Vor ungefähr einem Jahr gab es die erste Feat. Fem*-Veranstaltung. Seitdem ist die Gruppe eine sichtbare Crew in Leipzigs Kollektivlandschaft geworden. Wir haben mit Anja Kaiser und Charlotte Eifler gesprochen, die gerade in der Hochphase zum zweiten großen Feat. Fem*-Event stecken.
Theorie und Statistik
Frauen* in der Clubkultur und im Kulturbetrieb ist seit gut einem Jahr das Hauptthema des Netzwerks. Über das „große Versprechen der Gleichberechtigung, das nicht eingelöst wird und über patriarchale Strukturen – darüber wollen wir weiterhin sprechen“, sagt Charlotte.
Mittlerweile organisieren sich bei Feat. Fem* Arbeitsgruppen mit Schwerpunktthemen wie Booking, Awareness, Security, (feministischer) Theorie oder Statistik. Die Gruppe trifft sich hierfür regelmäßig im Institut fuer Zukunft zum Austausch und ist mit DJ*s bei verschiedenen Partys in und außerhalb von Leipzig vertreten.
Manifest auf dem Weg
Wo die Reise mit Feat. Fem* hingehen soll, wird auch nach einem Jahr noch verhandelt. Sie verstehen sich bisher als Netzwerk bzw. Empowerment-Plattform für FLTIQ. Viele Fragen seien allerdings noch zu beantworten: „Wer sind wir, wer wollen wir sein, das müssen wir noch klären“, sagen sie. Das Formulieren des Selbstverständnisses ist einer der wichtigsten Punkte für die zukünftige Arbeit. Auch (die eigene, finanzielle) Ausbeutung im Club- und Kulturbetrieb klingt hier an.
Im Herbst wird Feat. Fem* eine Art Manifest publizieren – ob es eher ein Kritikbrief oder eine Club-Agenda sein wird, steht noch nicht ganz fest. Es soll und wird konkrete Probleme in der Leipziger Clublandschaft aufzeigen. Inhaltlich werden Räume und Situationen benannt, besprochen und Forderungen an eben diese gestellt.
Im Hier und Jetzt geht es aber erst einmal um den großen Tag im Conne Island, dessen Programm sich wie ein Tagesfestival liest: Von Workshop, Kuchenessen, Film-Screening, Talk bis Clubnacht ist alles dabei. Das Netzwerk hofft mit dieser großen Veranstaltung weitere Kreise anzusprechen:
„Wir wollen nicht nur im eigenen Teich fischen“.
Alle Interessierten sind also herzlichst willkommen, sich mit der Materie ‚Feminismus im Club‘ auseinanderzusetzen und einen Anfang zu wagen. Denn nur als Zusammenschluss bildet sich die nötige Reichweite, gebündelt zu empowern und auch weiterhin die Clublandschaft zu bereichern und damit (positiv) zu verändern.
Final Fantasies
„Lasst uns die Klubkultur destabilisieren, das Netzwerk befeuern und uns verwöhnen!“ heißt es bei Feat. Fem*. Start ist am 18. Mai um 15:00 Uhr mit zwei parallel laufenden Workshops und ab 17:00 Uhr wird ausgelost, wer mit wem die nächste Stunde die Decks teilen darf. Ein Highlight ist das Speed-Dating, bei dem sich Künstlerinnen*, Frauen* aus den Bereichen Booking, Öffentlichkeitsarbeit und allgemein Kulturarbeit kennenlernen können.
Zur Primetime findet dann noch ein besonderes Film-Screening statt. Wer im letzten Jahr „RAW Chicks.Berlin“ gesehen hat, dem sei auch der Film „Born in Flames“ wärmstens ans Herz gelegt. Die Protagonist*innen in diesem Sci-Fi-Film gründen eine Untergrund-Armee, um sich gegen die täglich stattfindenden Belästigungen zur Wehr zu setzen und sich zu bewaffnen.
Den Film von 1983 holt Diana McCarty beim anschließenden Filmtalk in die Gegenwart. Diana McCarty ist Kommunistin, Feministin und Mitgründerin des Radiosenders reboot.fm und konnte dank finanzieller Unterstützung vom StuRa der Uni Leipzig, dem Referat für Kultur und dem FSR KuW noch kurzfristig eingeladen werden.
Lyzza, Swan Meat, Arletka, Charlotte und ANTR beschließen die Nacht als Female Force Line-Up des elektronischen Untergrunds. Die Künstlerin Lyzza aus Amsterdam sei an dieser Stelle besonders hervorgehoben – „Lyzza ist für uns als DJ*/Producerin eine starke Repräsentantin und ist gerade dabei ein Pop-Star zu werden“, sagt Anja. Solltet ihr also unter keinen Umständen verpassen.
Hier das Programm en détail:
15:00 Smarttechnologien als kreative Tools
// Anmeldung bis zum 17.5. an girlz-edit@conne-island.de
15:00 Mentoring Decks ANTR (G-Edit) & Febi (Vice versa)
17:00 B2B Decks by chance moderated by Buzy A (G-Edit)
// Anmeldung bis zum 17.5. an nado@conne-island.de
18:00 Treat yourself, Take the fem* cake, Smash the patriarchy
18:30 Feminist Network Speeddating
// Anmeldung bis zum 17.5. an feat.fem@gmail.com
20:00 Screening: Born in Flames directed by Lizzie Borden (Sci-Fi-Film, 1983 USA, 1h 30m) + Talk mit Diana McCarty
23:00 Klub w/ Lyzza, Swan Meat, Arletka, Charlotte, ANTR
Visuals by Saou TV
*FLTIQ


Win win: Defrostatica feiert die Compilation natürlich mit fast allen beteiligten Künstlern groß in der Distillery. Wir verlosen 2 Gästelistenplätze mitsamt einer CD – schreibt einfach in die Kommentare, wieviel bpm ihr am liebsten habt und gebt eure Mail-Adresse an (diese wird nicht öffentlich angezeigt).
Gamal und Markus sind seitdem als Label-Manager für Distillery Records zuständig – „relativ autark. Wir versuchen natürlich, Steffen und Marc vom Booking mit einzubinden. Aber sie vertrauen uns“, so Markus. Vertrauen schenkte ohne mit der Wimper zu zucken auch Kompakt. Ein Traditionsvertrieb aus Köln, der für Distillery Records eine Ausnahme vom Aufnahmestopp neuer Labels machte. Die Geschichte verbindet. Und die gemeinsamen Partys. Denis Stockhausen vom Kompakt-Vertrieb kam extra rüber in den Osten, als im letzten Herbst die Wighnomy Brothers in der Distillery ihr Comeback feierten. „Denis meinte, dass dies die beste Party war, die er seit Jahren erlebt hätte,“ so Markus. Da wurde nicht lange gezögert und der Vertriebsvertrag war unterschriftsreif.
Demo-Stopp vorm ersten Release
Relaunch #20
Um den Fat Bemme-Fans (und denen, die es werden wollen) eine Party auf zwei Floors mit gewohnt düsterem Neurofunk und harter Bass Music zu bieten, wird seit einem halben Jahr gearbeitet. Neues Logo, neuer Club, dieselbe Crew: „Wir sind gespannt wie Publikum, Raum und unsere Musik zusammenspielen. Wir fangen quasi wieder von vorne an und das ist cool.“
PS: Die Schmalzbrote (auch in vegetarischer Form) gibt es übrigens echt, kein Witz. Was als kleiner Scherz begann, ist mittlerweile feste Tradition bei Fat Bemme-Partys: Es werden geschmierte Brote verteilt. „Drum & Bass ist eine Musik zu der exzessiv getanzt wird. Ein kleiner Energieschub zwischendurch ist da sicher nicht schlecht“, lacht Micha. Übrigens schmieren Neonlight meistens selbst die Stullen. Eine vom Headliner geschmierte Fett-Bemme bei der Fat Bemme essen – noch ein Grund mehr, am 9. Mai (pünktlich zum Opening) ins mjut zu gehen.
Die Gruppe spaltet sich. Mitten dominieren im vormaligen monotonen, singulären Sound. Das einst klar Rhythmische wird flächig, das Klangspektrum breiter. Während die einstige Anweisende mit einer Tänzerin in einer Ecke sich zueinander spiegelnd bewegt, tanzen die anderen ekstatisch, unrhythmisch, schlagen sich, bekriegen sich, entkleiden sich teilweise. Das ganzheitliche System der Elemente gerät außer Kontrolle. Die vier Tanzenden positionieren sich in einer Reihe vor dem Publikum. Durch langsame, rhythmische und homogene Bewegungen fungieren die Körper als Betrachtungsfläche. Die Vorstellung endet.


Kassem Mosse „Chilazon Gaiden“ (Ominira)
Hobor „Constellations“ (PH17)
Lootbeg „Stargazing“ (O*RS)
5HTTP „Since Then“ (A Friend In Need)
Severnaya „Polar Skies“ (Fauxpas Musik)
Irrelevant „Vague Memories II“ (Fauxpas Musik)
Philipp Rumsch Ensemble „Reflections“ (Denovali)
Octave Diesis „Telluric“ (Kontrapunkt)
Jakob meint: „Es gibt unzählig viele Tutorials auf Youtube sowie Lehrvideo-Dienstleister, aber nirgendwo kann man direkt Fragen stellen, wenn man etwas nicht verstanden hat. In einem persönlichen Rahmen können auch konkrete ‚Probleme‘ individuell besprochen werden. That’s our aim.“