Crssspace „Ghostloops“

Crssspace ist uns allen bestimmt auf der tollen OverDubClub-Compilation aufgefallen. Klammheimlich hat er dieses Jahr aber auch ein eigenes digitales Beat-Tape veröffentlicht. Und: „Ghostloops“ ist nicht das erste. Drei Vorgänger gab es bereits 2014 auf Bandcamp.

Vielleicht erinnert ihr euch an die Frage, wie Duktus wohl klingen würde, wenn seine Beats von Übernächtigung, Kopfschmerzen und verrauchten Klamotten erzählen würden. Mit den neun sehr kurzen Loops von Crssspace scheint es schon längst eine Antwort zu geben. Herrlich neben der Spur schlingert der Funk hier um die Ecke und das ist wörtlich gemeint. Und immer schimmern kleine Melodien zwischen den schlurfenden Beats hindurch, als ob betrunkene Roboter frühmorgens versuchen, nach Hause zu stolpern.

Wenn wir schon dabei sind: Die Beats von Crssspace untermalen nicht nur so manches Graffiti-Video – vielmehr gibt es eine ganze Reihe von Live-Jams-Sessions auf seinem eigenen Vimeo-Kanal.

Crssspace Bandcamp
Crssspace Soundcloud

Das Pwndtiac-Jahr

Jetzt kommt eine Floor-Pop-Welle: Denn Pwndtiac ist in diesem Jahr bei uns enorm vernachlässigt wurden.

Und deshalb hauen wir hier noch einmal einiges von dem rein, was Pwndtiac in den vergangenen Monaten veröffentlicht hat. Ganz leicht fällt mir das nicht, weil Pwndtiac wirklich sehr konsequent den Pop-Appeal in seinen Stücken sucht.

Mit einer Eingängigkeit aber, die sich sehr gut in den UK-Deep-House-Sound um Disclosure einfädelt. Groß zelebrierter und weich vertonter Hedonismus an der Grenze zum durch formatierten Überpop – aber eben immer mit einer klaren und gesunden Club-Erdung.

Im Mai kam beispielsweise die „The Beach“-EP heraus, bei der die Hamburger Sängerin Krue die Stücke einfärbt. Während „The Beach“ klar ins Radio tendiert, dehnt sich „Midnight Beach“ als Quasi-Club-Edit mit runtergepitchter Stimme in den Club aus.

Die Zusammenarbeit mit dem Kanadier Muneshine und Pamela Fernandez brachte wiederum „Kickin‘ In The Beat“ hervor, einem Track, der wirklich alle Pop-House-Register mit Soul-Vocal zieht. Too much für mich.

Smarter dagegen „Bring It On“, das erst vor ein paar Tagen beim kanadischen Label Scissor Records als Single herauskam. Birthe Kleemann singt hier – auf einem Stück des Leipziger Rappers Jahmica war sie schon einmal zu hören.

Im Pwndtiac-Kontext klingt sie noch einmal um einiges selbstbewusster. Und natürlich schillern die dicke UK-Bassline und die matschigen Claps hier extra – im Rückblick tatsächlich mein Favorit in diesem Pwndtiac-Jahr. Irgendwie geiler Hochglanz – zum Kontern des Schroffen.

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DSO Remix Contest – Romantic Revolution

Das Deutsche Symphonie Orchester Berlin ruft die „Romantic Revolution“ aus – mit einem Remix-Contest, der Klassik und Elektronik verbinden möchte.

Um einen Remix-Contest zwischen den beiden Polen Klassik und Elektronik ging es erst kürzlich bei frohfroh – wenn auch in einem kleineren Rahmen. Bis Ende Januar 2016 bietet auch das renommierte Deutsche Symphonie Orchester Berlin die Möglichkeit, sich dieser Verschmelzung anzunähern.

Zwanzig einzeln aufgenommene Spuren aus dem vierten und letzten Satz von Anton Bruckners Symphonie No. 4 stehen als Download bereit, um daraus neue  Versionen und Remixe zu kreieren. Ein guter Ausgangspunkt für ebenso monumentale wie stille und entschlackende Interpretationen der Romantik. Und für eine neue Herausforderung – denn leicht dürfte das Herangehen bei der Klangdichte nicht sein.

Schirmherr des Contests ist Henrik Schwarz, der auch zu einer vierköpfigen Jury gehört, die die fünf besten Remixe kürt. Diese sollen dann auf Sony Classical erscheinen und am 31. März 2016 in der Sonos Lounge sowie am 1. April 2016 in der Philharmonie Berlin präsentiert werden. Prämien für die Gewinner gibt es noch on top.

Alle weiteren Informationen und Downloads gibt es hier.

Was im letzten Jahr alles beim ersten Contest entstand, ist übrigens hier zu entdecken.

V.A. „15 Years Of Moon Harbour“ (Moon Harbour Recordings)

Happy Birthday Moon Harbour Recordings – in diesen Tagen feiert Leipzigs renommiertestes Label sein 15-jähriges Bestehen.

Verrückt, wie schnell die 5er-Schritte gehen. Im Herbst 2010 gab es den Moon Harbour-Herbst bei frohfroh und der kommt mir noch gar nicht so lange her. In der Zwischenzeit ist der Label-Katalog enorm gewachsen, das Vinyl kehrte nach einem kurzzeitig stärkeren Digital-Fokus als Liebhaber-Gimmick wieder vermehrt zurück. Und natürlich liegen unzählige weltweite Auftritte hinter Label-Chef Matthias Tanzmann sowie den über die Jahre aufgebauten Künstlern wie Dan Drastic, Sven Tasnadi und Luna City Express.

Dass mir in dem klar funktional durchdeklinierten Tech House-Sound des Labels die Suche nach den musikalischen Perlen zunehmend schwerer fiel, soll nicht darüber hinweg täuschen, dass ich größten Respekt vor Moon Harbour Recordings habe, steht das Label mit seiner Booking-Agentur für eine der wenigen hochprofessionellen Institutionen in der Leipziger Clubszene. Inklusive eines internationalen Netzwerks und Artist-Freundeskreises.

Die Compilation zum 15. Geburtstag behält den Weg der Label-Compilations inhaltlich bei: Feste Konstanten und ausgewählte Wegbegleiter treffen mit exklusiven Tracks zusammen. Die größte Überraschung ist dabei Daniel Stefanik, der nach fast zehn Jahren erstmals wieder auf Moon Harbour zu hören ist.

Bei Facebook zeigte kürzlich ein Post, dass zudem bald wieder mit einer gemeinsamen EP mit Matthias Tanzmann zu rechnen ist. Sein „Words“ klingt auf jeden Fall höchst selbstbewusst und uplifting. Die restlichen 12 Stücke bewegen sich zwischen klassischem Tech- und Deep House.

Meine Highlights: Marco Faraones angeraute und straight reduzierte „Night In Lima“, Gregor Treshers flirrend-melodiöses „Narco“ und wieder einmal Maximiljan mit seinem mehr zurückgelehnten „Inside“. Und auch der ultra deepe, soul-geerdete Sound von Luna City Express kriegt mich hier wieder. Noch mehr Soul kommt mit Marlows „Rockin“, einem der ersten Moon Harbour-Artists.

Im Gesamtdurchlauf eine in ihren House-Facetten weit ausholende Werkschau zu einem durchaus großen Label-Jubiläum. Sven Tasnadi mixte die Compilation-Stücke außerdem noch zu einem Werkschau-Mix. Und im kreuzer gibt es parallel ein Interview mit Matthias Tanzmann.

Moon Harbour Website
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#supportfrohfroh – Relativ Kollektiv im Interview

André und Benjamin sollen künftig für frohfroh Kurz-Dokus über die Leipziger Elektronik-Szene drehen. Was ihnen künstlerisch wichtig ist und was sie vorhaben, erklären Sie in unserem Interview.

Aufmerksam auf das Relativ Kollektiv bin ich, wie wahrscheinlich einige andere auch, durch die „Landgang“-Video-Reihe geworden, bei der Musiker aus dem Analogsoul-Umfeld porträtiert wurden. Später folgte der längere Dokumentarfilm „Freiheit, Freiheit, Wirklichkeit“, der tiefer in den Alltag unabhängiger Musiker blickte.

Die unaufgeregte und fast schon poetische Ästhetik gefiel mir sofort und ich freute mich auf jede neue Folge. Logisch, dass mir bei den ersten Überlegungen einer frohfroh-Video-Reihe sofort das Relativ Kollektiv in den Sinn kam. Im Sommer traf ich mich erstmals mit André Klar und Benjamin Büttner, um gemeinsam die Video-Reihe und die Crowdfunding-Aktion vorzubereiten.

Mit dem Pitch-Video wollten sie bereits den dokumentarischen Stil anteasen, der auch die geplante frohfroh-Reihe mitprägen soll. Und so fuhren sie zu Neele, Daniel, Steffen, Markus und mir, um Stimmen und Stimmungen einzufangen.

Nun sollen sie selbst zu Wort kommen – damit ihr wisst, wer hinter der Kamera und dem Mikrofon steht, wenn das Projekt erfolgreich durch euch finanziert wird.

Was ist das Relativ Kollektiv?

André: Wir sind eine lose Gruppe von Freunden, die sich treffen, Ideen zusammentragen und freie sowie kommerzielle Projekte umsetzen. Dabei schaffen wir den Spagat zwischen Video- und Sound-Produktion bis hin zu Grafik, Fotos und Druckerzeugnissen. Die bunte Mischung an Fähigkeiten in unserer Gruppe gibt uns einen großen kreativen Background, da jeder in alle Projekte involviert wird und etwas dazu beitragen kann.

Benjamin: Das Kollektiv ist erstmal nur ein Versuch, verschiedene kreative Leute an den Tisch zu bringen und dem Ganzen eine Form zu geben. Gleichzeitig sorgt es immer wieder für neue Impulse und großartigen Input, um neue noch unbekannte Sachen auszuprobieren und auch stetig an sich selbst zu arbeiten.

Ich bin über die Landgang-Reihe auf euch aufmerksam geworden – wie kam es zu dieser Serie eigentlich?

André: Benni und ich wollten ein erstes gemeinsames Filmprojekt starten. Die Idee war, eine Musikdokumentation aus Leipzig zu machen, welche diesen Mai durch den Film „Freiheit, Freiheit, Wirklichkeit.“ umgesetzt wurde.

Die Landgang-Reihe war eine Vorbereitung auf die Dreharbeiten zur Doku. Wir konnten alle Protagonisten und Protagonistinnen kennenlernen und diese uns, konnten Orte begehen und unser Zusammenarbeiten ausloten.

Benjamin: Das Ganze wurde durch eine simple Mail an Fabian von Analogsoul ins Rollen gebracht, der uns da von Anfang an komplett vertraute, was ziemlich cool war. Schließlich hatten wir bis dahin noch nichts mit Musikern gemacht. Und irgendwie hatten wir auch ein ziemlich spannendes Jahr für das Label erwischt – neue Alben, EPs, Konzerttouren. Manchmal läuft’s einfach.

Wie war das Feedback zum Dokumentarfilm „Freiheit, Freiheit, Wirklichkeit.“?

André: Bisher ist das Feedback gut, aber auch noch sehr zurückhaltend. Das hat vor allem mit den Gegebenheiten des Filmbusiness zu tun. Wenn der Film fertig ist, geht normalerweise erstmal eine 1-2-jährige Tortur los, in der man versucht, den Film auf Filmfestivals und in unserem Fall auf Musikfestivals zu bringen.

Erst nach dieser Zeit wollen und können wir den Film einer breiten Masse zugänglich machen und mit diesem Schritt erhoffen wir uns dann auch mehr Feedback von den Menschen, die wir erreichen wollen.

Was für Filme habt ihr sonst noch gedreht?

André: „Freiheit, Freiheit, Wirklichkeit.“ ist bisher unser erster Film. Das soll aber nicht so bleiben. Wir sind bereits in der Ideenfindung für die nächste Doku, die eventuell im Laufe des nächsten Jahres angegangen wird. Thematisch werden wir uns dann aber komplett neu orientieren. Über Musik aus Leipzig werden wir dann ja hoffentlich genug in unserer gemeinsamen Video-Serie erfahren.

Benjamin, welche filmischen Genres oder Stilistiken haben dich beeinflusst bzw. sind dir für deine Aufnahmen wichtig?

Benjamin: Meinen Background habe ich im Skate-Video-Business. Vor 13 Jahren fing ich damit an, meine Skate-Homies beim Grinden der lokalen Bordsteinkanten in unserer Heimatstadt zu filmen. Über die Jahre manifestierte sich dann wahrscheinlich meine Affinität, Musik mit Film und Performance zu verbinden.

Konkrete Stile oder bahnbrechende Pioniere der gegenwärtigen Filmkunst aufzuführen fällt mir immer ziemlich schwer, da der ganze Online-Content heutzutage vor guten Sachen nur so überquillt und es nicht gerade einfacher macht, da den Überblick zu behalten. Empfehlenswert sind allerdings die Arbeiten von Tyler McPherron sowie Sebastien Zanella für das Desillusion Magazine.

Persönlich vertraue ich oft auf meine Intuition und Erfahrung. Ich mag es, Sachen einfach und ehrlich zu halten und die meist nur knappen Mittel so effizient und kreativ wie möglich auszuschöpfen.

André, du kommst aus dem Sound-Design und kümmerst dich bei euren Filmen um den Ton – was ist dir beim Ton wichtig?

André: Ton eröffnet für mich eine große Dimension, vor allem im Film. Ich möchte mit dem Ton mehr aufzeigen als das mit den Bildern möglich ist. Der unausgesprochene Standard im Film ist der Satz „Bild vor Ton“. Ich möchte mit meiner Arbeit diese Devise nicht umdrehen, will aber für den Zuschauern und Zuschauerinnen die Ebene des Tons, vor allem im Dokumentarischen wieder öffnen und den Tönen, die an den Drehorten stattfinden, eine größere Aufmerksamkeit schenken.

Ein Schritt dazu ist der Raum – jeder Raum klingt und so auch jedes Interview, was in einem Raum stattfindet. Das darf die Zuschauerin bzw. der Zuschauer gern mitbekommen, weg vom Ansteckmikrofon, hin zur realen Hörsituation.

Und gibt es in dem Bereich Leute oder Techniken, die deinen Umgang mit Tonaufnahmen besonders beeinflusst haben?

André: Ich bin in meiner Freizeit auch als Fieldrecordist unterwegs, laufe also umher und nehme spannende Orte und Geräuschquellen auf. Vor allem die im Fieldrecording bekannten Vorreiter R. Murray Schafer und Bernie Krause haben mich stark geprägt.Wie geht ihr an eure Filme meist heran – gibt es feste Abläufe?

André: Im Normalfall treffen wir uns öfters auf einen Kaffee und überlegen, worauf wir Bock haben und was sinnvoll wäre für das Endergebnis. Beim Drehen kümmert sich Benni um das Bild und ich mich um den Ton. Regie-Anweisungen kommen individuell von uns beiden.

Die Postproduktion findet dann hinter verschlossenen Türen statt, jeder in seinem Bereich. Sobald es etwas zu sehen oder zu hören gibt, setzen wir uns wieder zusammen und besprechen den aktuellen Stand, bevor das ganze fertig gestellt wird. Generell sitzen wir gemeinsam am großen Ganzen und teilen uns die einzelnen Produktionsbereiche auf.

Benjamin: Feste Abläufe gibt es so nicht. Wir stehen in regelmäßigem Kontakt und spielen uns häufig Ideen zu. Leider konnten wir bisher nur wenige Sachen im Vorfeld richtig planen, da auf Dreh meist nie irgendetwas so passiert, wie man es sich einige Tage zuvor ausgemalt hatte.

Oft ist da Spontanität und Kompromissbereitschaft gefragt. In der Postproduktion setzt man dann die Vision um. Mehr oder weniger. Manchmal ist man auch gezwungen, Sachen anders zu denken oder komplette Pläne über Bord zu werfen, um dem Video am Ende gerecht zu werden. Da ist es wichtig, nicht allein auf sich angewiesen zu sein sondern einen Kollegen zu haben, der ähnlich denkt und fühlt.

Habt ihr schon Ideen für die neue frohfroh-Video-Reihe?

Konkrete Ideen gibt es noch nicht, aber wir haben große Lust, etwas zu entdecken, was sonst vor verschlossenen Türen bleibt. Schöne Bilder und Interviews von Produzenten, die vor ihren blinkenden Geräten sitzen, gibt es schon genügend.

Für uns ist es spannend herauszufinden, was die elektronische Musikszene in Leipzig sonst noch ausmacht. Was machen die Menschen, ohne die sonst gar nichts gehen würde? Wer putzt den Club nach einem durchtanzten Wochenende? Wer schmeißt die ganze Nacht die Bar? Warum veranstaltet jemand Partys, die nichts kosten und illegal sind? Wer repariert die Anlage, wenn mal wieder der Hochtöner durchgeschossen ist? Das alles sind Fragen, die wir in unsere Recherche einbeziehen werden.

Benjamin: Für mich ist die Frage nach der Form der Video-Reihe gerade viel spannender als die des zukünftigen Contents. Ich würde gerne herumexperimentieren und mich nicht auf das reine Portrait-Format versteifen. Musikvideo und Kurzfilm sind auf jeden Fall zwei Pfeiler, die da für mich von Bedeutung und – sinnvoll miteinander verknüpft – aus der Video-Reihe ein großes Ganzes machen könnten.

Ach, und was für Musik mögt ihr eigentlich?

André: Das ist für mich schwer zu definieren und reicht von Jazz & Klassik, hin zu Electronic in seinen härteren und entspannteren Formen, bis hin zu Gitarrensounds. Über allem liegt aber schon eine größere Zuneigung zu instrumentaleren Formen der Musik. Greifen kann ich das alles jedoch nicht und würde mich auch nirgends explizit verorten.

Benjamin: Obwohl ich sehr gern und gut tanze, läuft rein elektronische Musik bei mir eher selten. Klar halten Electronica und Ambient auch Einzug auf meiner Playlist, aber generell fühl ich mich bei Psychedelic und Rock Mucke am wohlsten.

Relativ Kollektiv Website

Various Artists „Closed Sessions“ (Rivulet Records)

Das Berlin/Leipziger Label Rivulet Records mag den gemächlichen Kurs – sowohl vom Sound als auch von der Release-Dichte her.

Ein Jahr liegt die letzte EP zurück, Rivulet selbst spricht nun von einem „kleinen Comeback“. Doch das Label wirkte von Anfang wie ein Liebhaberprojekt, das viel Wert auf warm-geerdete Deepness und handgefertigte Cover legt. Da können die Abstände zwischen den einzelnen Platten auch größer ausfallen.

Das Comeback mit „Closed Sessions“ ist eine Mini-Compilation mit fünf introvertierten House-Tracks aus dem erweiterten Freundeskreis des Labels. Subtil schiebend und mit weiten analog klingenden Synth-Chords bewegen sich Perseus Traxx, Stanley Schmidt und Profile auf der A-Seite. Schön ausgeglichen, trotz der mitschwingenden Melancholie.

Die B-Seite bespielen Mod.Civil und Pablo Mateo mit einem Hauch mehr Darkness und mehr Rauheit. Besonders letzterer bringt mit seinem breakigen Acid-Touch und den russischen Samples noch einmal andere, gut bedrückende Note in die Compilation hinein. Eine sehr stimmige Platte, die dann doch Lust auf mehr Platten von Rivulet Records macht. Aber vielleicht ist der langsame Takt auch genau richtig, um den Tracks ihre Zeit zum Entfalten zu lassen.

Die Platte kommt wieder in einem mit Siebdruck veredelten Cover.

Parallel zur „Closed Sessions“-Compilation haben Mod.Civil einen Label-Podcast zusammengestellt, der sowohl unveröffentlichte und veröffentlichte als auch Teile der Live-Sets zu einem „Rivulet Insight“ vermixt. Eine wunderbare Stunde quer durch die roughe Deepness des Mod.Civil-Sounds. Unbedingt mit anhören.

Rivulet Records Website
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Vom Connewitzer Keller in die Welt – Bassmæssage

Vielleicht ist 2015 das Jahr für neue Labels in der lokalen Bass-Szene. Nach Boundless Beatz und Defrostatica gibt es nun das erste Release der Bassmæssage-Crew.

Seit etwa acht Jahren sorgen die Bass-Enthusiasten für tieffrequente Ganzkörpermassagen und präsentieren internationale wie auch lokale DJs und Producer. Dabei hat sich die Reihe regelrecht als Marke etabliert. Kein Wunder, besteht die Crew doch aus einer Vielzahl an Aktivisten, die sonst auch an allerlei anderen Projekten wie Alphacut, Bassment Rockaz oder Al Haca beteiligt sind.

Sicherlich auch ein Grund, warum nicht nur den verschiedenen Spielarten rund um Dub, Dubstep, Jungle und Drum & Bass Raum gegeben wird, sondern auch weitere Genres wie etwa Acid, IDM, Skweee oder Oldschool Rave immer mal einen eigenen Floor bekommen. Als wäre das nicht genug, veranstaltet die Crew außerdem auch noch die Signal-Parties, die in wechselnden Locations stattfindet. Im Gegensatz dazu bleibt die Bassmæssage selbst ihrem Connewitzer Lieblingskeller treu.

Eigentlicht erstaunlich, dass die Bassmæssage bisher so wenig mediale Aufmerksamkeit bekam. Vermutlich ist das den Beteiligten auch ganz recht so. Das erste Vinyl-Release ist daher ein willkommener Anlass, die Bassmæssage auch abseits der Party-Tipps zu erwähnen. Auch die Kollegen bei It’s Yours dachten sich das und haben bereits ein Interview mit MRN, LXC und Pehle geführt. Noch dazu präsentieren sie einen exklusiven Bassmæssage-Mix, den wir unten ebenfalls eingebettet haben.Mit der Veröffentlichung der Volume One sendet die Crew nun ihre Message in die Welt. Wie auch die bei den Parties lebt die erste 12″ von der Sound- und Tempo-Vielfalt.

Neben dem atmosphärischen Halfstep von Elemental, Troy Gunner und Rowl, dem trocken, perkussiven Dubstep von Ill_K und den meditativen Vibes von Beam Up gibt es auch hypnotischen Dub von Disrupt, quietschigen Skweee von Mesak und Claws Costeau sowie fast schon sommerlichen Footwork vom Duke of Juke. Eine bunte Mischung, die zeigt, wie gut das Netzwerk rund um die Crew aufgestellt ist, denn sämtliche Künstler (bis auf Troy Gunner und Rowl) sind bereits bei der Bassmæssage aufgetreten.Aber wie ist die Außenwahrnehmung eigentlich konkret? Wir haben mal bei den beteiligten Künstlern nachgefragt. Spoiler: Die Bassmæssage scheint einen sehr guten Eindruck hinterlassen zu haben:

The Duke of Juke:
„Ain’t nobody talking when I am talking fellas, so shut the fuck up!
Shouts to my boys & girls in LE, the wicked Bassmæssage crew responsible for some massive shows. Glad to be part of their long running club nights and mad respect for putting my track on vinyl here. Drop it down low!“

Ill_K:
„Beste Grüsse an die Crew und vielen Dank für den Support!!! Vor allem an LXC, der mich sehr gefördert hat in letzter Zeit!!
An die Party kann ich mich nur noch teilweise erinnern, aber das Gefühl, was ich dort hatte, ist geblieben. Guter Vibe, coole Leute, alles sehr entspannt aber trotzdem professionell. Vom Sound über Crowd bis hin zur Verpflegung und Orga eine der besten Partys, auf der ich gespielt habe.
Immer wieder gerne!!!!!“

Beam Up:
„Bassmæssage has to be one of the most forward thinking open minded events I’ve been at in the last 25 years. Diverse and strongly themed music, positive minded people and super healthy bass!“

Elemental:
„The Bassmæssage party I played at in Leipzig was one of my top 5 gigs – great vibes, responsive crowd who were up for different styles from hard to deep. I remember being a little freaked out by the ambient music in the toilets, until I realised where it was coming from!“

Mesak (siehe Foto unten):
„Hei! This is the party back in may 2011 i suppose… with Claws Costeau we spoke of the amazing catering of Z=r? for long time afterwards (We still do sometimes. It was very good.) But back then we had been traveling with Randy Barracuda – Z=r? was our third concert that weekend, but none of us showed signs of despair or tiredness. Or just a little bit maybe. Randy Barracuda had requested in our technical (!) rider „a selection of different alcohol beverages“. So when we arrived to sound check, there was this crate or plastic storage box filled with bottles, half full of liquours in all colours of the rainbow. Barracuda got so happy, it’s hard to describe, but imagine eyes of a 4 year old when taken to a toy store. I don’t think he ended up drinking much of that really, instead he was pouring the liquids from stage straight to the mouths of thirsty ravers.“

Wintermute „Convergence EP“ & Fade „Taino / Lo-Fi“ (Boundless Beatz)

Anfang des Jahres berichteten wir über die Label-Erweiterung bei Boundless Beatz, nun gibt es zwei neue digitale EPs.

Sehr interessant dabei die „Convergence EP“ von Wintermute: Während seine Zusammenarbeit mit Neonlight mir doch zu sehr in Richtung Abfahrt schielte, zeigt sich hier die spannendere Seite von Wintermute.

Die fünf Tracks sind wieder sehr in den technischen Sounds des Neurofunk verwurzelt, klar. Das rhythmische Grundgerüst bleibt dafür abwechslungsreich und lässt mehr Raum zum Atmen. Schon beim Halfstep-Titeltrack „Convergence“ ist das deutlich spürbar, aber auch die beiden Peaktime-Stepper „Proximity“ und „Shattering Crystals“ würden mir mit einem geraderen Beat viel stumpfer vorkommen.

Am meisten Spaß macht das aber bei „Euler’s Disc“, eine Zusammenarbeit mit Cues. Hier sollte jeder sein Bier im Club gut festhalten. Die EP endet mit „RWD“, eine für mich hier unerwartete Weltraum-Hymne.

Eher ein Äquivalent zur 12″-Single statt zu einer EP ist das dritte Release. Zwei Tracks von Fade sind hier zu finden, der auch bereits auf Alphacut veröffentlicht hat. „Taino“ und „Lo-Fi“ wären für Alphacut aber oft zu straight in den Beats und zu trancig in den Sounds.

Nichtsdestrotz macht Fade zwei sehr verspulte Tracks aus diesen Zutaten, die fast schon wie Seitenhiebe auf die vollgepackten Rave-Bretter der meisten Kollegen wirken – und trotzdem ähnlich gut funktionieren.

Ach ja: Am Samstag findet dazu die Release-Party statt.

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Vier auf einen Blick

In der Crowdfunding-Vorbereitung sind einige Releases aus Leipzig der vergangenen Wochen liegengeblieben – hier sind vier davon im Überblick.

Adam Port & Jennifer Touch „This Time“ (Pets Recordings)

Ganz frisch aus der letzten Woche: Jennifer Touchs gemeinsamer Track mit Adam Port von der Berliner Keinemusik-Crew. „This Time“ switcht mühelos zwischen Song und Track, Pop und Dancefloor, Wehmut und Losgelöstheit. Ein Stück, dass sofort einen Haufen Assoziationen im Kopf auslöst und von jedem guten Radiosender gespielt werden sollte. Denn genau das Potential hat es auch: eingängig und subtil.

Sei A und Adam Port selbst sorgen dann noch mit ihren Remixen für den direkteren Weg in den Club. Sei A mit ebenso sprödem wie hymnischem Peaktime-Schub, Adam Port dagegen weicher gezeichnet. Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Adam Port mit einem Leipziger Act zusammenarbeitete. Mit Here Is Why gab es bereits eine gemeinsame EP. Und bei Moon Harbour Recordings veröffentlichte auch schon.

Braunbeck „SuperSingle“ (O*RS)

Schon etwas länger draußen ist die neue „SuperSingle“ von O*RS, jenem Format, das sehr offensiv auf Hit setzt. Eingeladen wurde dieses Mal Braunbeck aus Berlin, der mit dieser Platte sein Debüt bekommt. Aber irgendwas anders als sonst: Das Rave-Level ist um einiges höher und plumper.

Soll es auch sein laut Platteninfo: Braunbeck wolle insbesondere mit „Cold“ die roughe, einfache Atmosphäre seiner Heimat Berlin-Wedding einfangen. Interessanter Background, der den Sound der beiden Stücke für mich aber leider nicht anziehender macht.

Denn die aufgedoppelten Basslines, der pathetische Tribal-Einschlag und die mächtigen Synth-Chords kommen mir zu breitbeinig daher. Aber auch bemerkenswert: Es ist die erste Platte im nicht mehr kleinen O*RS-Katalog, mit der ich tatsächlich nichts anfangen kann.

Thomas Stieler „Surfaces EP“ (Esoulate Music)

Thomas Stieler aus Saalfeld war in Leipzig bereits öfter als DJ zu erleben. Allmählich werden auch seine Schritte als Producer präsenter. Esoulate widmete ihm vor kurzem eine ganze EP, die er mit zwei soliden House-Tracks bespielt.

Beide versiert in ihrer Deepness und mit einem dezenten Oldschool-Touch, beide aber einen Tick zu statisch in ihren Sounds. Bei den Remixen von Suburb und Zacharias ist da mehr Crisp und Unberechenbarkeit drin.

Mathias Ache & Mule „Mooov“ (Jeahmon)

Noch länger zurück liegt die neue EP von Mathias Ache & Mule auf Jeahmon. Nach unserem kleinen Porträt hatte ich das Label ganz aus den Augen verloren. „Mooov“ ist bereits die 10. EP, kleines Jubiläum also.

Nun war ich bereits damals nicht besonders warm mit dem rave-nahen Tech House des Labels. Diese EP ändert daran auch wenig, besonders beim Titel-Track. Da sind mir die Rave-Impulse zu einfach und berechenbar gestrickt, gerade beim Break und der schmalen Steigerung danach.

„Bloomen“, das zweite, etwas ruhigere Stück kommt ohne dies aus – allerdings auch nicht wirklich zum Punkt. Aber okay, hier liegen einfach die Präferenzen sehr weit auseinander.

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Micronaut „Happy Family EP“ (Analogsoul)

Micronaut mit einer EP auf Analogsoul – eine äußerst passende und eigentlich auch überfällige Kombination.

Einfach weil sowohl Micronaut als Musiker als auch Analogsoul als Label mit offenem Herzen und viel DIY-Energie Pop und Elektronik zusammenbringen. Die Verbindung besteht schon länger, wie es bereits im frohfroh-Interview vom letzten Jahr zu lesen war: Mit Fabian und Andreas von Analogsoul hing Micronaut bei seinen Leipzig-Anfängen öfter am Karl-Heine-Kanal und fütterte Fische mit Brot.

Beinahe wäre auch das Debüt-Album „Friedfisch“ bei Analogsoul herausgekommen. Knapp vier Jahre später und anderthalb Jahre nach Micronauts zweitem Album „Panorama“ ist es nun soweit. Anfangs dachte ich, dass hinter der „Happy Family EP“ mit den inhaltlich zusammenhängenden Track-Titeln eine Familienstory erzählt wird – es ist aber beiläufiger und abstrakter, wie Micronaut neulich bei trndmsk im Interview erzählte. Ein im Antiquariat gefundenes Familienfotoalbum entpuppte sich als große Inspirationsquelle.

Und so spinnen sich hier sechs fiktive Geschichten von einem verärgerten Sohn, dem faulen Vater, einer ängstlichen Mutter und lachenden Schwester, dem weisen Großvater sowie dem verspäteten Freund zusammen, die in unterschiedlicher Dramatik vertont wurden. Stilistisch ähnlich breit ausformuliert wie bei „Panorama“ – mit all der überbordenden Energie, spielerischen Fülle und den dramaturgischen Switches und Feuerwerk-Momenten. Wieder singt Friederike Bernhardt bei einem der Stücke mit, hinzu kommt Florian Sievers von Talking To Turtles.

„Happy Family“ steht für eine Konsolidierung auf hohem und wohlklingenden Niveau. Es hat sich längst ein Micronaut-Sound herausgeschält, der wenig direkte Verweise durchklingen lässt und der schnell herauszuhören ist, wie auch sein Beitrag zur letzten Zwischenwelten-Platte offenbarte. In dieser Verdichtung schlummert aber auch die Gefahr der Wiederholung und ich bin gespannt, wie Micronaut ihr ausweichen wird. Wobei bei solch musikalischer Offenherzigkeit wenig Grund zur Sorge besteht.

Und: Neben Perm und Talski wird auch Micronaut mit einem exklusiven Track auf der Support-Compilation von frohfroh zu finden sein. #supportfrohfroh

Micronaut Website
Analogsoul Website
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Perm & Talski „Split EP“ (DUR)

Anfang des Jahres startete das Techno-Label DUR mit einer ersten 4-Track-Compilation. Various bleibt es auch bei der Nummer 2.

Perm und Talski, zwei der drei Label-Betreiber teilen sich je eine Seite – immerhin zwei der aktuell spannendsten Producer Leipzigs für filigran und minimalistisch gelayerten Techno. DUR möchte mit einer „hypnotisch-meditativen Ebene als Basis“ die Soundwelten von Techno und Ambient ausloten, erzählte Niklas Kraft alias Talski im Interview zum Label-Start.

Die beiden neuen Tracks lassen keinen Zweifel an diesen Ambitionen. Über jeweils neun Minuten hinweg stürzen sich Perm und Talski in rasende Sound-Spiralen, deren wenige Elemente sich immer wieder verdichten und später auseinander bewegen. Weltentrückt und zeitentbunden klingt dies – und so feinsinnig ausformuliert, dass der Minimalismus nie zur stumpfen Funktion abflacht.

Ein wunderbares Spiel mit der Hypnose, das besonders Perm mit seinem unbetitelten Stück auf die Spitze treibt. Ein Track in dauerhafter Anspannung, der zugleich unglaubliche Nähe und weite Ferne suggeriert. Nichts ist greifbar, aber alles zieht in den Bann.

Talskis “Identify-FI“ steht dagegen mehr für das Introspektive und Entschleunigte. Sein Track schichtet sich nach und nach zusammen, um erst nach hinten raus seine ganze anziehende, durchaus bedrohliche und neurotische Kraft zu entfalten.

Er öffnet einen weiten, dunklen, unberechenbaren Raum, der durch einen kalt gefilterten Spoken Word-Part und die wirr umher schlingende Melodie zusätzliche Darkness erhält. DUR möchte definitiv tiefer zwischen Sound, Psyche und Rausch nach eigenen Essenzen suchen – das wird mit diesen beiden Tracks mehr als deutlich.

Übrigens: Talski und Perm werden je einen exklusiven Track zu unserer „Electronic Music Leipzig“-Compilation beisteuern – Freude Freude bei frohfroh.

Perm Facebook
Talski Facebook
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Ballern Ballern

Es kleben eine Menge Sticker an Clubwänden, Kneipentoiletten oder Verkehrsschildern – eine Sticker-Serie ballert aber besonders.

Immer wieder tauchten sie auf in den vergangenen Jahren, die unterschiedlich gestalteten Sticker mit der ebenso plumpen wie treffenden Aussage „Ballern“. Egal ob allein an einer nackten Wand oder in Bezug gesetzt mit einem Plakat, Schild oder Edding-Tag – sie knallen unvermittelt beim Anschauen. Nichts mit deep und subtil, nein es wird geballert.

Und die Sticker kommen straight aus Leipzig. Zwei langjährige Freunde, die lieber anonym bleiben wollen, kamen vor zwei Jahren auf die Idee, einen elementaren Teil ihres Wortschatzes auf Sticker drucken zu lassen und zu schauen, was passiert. Erst wurden sie im eigenen Freundeskreis weitergereicht, später konnte per Mail von jedem Nachschub besorgt werden.

Die Resonanz war größer als erwartet: „Den größten Anklang fanden die Sticker in der Musikszene und im urbanen Fahrrad-Lifestyle, aber ballert, muss im Grunde jeder für sich selbst wissen“, meint das „Ballern“-Duo. Dass einer der beiden auch Grafik-Designer ist, war bei der stilistischen Versiertheit der typografisch-persiflierenden Motive durchaus zu ahnen. Und es wird bestätigt. Das Instagram-Profil der beiden sammelt einige Fundorte der Sticker – und dort findet ihr auch die Mail-Adresse zum Bestellen.

Also: Ballern!

#ballern #ballerballern #ballernsticker #leipzig #openair

Ein von BALLERN (@ballernballern) gepostetes Foto am