ihr (schließe mich hier übrigens mit ein!) ‚es‘ seit Restaurants, Bars und Geschäfte wieder geöffnet haben, mitunter nicht mehr so genau nehmt, Abstände einzuhalten. But: Corona is still out there. Gefährdet also keine anderen Menschen und haltet euch an die üblichen Vorschriften: Hände waschen, Abstand (1 1/2 Meter) einhalten und tragt eine Mund-Nase-Bedeckung.

Die Route geht durch die Stadt und endet am Wilhelm-Leuschner-Platz.

Sonntag

via Facebook / Instagram

Black Lives Matter Demo // 13 Uhr // Willi-Brandt-Platz/Hauptbahnhof.

Das schreiben die Organisator*innen in der Veranstaltung:

George Floyd wurde von Polizisten ermordet.

Seine Geschichte ist kein Einzelfall. Er ist einer von vielen. Die Behörden die vorgeben für Sicherheit und Frieden zu sorgen, sind für uns eine Gefahr.

Viele Menschen in Minneapolis und anderen US- amerikanischen Städten sind nicht länger bereit diese Gefahr in Kauf zu nehmen und protestieren. Sie zeigen, dass Rassismus nur eine Antwort kennt: Kämpferische Entschlossenheit und Solidarität — und zwar solange bis wir gehört werden und solange bis die rassistischen Strukturen in Behörden und überall in der Gesellschaft überwunden sind.

Dass das kein leichter Kampf wird, beweist der mächtigste Mann der Welt. Der US-Präsident hetzt Seite an Seite mit white suprememacists und anderen Faschos gegen die Protestierenden und ruft die Sicherheitsbehörden zu weiterer Gewalt auf.

Diese gehorchen: Sie schießen mit Gummigeschossen und Elektrowaffen auf friedliche Demonstrant*innen, benutzen Tränengas oder fahren mit Autos in Menschenmengen.

Institutioneller Rassismus ist aber nicht nur ein US-amerikanisches Problem.

In Deutschland konnte der NSU jahrelang unterstützt durch den Verfassungschutz morden. In Frankfurt schickten Polizist*innen Drohbriefe an eine NSU-Nebenklagevertreterin und immer wieder töten Polizist*innen aus rassistischen Motiven. Gerechtigkeit können Betroffene nur in den seltensten Fällen erwarten. Ein internationales Problem, verlangt eine internationale Antwort.

Wir gehen am 07.06. um 13 Uhr auf die Straße. Zeigt auch ihr eure Solidarität und schließt euch uns an!

Obwohl keine Organisation für die Demo verantwortlich ist sind wir eine Koalition von Menschen aus der Initiatve Schwarzer Menschen in Deutschland, Migrantifa Leipzig und BIPOC Leipzig die weiße Stille, Polizeigewalt und die systeme von Rassismus und white supremacy in unserer Gesellschaft nicht mehr akzeptieren wollen.

Alle Infos dazu gibt es bei Facebook.

Es wird sicherlich noch mehr Proteste und Demonstrationen an diesem Wochenende geben. Schreibt sie hier in die Kommentare!

Abtauchen mit U+00C5

Ah, beinahe hätte ich hier einen „Neu entdeckt“-Text über U+00C5 geschrieben. Aber eine Neuentdeckung ist der Producer aus Leipzig gar nicht. Er heißt nur jetzt anders.

Vor drei Jahren haben wir ælxandr vorgestellt – tatsächlich in unserer „Neu entdeckt“-Rubrik. Friederike schrieb damals: „Was im ersten Moment klar und straight erscheint, entfaltet sich wie ein filigraner Flügelschlag – schwebend und mehrdeutig. Abgestimmt in feinen Nuancen passiert genau so viel wie nötig, genau so viel, wie Monotonie keine Langeweile bedingt.“

Und dieser ælxandr produziert mittlerweile als U+00C5 ähnlich deep gleitende, hypnotische Techno-Tracks. Dazu gibt es mit Åmethyst noch einen weiteren Alias, bei dem es aber um Dark Ambient und Drones geht.

U+00C5 ist nun ein Thema für uns, weil er vor Kurzem eine wirklich gute EP auf dem Londoner Label Catch Recordings veröffentlicht hat. Darauf sind vier Tracks (plus ein Digital Bonus), die mich direkt in einen Hörtunnel ziehen. Sofortiger Sog, sofortiges Einnehmen und Abtauchen. Irgendwoanders wieder ankommen. U+00C5 beherrscht nahezu perfekt die Balance zwischen trippiger Verspultheit, subtilem Druck und einem Wechselspiel aus dunklen und gleisenden Sounds.

Ich kann hier nicht mal einen Track hervorheben, weil sie alle für sich und im Gesamten genau richtig abgestimmt sind. Deep Techno at it’s best. U+00C5 hat übrigens auch schon zwei eigene Bandcamp-EPs veröffentlicht – die sollten gleich mitgehört werden.

VAK01 Soli-Sampler

Der VAK01 Sampler wurde in den letzten Wochen durch eine Aktionsgruppe innerhalb der VAK auf die Beine gestellt. Denn für die freie Szene gibt es bisher keine Corona-Förderungen oder Spendenaktionen. Kathi Groll hat sich den Sampler für euch angehört.

In einem unserer Talk Talk-Podcasts stellten wir euch bereits VAK vor. Fritz und Fabian erzählen darin, wie es zum Zusammenschluss Leipziger Veranstaltungskollektive kam und welche Projekte gemeinsam angegangen werden.

Da das Interview vor Corona stattfand, waren Tanzverbot oder finanzielle Nöte noch kein Thema. Die Idee und Umsetzung der VAK01 ist erst in den letzten Wochen entstanden und organisiert worden. Und ein Beweis dafür, dass in der jetzigen Zeit auch gute Dinge entstehen!

14 Tracks von 14 neuen Künstler*innen

Der Sampler liegt für euch bei Bandcamp bereit und 14 Künstler*innen haben Tracks geliefert. Schon jetzt wird darüber nachgedacht, weitere solcher Soli-Ausgaben zu veröffentlichen. Denn wann und ob sich wieder eine Normalität für die freie Szene einstellt, kann weiterhin niemand vorhersagen.

Bis dahin genießen wir die VAK01, die mit vielen Künstler*innen überzeugt, die ihr mit dem Release vermutlich neu entdecken werdet. Der Soli-Sampler ist eine tolle Möglichkeit, ein wenig Werkschau für die Leipziger Kollektive zu betreiben, gleichzeitig ist er aber auch für die Mitwirkenden von VAK selbst ein Projekt, das noch mehr zusammengeschweißt hat.

Denn: Die Arbeit für die freie Szene geht weiter, gerade jetzt! Auch wenn wir noch nicht auf Open Airs tanzen dürfen oder in Ladenprojekten beim Bierchen über Utopien philosophieren… Leider!

Wer noch mehr Hardfacts über den Zusammenschluss der Leipziger Kollektive erfahren möchte, schaut euch am besten die neue VAK-Website an.

Rezension

One For Jack

Mein persönlicher Favorit des Samplers ist „One For Jack“ und kommt von Jay Magnum von der Schlappendisco. Mir war der Name bisher unbekannt und ich liebe die Leichtigkeit des Tracks.

Die Sonne der letzten Wochen, oder zumindest eine große Portion Optimismus, ist in diesem Track zu hören. Und wenn wir schon nicht auf der Wiese gemeinsam tanzen können, liefert der Track wenigstens die perfekte Untermalung für die nächste Laufrunde durch den Volkspark Kleinzschocher.

Versuch (Sayes und trans_mitter)

Auch VAK selbst haben mir ein besonders Highlight genannt! Nämlich „Versuch“ von Sayes und trans_mitter. Der Genremix aus Rap, Trap und steckengebliebenem D’n’B hat die Aktionsgruppe für den Sampler direkt gecatcht und musikalisch eine willkommene Abwechslung beschert.

Auch mit seiner garstigen Ehrlichkeit fällt „Versuch“ auf: Während die musikalische Kulisse zwischen optimistischen Percussion-Kaskaden und kathedralenartig wehenden Hallfahnen kippt, rappt Sayes vom langsamen Abrutschen in miese Depris inmitten einer nihilistischen Partyszene.

Well done!

Connwax 07 + 08

Hier kommt eine kleine Ergänzung zu unserem „Spot On“-Porträt von Carlotta Jacobi – und zwar die letzten beiden Connwax-Platten.

Wer es noch nicht gelesen hat, sollte das Porträt mit Podcast mit ihr schnell nachholen. Dort steht auch, dass Jacobi Teil der Connwax-Crew ist, die ja bereits seit längerer Zeit eine feste Label-Adresse für unterschiedliche Techno-Nuancen ist.

Oliver Rosemann „Connwax 07“

Im letzten Herbst gab es ein Leipziger Heimspiel mit Oliver Rosemann – einem Producer, der sich der schrofferen Seite des Techno widmet. Auch auf der „Connwax 07“ entfaltet Rosemann seinen super treibenden und ungebändigt-dystopischen Sound. Immer nah am Anstrengenden, aber voll drin im Strobo-Gewitter.

Er bleibt damit seinem musikalischen Rahmen treu, auf gewohnt hohem Niveau. „Realm“ ist mein Hit dieser EP – einfach nice, wie die Bassdrum im Hintergrund kickt und vorn wirre kristalline Synths umherflirren.

Ach ja, Pfirter, ein durchaus großer Act aus Argentinien steuert hier einen Remix bei, der den Rosemann-Sound die Kanten nimmt und mehr auf klare Funktion trimmt. Okay.

Various Artists „Connwax 08“

Die „Connwax 08“ folgte im März und vereint jeweils zwei Tracks von Jeff Rushin aus Amsterdam und Irakli aus Berlin. Und hier stechen für mich zwei Tracks sofort heraus: „Spacing In Between“ wird seinem Titel auf wunderbare Weise gerecht. Denn er schwebt so deep, loopy und straight zugleich durch die Welt, dass ich gar nicht mehr aussteigen mag.

Iraklis „Charged“ trägt eine ähnliche Wehmut in sich, die besonders in der zweiten Hälfte hervorkommt. Mit den tiefer liegenden Harmonien entwächst hier ein starker Heart-Opener-Track, der zu später Stunde einer Clubnacht nochmal einige Energie wachrütteln dürfte.

Die anderen beiden Tracks sind deutlich kantiger. Weniger melodisch, dafür darker und introvertierter. Im Zusammenspiel gefällt mir die „08“ dann doch mehr.