frohfroh001: Open Call II

Wir dürfen heute unseren zweiten Open Call ausrufen. Und wir hoffen auf eure Zusendungen: Dieses Mal planen wir ein Vinyl mit Leipziger Künstler*innen, Producer*innen und (noch) unentdeckten Newcomer*innen der Szene.

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Euer Track – ob House, Techno, Acid, Trance, Ambient oder oder oder – sollte endlich veröffentlicht werden? Ihr seid als Produzierende in und um Leipzig ansässig? Ihr habt Lust euren Output gemastert auf Vinyl gepresst zu hören? Ihr seid alte Hasen und euer Sound hat Zeitgeist? Ihr seid neu im Producer*innen-Kosmos und habt was auf der Festplatte, das raus in die Welt gehört, rumschwirren..? 

Wir wählen bis zum 06.06.2020 unsere Favoriten für die erste frohfroh-Pressung aus.

SCHICKT UNS EURE FILES. 

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Alle Einsendungen an: hello@frohfroh.de

Spot on – Jenny Sharp

Neues Jahrzehnt, neue Reihe – in diesem Jahr stellen wir jeden Monat eine*n interessante*n Künstler*in vor. Mit einem Porträt und einem exklusiven Mix. Los geht es mit Jenny Sharp. Im Dezember 2015 hatte sie ihren ersten Gig. Innerhalb von kurzer Zeit spielte sie in diversen Clubs und Festivals – und ist nun erste Tour-DJ der Antilopen Gang.

Es ist ein Dienstagabend im Januar. Nach vielen Tagen, die es um einiges zu warm für diese Jahreszeit war, ist es heute winterlich kalt. Trotz der eisigen Temperaturen freue ich mich rauszugehen, um mich auf den Weg durch das nächtliche, beleuchtete Leipzig zu machen. Ich setze mich in den Bus, Kopfhörer auf, Musik an, Blick nach draußen. Zum Glück dauert die Fahrt von West nach Ost lange – mehr Zeit, um dieses schöne, vertraute Gefühl zu genießen, dass ich spüre, während die Fassaden Leipzigs an mir holpernd vorbeiziehen. Viel zu lange her, dass ich diese Strecke gefahren bin, denke ich; die Strecke zu meiner Freundin Jenny, einigen wohl besser bekannt als Jenny Sharp.

Sie gehört zu den Menschen Leipzigs, die ich als erstes kennenlernen durfte und die mein positives Bild dieser Stadt maßgeblich prägen. Wir haben mal hier, mal da zusammen gefeiert. Vieler ihrer Gigs habe ich gesehen, ausgiebig dazu getanzt und geschwitzt. Wir waren zusammen essen, haben über vieles geredet. Ich würde sogar behaupten, dass ich ihre DJ-Karriere von Anfang an miterlebt habe. Dennoch weiß ich nicht, wie alles begann. Mir fällt auf: Ich kenne Jenny, aber die Künstlerin Jenny Sharp, ihre Hinter- und Beweggründe, die Geschichte dahinter, kenne ich kaum. Das lässt sich wohl auch auf einer ihrer Eigenschaften zurückführen: Bescheidenheit.

Ich steige keuchend die Treppen bis zu ihrer Wohnung ins Dachgeschoss hinauf. Sie wartet lachend an der Tür: „Gleich hast du es geschafft!“ Ein bisschen näselt sie noch. Die Woche zuvor war sie ziemlich krank. Doch sie sieht frisch und gut aus, wie eh und je. Ihre Haare trägt sie wild gelockt, der fransige, ebenfalls gelockte Pony fällt ihr lässig ins Gesicht. Wir umarmen uns und stellen gemeinsam fest, dass wir mehr Sport machen sollten, denn diese Stufen zwingen uns beide in die Knie. Zuvorkommend reicht sie mir einen Kleiderbügel für meinen Mantel und bietet mir Hausschuhe an. Wir gehen instinktiv in die Küche. Als wir uns dieses Treffen ausmachten, hatte sie sofort die Idee, für uns beide zu kochen. Ganz selbstverständlich und ohne weitere Fragen. Ich musste mir über nichts Gedanken machen, außer, welches Bier ich mir für heute kaufe. Das Abendessen ist also eine Überraschung: es gibt vegetarische Burger mit Süßkartoffel-Pommes – perfekt!

Foto von Alexander Knobl

Während Jenny noch die letzten Vorbereitungen für das Belegen unserer Buns trifft, updaten wir uns mit den neuesten News, Storys, Ups and Downs. Zwischenzeitlich müssen wir unsere Stimmen etwas erheben, da nun die Pattys laut in der Pfanne brutzeln. Schließlich ist alles aufgetischt. Mit Radler und Carlsberg stoßen wir an, beginnen zu essen und unterhalten uns weiterhin enthusiastisch. Während des Gesprächs über eigentlich noch privaten Stuff, erfahre ich überraschend, dass Jenny erst durch ihren guten und langjährigen Freund Ranko auf Rapper und Musiker der Hip Hop-Szene stieß (ja, zu dem Zeitpunkt waren es nur Männer) und letztendlich auch erst durch ihn zur DJ- und Radio-Host Jenny Sharp wurde. Ok, tell me more.

Zum Hip Hop kam die 32-Jährige erst recht spät, wie sie selber feststellt. Angefangen hat alles – wie könnte es anders sein – mit Akrobatik. Sie wurde sogar sächsische Meisterin. Sheesh. Irgendwann gab es mal einen Breakdance-Workshop in ihrer Schule, den sie mitmachte. Es klappte gut: Die Bewegungen fielen ihr durch den Leistungssport recht leicht und das rhythmische Bewegen zum Hip Hop machte ihr Spaß. Es war lockerer als Akrobatik. Musik spielte in ihrem Leben damals schon eine große Rolle. Sie versteht Musik als Sprache, als Ventil, als Mittel, um Gefühle auszudrücken oder auch als Soundtrack bestimmter Lebensphasen, in die sie jederzeit wieder zurückreisen kann.

„Ich war mal am Amazonas – und plötzlich ging mein MP3- Player kaputt. Dass ich keine Musik mehr hören konnte, war so schlimm für mich, dass ich es gar nicht mehr genießen konnte, dort zu sein.“

Hip Hop hörte Jenny allerdings so gut wie gar nicht, als sie mit Breakdance begann. Klar kannte sie Cypress oder Lauryn Hill, denn sie teilte sich mit ihrer Schwester ein Zimmer und hörte so „zwangsläufig“ ihre Musik mit. Zum Tanzen in Clubs ging sie aber eher zu Drum’n’Bass oder Reggae, Hip Hop stand sie eher skeptisch gegenüber. „Die Leute, die ich aus der Schule kannte und Hip Hop hörten, gingen zum Beispiel immer ins Kosmo oder Kosmos, ein Club von früher, den ich nicht mochte. Deshalb fand ich die irgendwie immer komisch“, sagt die Ur-Leipzigerin lachend. Im Gegenzug, meint sie aber, wäre es wohl auch anders gekommen, hätte sie einen Freundeskreis gehabt, der Hip Hop hörte.

Doch durch das Breakdancen änderte sich das: Ihr Interesse wuchs nicht nur für den Sport, sondern auch für die Musik und die Geschichte dahinter. Als sie 2009 für ein Praktikum in Liverpool lebte, freundete sie sich mit ihrem Mitbewohner an, der ihr viel über Hip Hop beibrachte. Sie suchte sich eine Breakdance-Trainingsgruppe und begann intensiv zu proben. Generell: Ganz egal, wo sie auf der Welt war, sie ging immer zum Training mit den Locals. „Als ich mal in New York in einem Club war, hatte ich ein T-Shirt einer Breakdance-Crew an. Plötzlich kam jemand auf mich zu und fragte, ob ich Bock hätte, bei einem Battle dabei zu sein. Mein erstes Breakdance-Battle hatte ich dann tatsächlich in New York.“ Diese offene Community war etwas, was sie sehr genoss und liebte.

Zurück in Leipzig nahm Jenny Sharp 2012 an der „All 4 Hip Hop Jam“ im Conne Island teil. Dort lernte sie schließlich Ranko kennen, durch den sich ihr viele Türen öffnen sollten. Der Beatmaker und DJ fragte, ob sie nicht Lust hätte, einen Workshop mitzugestalten. Im Jahr darauf organisierte Jenny mit einer Mitstreiterin die Breakdance-Battles für die nächste „All 4 Hip Hop Jam“.

Ranko erwies sich auch danach weiterhin als Drahtzieher im Connection-Aufbau von Jenny. Seine befreundeten Rapper Jahmica und Jimmi Vau suchten für einen Videodreh Tänzer*innen – und Ranko dachte sofort an Jenny. So entstand nicht nur ihr erster Auftritt in einem Musikvideo, es war auch der Beginn großer und bis heute anhaltender Freundschaften. „Ziemlich peinlich eigentlich …“, kommentiert sie lachend ihre damaliges Können und lehnt sich, mittlerweile sattgegessen, in ihren Stuhl zurück. „Wollen wir dann mal hoch?“

Wir nehmen unser Bier in die Hand und steigen die Wendeltreppe hinauf ins Herzstück der Wohnung. Oben angekommen, wird mir nochmal deutlich, warum man sich all diese Treppen durchs Haus immer wieder antut: Die große Fensterfront eröffnet einen wunderschönen Ausblick über die Dächer Leipzigs. Im Sommer ist es nicht selten, dass Jenny Freunde einlädt, um zusammen auf der Dachterrasse zu grillen oder entspannt den Abend zu genießen. Wieder etwas, das sie auszeichnet: Aufgeschlossenheit.

Gleich rechts vom Panorama steht Jennys DJ-Pult, an dem sie übt und sich auf Gigs vorbereitet. Sie macht uns entspannten Hip Hop an. Wir setzen uns auf die riesige Couch, bei der ich jedes Mal aufs Neue die Rückenlehne verfehle und mich unabsichtlich und viel zu schnell hinlege. Mit Blick auf den vom Nebel verschwommen beleuchteten Uniriesen beginnt Jenny, meine Fragen zu beantworten. Ich bemerke, wie sie prompt in den Profi-Modus switcht und ich nun Jenny Sharp vor mir sitzen habe.

Foto von Anne

In ihrer Geschichte bleibt Ranko weiterhin erstmal der Star: Er ist Mitbegründer des OverDubClubs, den sie mit unterstützte und durch den sie weitere neue Connections schließen und tiefer in die hiesige Community eintauchen konnte. Eines Abends saß Jenny mit Freunden, darunter auch Jahmica und DJ dØrbystarr, in Rankos WG-Küche. So wie viele Abende eigentlich. Ohne groß nachzudenken kamen sie auf die Idee, Jenny könnte doch eigentlich auch mal einen Mix machen. Oder einen Podcast. Oder Radio? Ranko, who else, bastelte ihr einen Jingle und tada: Sharp Radio was born. Etwas ins kalte Wasser geschmissen, entstand zwei Wochen später die erste von mittlerweile 53 Folgen. Eins muss man ihr lassen: Was Jenny anfängt, das zieht sie durch. Halbe Sachen gibt es bei ihr nicht. Ohne sich davon abschrecken zu lassen, noch nie etwas in der Art gemacht zu haben oder gar zu kneifen, besorgte sie sich ihren ersten – billigen – Mixer und mischte drauf los. Ohne Plan. Denn sie wollte unabhängig sein und ihre eigenen Mixe machen können. Dass sie mal auflegen würde, hatte sie damals noch gar nicht als Ziel.

„Schreckliche Übergänge waren das. So würde ich das echt nie wieder machen!“ Aber das ist egal. Es darf nicht um Perfektion gehen“, meint Jenny. „Man darf keine Angst vor Fehlern haben. Einfach machen. Einfach das machen, was Spaß macht.“

Dieser Mut lohnte sich, denn schon bald bekam Jenny ihre erste DJ-Anfrage: Tina, die ehemalige Bookerin der Distillery, wollte Jenny Sharp buchen. Für die damalige Anfängerin war das eine große Ehre. Und ganz nach „Jenny-Style“ – dieser Herausforderung wurde sich gestellt. Sie probte wie verrückt und spielte ihren ersten Gig.
Zu Sharp Radio lud sie später immer wieder Gast DJs ein, was zur Folge hatte, dass ihr Netzwerk wuchs. Schließlich wurde sie zur „Paper Planes“-Party von Zorro nach Chemnitz eingeladen. Es folgten ein Gig nach dem anderen und eigene Partys. Mittlerweile ist sie neben Trettmann bei splash!Booking. Das alles entwickelte sich ganz natürlich, ohne, dass Jenny irgendetwas forciert hätte, meint sie.

„Ich habe da auch sehr viel anderen Menschen zu verdanken, die mich dabei immer supported haben.“ –

– „Denn ohne mein Umfeld hätte ich das nicht angefangen und hätte es wahrscheinlich auch nicht so krass durchgezogen. Ich hatte immer Leute um mich herum, die mich gepusht und mir Chancen gegeben haben, die andere vielleicht so nicht bekommen haben.“

Sicherlich. Aber auch das passiert nicht einfach so, denke ich. Es ist auffällig und sehr angenehm zugleich, wie wenig sich Jenny bei all dem im Fokus sieht. Eher stellt sie dar, dass all das irgendwie und organisch passierte. Ich entgegne, dass ohne ihre Zielstrebigkeit aber kaum etwas davon zustande gekommen wäre. „Ich bin sehr zielstrebig, das stimmt. Das kann Vor-und Nachteile haben.“ Wir lachen. Zudem gehört eine ordentliche Portion Offenheit dazu, denn ohne ihre zuvorkommende und kommunikative Art, gäbe es all diese Connections und das Netzwerk nicht, das sie sich aufgebaut hat.

Ihr fällt darauf ein, dass mal ein Bekannter auf einer Party zu ihr kam und meinte: „Gibt’s dich für umsonst oder wie kommt es, dass du überall spielst?“ – „Krasse Aussage – und auch dumm“, meint sie. Aber nach dieser Frage musste sie selber überlegen, wie es dazu kam, dass sie plötzlich so oft gebucht wurde. Ihre Antwort darauf ist, dass sie verschiedene Genres bedient – Bass, Footwork, auch mal Trap oder ein Gangster Rap-Set. Ihr macht das unglaublich viel Spaß, diese Diversität innerhalb einer Musikrichtung. Daher scheint sie auch verschieden einsetzbar zu sein, stellt sie fest. Sie könnte sich niemals vorstellen, nur ein Genre aufzulegen und immer nur eine BPM-Zahl zu bedienen. „Ich denke, dass ich gut mit verschiedenen Umgebungen klarkomme und mich gut auf die Leute einstellen kann.“

Foto von Anne

Schon zu Beginn stellte ich Jenny die Frage, warum sie gerade Hip Hop auflegt und was sie an dieser Szene fasziniert. Im Laufe unseres Gesprächs ergänzt sie ihre Antwort darauf immer mal wieder. Einer der Gründe ist eben dieser Facettenreichtum. Vor allem aber schätzt und liebt sie den Support und den Zusammenhalt, den sie in dieser Subkultur erfährt und den sie selbst zurückgeben kann. „Etwas, was ich am Breakdancen irgendwann nicht mehr mochte und weshalb ich, unter anderem, damit aufgehört habe: diese Battles und ständigen Wettkämpfe. Es war irgendwie immer ein Gegeneinander, statt Miteinander. Und wenn du dann verloren hast, kamst du dir schlecht vor, obwohl es gar nicht darum gehen sollte. Es soll doch Spaß machen! Und das ist in der Musikszene echt anders.“ Doch ganz hat Jenny dem Tanzen nicht den Rücken gekehrt: Bei den Style Wild Leipzig Battles ist sie seit Jahren Resident-DJ und bezeichnet diese Gigs als ihre Herzensveranstaltungen. Dort kann sie sich musikalisch auslassen – „Die Menschen sind offen, was Musik angeht und wollen tanzen.“

Und sie selbst liebt es, wegzugehen, zu tanzen und so abzuschalten. „Ich gehe schon auch gerne in Kneipen und unterhalte mich, aber ich bin eher so der Typ, der lieber auf die Tanzfläche geht und sich mal mit niemandem krass unterhalten will. Das ist auch was, was ich beim Auflegen wahnsinnig feier – ich weiß, ok, jetzt spiel ich n Set und jetzt müssen mich alle in Ruhe lassen.“ Das Auflegen ist für Jenny also eine Art „Me-Time“, bei der sie in ihrer eigenen Welt sein und trotzdem eine Verbindung zum Publikum haben kann. Sie genießt es aber schon auch, auf Bühnen zu stehen, meint sie.

Den Job als DJ sieht sie auch als Ausgleich zu ihrem eigentlichen Beruf, den sie momentan aber nur noch für ein paar Stunden in der Woche ausübt. Seitdem sie ihr Deutsch als Fremdsprache-Studium abgeschlossen hat, unterrichtet sie. „Dabei geht es sehr um die soziale Komponente und das Arbeiten mit dem Kopf. Beim Auflegen geht es bei mir viel um Gefühl, um Emotionen und Abschalten.“ Ganz aufgeben will sie das Unterrichten aber nicht. Sie möchte nicht irgendwann darauf angewiesen sein, alles an Gigs anzunehmen, nur um ihre Miete zahlen zu können. „Solange sich aber alles gut und richtig anfühlt – natürlich gerne.“ Mehr redaktionelle Arbeit, wie Podcasts oder Radio, würde sie auch reizen. Am liebsten wäre ihr, alles miteinander verbinden zu können: Musik mit Organisation und Sprache.

Ein kleines bisschen hat sie sich davon schon verwirklicht, nämlich mit dem 10-köpfigen DJ-Kollektiv Good Hood Music, das sie zusammen mit ihrem DJ-Kollegen AR-P managed. „Hierarchien wollten wir eigentlich anfangs nicht, aber irgendwann ging es nicht mehr anders.“ Also hat Jenny nun teilweise das Zepter in der Hand, was gut zu ihr passt, finde ich. Wenn ihr etwas nicht zusagt, sie sich oder andere ungerecht behandelt fühlt oder sie schlichtweg etwas nicht in Ordnung findet, dann sagt sie es frei raus. Eine Frau mit Biss und Selbstbewusstsein, die sich nicht alles gefallen lässt.
Das bisher wohl größte Highlight steht Jenny Sharp aber noch bevor: Als neue und erste Band-DJ wird sie die Antilopen Gang auf ihrer „Abbruch Abbruch“-Tour begleiten.

Wie kam es dazu? „Die Rapper haben Wert darauf gelegt, dass in ihrer männerdominierten Band eine Frau als erste DJ dabei ist. Darüber könnten viele Hip Hop-Crews mal mehr nachdenken. Über eine Empfehlung kamen sie dann auf mich. Wir schrieben miteinander, haben uns in Berlin getroffen, zusammen geprobt – und es hat super gut gepasst.“ Auftakt ist der 12.02.2020 in Cottbus. „Das ist echt eine riesen Ehre für mich“, sagt sie mit großen Augen und erzählt, dass sie für die Auftritte nun fast täglich mindestens eine Stunde Scratchen übt. Da sind sie wieder, der Ehrgeiz, der Fleiß, das Durchhaltevermögen und der Mut, die Jenny immer weiterbringen und Hürden überwinden.

Foto von Anne

Nun ist noch die Frage offen, ob sie mit dem Gedanken spielt, selbst mal zu produzieren. Noten lesen kann sie zumindest schon mal – als Kind lernte sie Gitarre. Sie sagt, dass sie sogar schon einige Tracks im Kopf habe und es ihr ab und an in den Fingern kribbeln würde. Allerdings halten sie Selbstzweifel und Unsicherheiten noch von der Umsetzung ab. Und da kommt wieder Super-Supporter Ranko ins Spiel, der ihr angeboten hat, zusammen einen Workshop zu machen, in dem er ihr das Produzieren beibringt. Und ich erinnere mich an einige Gigs, wie die DJ WM in der Ilse und ähnliche Veranstaltungen, bei denen es um eine Art „Wettkampf“ und um Bedingungen ging, die die DJs erfüllen mussten. Jenny war aufgeregt, wusste anfangs kaum, wie sie das hinbekommen soll – und gewann schließlich. „Ich habe bis jetzt irgendwie alles gewonnen“, stellt sie dann laut lachend fest. Ich glaube fest daran, dass Jenny auch diese Herausforderung annimmt und wir hoffentlich bald die ersten eigen produzierten Tracks von ihr hören werden.

Es ist spät und dennoch reichte die Zeit noch lange nicht. Es gab noch zu viel zu erzählen. Ich muss mich beeilen – die letzte Bahn fährt gleich. Ich ziehe mich schnell an, Jenny schaut in der Zwischenzeit nach einer Verbindung für mich. Mist, kein Geld für einen Fahrschein – „warte, ich schau schnell nach, ob ich Kleingeld habe!“ Aus irgendeinem Grund zeigt meine App nicht die Verbindung an, die Jenny gefunden hat – die wesentlich bessere Verbindung. „Wie muss ich…? Ach, egal, ich find´s schon!“ Wir drücken uns fest und ich renne die Treppen herunter. Unten angekommen schaue ich auf mein Handy: Nachricht von Jenny: ein Screenshot der Verbindung für mich nach Hause gefolgt von den Zeilen: „War super schön! Danke für deinen Support <3! Ach ja und falls du Hilfe bei deinem Umzug brauchst, sag Bescheid!“

Wieder im Bus und wieder mit Musik im Ohr fahre ich zurück nach Hause. Ich fühle mich wohl und merke, dass mir dieser Abend viel gegeben hat. Und ich erinnere mich wieder, was ich an Leipzig so mag, wie sehr ich die Menschen, die ich hier kennengelernt habe und den Zusammenhalt schätze. Ich erkenne, dass ich von Jenny Sharps Einstellung einiges lernen und für mich mitnehmen kann: Sie lässt sich inspirieren und setzt Ideen um. Sie hat keine Angst vorm Versagen und verliert sich nicht in Unsicherheiten und zu vielem Abwägen. Einfach machen, nicht gleich nein sagen, Herausforderungen annehmen und ausprobieren.

You go, Girl!
Stay sharp.


Jenny Sharp in the mix

Und hier kommt Jenny Sharps exklusiver Mix für unsere „Spot on“-Reihe:

„Für frohfroh wollte ich auf jeden Fall einen Mix machen, der eine Facette meines aktuellen Club-Sounds repräsentiert“, sagt Jenny. „Es ist ein bassiger Mix mit (viel female) Rap in der ersten Hälfte, vor allem aus US. Die zweite Hälfte widme ich UK Grime und lasse erstmals Garage und Jersey Club in einen Mix einfließen. Detailverliebt selektiert und aufgenommen mit Serato Vinyl, stecken darin sehr viel Herzblut und wenig trending Charts. Gemastert hat es Phax.“

Im Fokus: Adventurous Music und Signalstoerung

Da passiert abenteuerliches: Fünf Veröffentlichungen gab es 2019 auf Adventurous Music, die wir sträflichst vernachlässigt haben. Aber auch weitere Veröffentlichungen des Label-Beteiligten Signalstoerung wollen vorgestellt werden.

Wie schnell die Zeit vergeht: Im Dezember 2018 haben wir das Debüt-Album von Signalstoerung sowie eine 3″-CD mit weiterer Musik von ihm vorgestellt. Dabei fand auch das von ihm mitbetriebene Label Adventurous Music Erwähnung, dass in den darauffolgenden Monaten fünf Veröffentlichungen herausgebracht hat. Allerhöchste Zeit, diese endlich vorzustellen, denn es gibt einiges – vornehmlich von Signalstoerung selbst – zu entdecken. Und dann gibt es noch weitere Musik von ihm auf anderen Labels.

Hendekagon „Religioes Unmusikalisch“ (Adventurous Music)

Beginnen wir mit Hendekagon, einem weiteren Projekt von Signalstoerung, das gleich eine Überraschung bereithält: Eine Orgel steht hier im Mittelpunkt. Eine Orgel? Das verwundert vielleicht auf den ersten Blick. Betrachtet man aber das Instrument gerade aufgrund der Möglichkeit, Presets zu verwenden, als Vorläufer des Synthesizers, erklärt sich die vor allem die technische Seite der Faszination wie von selbst. Aber auch Freunde des Subbasses haben bestimmt viel Vergnügen daran, das Instrument zu kapern, wenn der Organist mal Toilettenpause macht.

Hendekagon stellt den Klang des Instruments in den Vordergrund, indem an Drone orientierte Stücke entwickelt. Gerade die wenigen gespielten Noten erzeugen durch die Repetition eine immersive Kraft, die zudem durch Rauschen und sich ebenfalls wiederholende Vocal-Samples unterstützt wird. Das klingt und wirkt ganz automatisch irgendwie religiös, was natürlich dem größtenteils kirchlichen Einsatz des Instruments geschuldet ist. Die Stücke sind dann folgerichtig auch „Prologue“, „Psalm 1“, „Psalm 2“ und „Epilogue“ benannt.

Erst der Titel der EP, der einem Zitat von Max Weber entlehnt ist, setzt die Musik in einen gesellschaftlichen Zusammenhang. Max Weber beschreibt mit „Religiös unmusikalisch“ das fehlende Bedürfnis bzw. die Unfähigkeit, religiös sein zu können, ohne jedoch anti- oder irreligiös zu sein. Zusätzlich verknüpft Hendekagon ein weiteres Zitat von Karl Marx mit der EP, zielt also auf eine Kritik von Religion und Kapitalismus ab, und eröffnet Räume der Interpretation, die ich an dieser Stelle aber mal nicht betrete.

Stattdessen weise ich noch auf die Cardboard-Idee des Labels hin. Fünfundzwanzig gedruckte Postkarten mitsamt Download-Code gibt es zu erwerben, die die eben genannten Zitate und weitere Informationen beinhalten. Eigentlich eine spannende Idee, wie man digital veröffentlichte Musik doch noch physisch vertreiben könnte, beispielsweise in Kombination mit Vorhörstationen in Plattenläden. Womit wir wieder beim Kapitalismus wären.

Signalstoerung „Is This Art?“ (Adventurous Music)

Die zweite Veröffentlichung des Labels führt den gesellschaftskritischen Ansatz und auch die Cardboard-Idee fort. „Is This Art?“ besteht aus einem 20-minütigen Track von Signalstoerung, der im Grunde aus sehr basslastigen Drone besteht, dessen physischer Druck imponiert, ansonsten aber nichts neues dem Genre hinzufügt. Tatsächlich ist die Art und Weise der Veröffentlichung hier der Witz. Sie kann als Kommentar auf das aktuelle Bestreben in der elektronischen Musik, möglichst im Kunst- und damit verbundenen Museums- und Förderungskontext stattzufinden, gelesen werden, was im Herbst von Simon Reynolds in seinem Conceptronica-Artikel aufgegriffen wurde. Passt ja auch: Wenn schon viele Menschen Drone nicht als Musik wahrnehmen, dann akzeptieren sie es vielleicht einfach als Kunst. Wobei sich gleich die Fragen darüber anschließen, was überhaupt Kunst und was überhaupt Musik ist.

Signalstoerung ist dabei konsequent und passt die Preise für das Release dem Kunstmarkt an: Das Album ist rein digital für 40 €, als Cardboard-Edition für 70 € und zusammen mit dem Original-Artwork für 470 € erhältlich. Liebe Sammler und Mäzene, ihr seid also gefragt. Alle anderen, die nicht so Kunst-interessiert sind, schauen auf der Bandcamp-Seite lieber etwas genauer hin …

Hendekagon & Signalstoerung „Sale“ (Adventurous Music)

Im dritten Teil der Cardboard-Serie treffen beide Alter-Egos unter dem Motto „Sale“ aufeinander und verschwimmen miteinander. „At First I Was Unhappy, But Then I Went Shopping“ kehrt die rohe, noisige Seite von Signalstoerung bzw. Hendekagon hervor und wirkt wie ein verzweifelter, zynischer Kommentar auf den Shopping-Nihilismus. Ähnlich funktioniert auch „Get Two For Twice The Price“, das eine Spur mysteriöser klingt.

Wie auch bei den beiden vorangegangenen Releases ist es interessant, dass die Gesellschaftskritik vornehmlich über die Verpackung der Musik, weniger über die Musik selbst transportiert wird. Klar, es gibt mehr oder weniger darauf abzielende Vocal-Samples, aber der rohe und noisige Sound kann alle möglichen Assoziationen abseits der Tracktitel hervorrufen.

INYAN „Still“ (Adventurous Music)

Der vierte Teil der Cardboard-Serie ist nun auch der erste Teil, der nicht von Signalstoerung aka Hendekagon stammt. INYAN ist ebenfalls eine Person hinter Adventurous Music und wie Signalstoerung seit Jahren in der Leipziger Industrial-, Noise- und Electronica-Szene aktiv. Ihre EP „Still“ setzt sich thematisch mit der Situation amerikanischer Ureinwohner auseinander; die Einnahmen werden a das Lakota People’s Law Project lakotalaw.org gespendet.

Lagerfeuer-Geräusche, eine Trommel setzt ein, später kommt eine Flöte hinzu: Die drei zusammenhängenden Stücke „Still“ „They’re“ „Here“weisen klanglich direkt auf das Thema hin. Tiefe Bässe und ein düsterer Minimalismus vermeiden aber jeglichen Ethno-Kitsch, der bei solchen Konzepten immer als Gefahr am Horizont lauert. Mir gefällt die Kombination aus Düsternis und Groove in den Tracks sehr. Zwar sind sie nicht so perkussiv wie beispielweise bei Shackleton, weisen für mich aber mit seinen Soundentwürfen eine größere Verwandtschaft auf, als mit der meisten Musik aus dem Gothic-EBM-Darkwave-Bereich, die mir so zu Ohren gekommen ist.

Ergänzt wird die EP durch einen Signalstoerung-Remix – eine kalte Dubstep-artige Version der in den drei Tracks vorkommenden Elemente.

Hendekagon „The Contemporaneity Of Six Moments“ (Adventurous Music)

Abseits der Cardboard-Serie gibt es ein weiteres Album von Hendekagon, bestehend aus sechs „Momenten“ und zwei Bonus-Tracks. Hier fehlt dann auch der bisher so prägnante gesellschaftskritische Überbau, was zumindest für den Rezensenten eine erholsame Abwechslung darstellt. Auch die Musik ist viel harmonischer und gelöster: Eher mediativen Ambient statt Düsternis und Noise findet man hier. Das genieße ich dann mal ohne weitere Worte einfach auf dem Sofa.

Signalstoerung „UU“ (Hymen Records)

Offenbar war 2019 ein produktives Jahr für Signalstoerung: Auch auf Hymen gab es ein neues Album, das klanglich seinem Debüt nähersteht als die Tracks auf Adventurous Music. Hier sind die Beats wieder deutlich aufgeräumter bzw. überhaupt vorhanden, gleichzeitig ist das Album von feinen Melodien durchzogen. Plötzlich wirkt sein Sound viel nahbarer und gefühlvoller, als würden Sonnenstrahlen die auf „S“ entwickelte eisige Kälte auftauen. Manchmal taucht eine gewisse Klavier-Dramatik wie bei „UUP“ auf, in die sich Signalstoerung zum Glück nicht allzusehr hineinsteigert. Die Harmonie wird zumeist von scharfkantigen Drums in Frage gestellt.

„UU“ liegt dabei wieder ein Konzept zugrunde: Die Tracktitel beziehen sich auf radioaktive, chemische Elemente, die nur für einen kurzen Moment existieren, dabei aber enorme Energien freisetzen.

Und wer es ohnehin bis hierher geschafft hat, der kann auch den düsteren Signalstoerung Remix von „Minimal“ anhören sowie seinen ruhigeren Beitrag „No Moon Yet“ für die Compilation „5 Years Of Naviar Haiku“.

LXC „Cyanz / How Bleep Is Your Dub“ (45Seven)

Mit der zwanzigsten Ausgabe relauncht LXC sein 7″-Label 45Seven und steuert zwei eigene Tracks bei.

Eigentlich ist es unfair zu sagen, dass es zuletzt etwas ruhig um den Label-Kosmos Alphacut, 45Seven und Co. wurde, gibt es doch nur wenige Labels in Leipzig, die mit dessen Release-Dichte mithalten können. Tatsächlich fällt gerade aber durch die Produktivität eine Pause umso mehr auf. Umso schöner, dass es nun zwei neue Tracks von LXC selbst zu hören zu hören gibt.

Beginnen wir mit der B-Seite. Mit „How Bleep Is Your Dub“ knüpft LXC, unterstützt von Emperor Echo an der Melodica, direkt an den 45Seven-Sound an: Dub, der einerseits klassisch klingt, aber genauso auch mit Halfstep / Drum & Bass kombinierbar ist. Perfekter Soundtrack zum Spliff-Rollen, wenn ich mal die plumpe Klischeekiste auspacken darf. Vielleicht aber auch einfach schöner, kontemplativer Sound, in dem man auch auf dem Dancefloor versinken kann.

Aber es ist die A-Seite, die mich noch mehr begeistert: Denn bei „Cyanz“ quietscht eine 303 vergnügt zwischen den Echo-Nebelschwaden hindurch, während einige Breakbeats in Richtung Jungle schielen. Verrückt, wie sich hier die Drums überschlagen, ohne dabei völlig überfordernd aus dem Ruder zu laufen, und wieviele Ideen überhaupt auf nicht mal vier Minuten untergebracht sind. Die 303 bringt dabei eine ganz eigentümlichen Drive in die Dub-Gemütlichkeit rein, was den Puristen sicherlich missfallen wird.

Vielleicht gibt es die Kombination Acid + Dub + Jungle ja demnächst öfter mal im Club zu hören – ich bin jedenfalls schwer dafür.

Abogar „1967 / People“ (Human)

Neuigkeiten von Tinkah’s Label Human: „1967 / People“ von Abogar lädt zum Zuhören ein.

Bereits seit Oktober wartet das dritte Release auf Human darauf, von euch entdeckt zu werden. Diesmal gibt es fünf Stücke von Abogar, ein Projekt bestehend aus Arpen und Ana Bogner, zu hören. Diese fünf Stücke sind Teile der beiden Gesamtkompositionen „1967“ und „People“, die auf der 12″ jeweils eine Seite in Beschlag nehmen.

Klackernde Sounds, gefolgt von einem stehenden Ton: Gleich zu Beginn fordert „1967“ die Aufmerksamkeit der Zuhörer*innen ein und macht deutlich, dass hier keine Ambient-Tapete zu erwarten ist. Nein, Abogar verzichten auf vordergründige Melodien und Rhythmik und laden damit umso stärker dazu ein, auf die einzelnen Klänge zu achten. So gibt es in „1967 (Pt. 2)“ rückwärts gespielte Vocalfetzen, die daran erinnern, wie einfach es wäre, abstrakt klingende Geräusche mittels Gesang oder Sprache den Hörer*innen zu vermitteln – doch genau die Abkehr davon baut eine viel größere Spannung auf. Mit dem Gitarrenspiel in „1967 (Pt. 3)“ schleicht sich nach diesen ersten sperrigeren Minuten eine gewisse Leichtigkeit ein. Das ebenso vorkommende Schreibmaschinenklackern weist nicht nur ziemlich direkt auf die erzählerische Qualität der Klangcollagen hin, sondern – passend zum Titel „1967“ – ebenso auf die Vergangenheit.

Ein gesprochenes „I find no peace in functionality“ steht im Mittelpunkt des ersten Teils von „People“ – ein Schelm, wer genau bei diesem Stück auf den obligatorischen Techno-Remix wartet, mit dem so gern die Anknüpfung von abstrakterer Musik an das Dancefloor-fokussierte Publikum gesucht wird. Vielleicht ist der Satz aber auch der Grund für den vertrackten Beat „People (Pt.2//Pt.3)“, der immer wieder eine mögliche Eingängigkeit vermeidet. Vor allem in Kombination mit den schwebenden Orgel-Drone-Sounds im Hintergrund wird eine unheimliche Stimmung erzeugt, die durch durch die Erzählung von Ana Bogner am Ende des Stücks an Intensität zunimmt.

Tsorn – Psycho Bitch EP (Hypress)

Tsorn – den Namen kennen Technofans nicht erst seit der Afterhour-Kolumne von frohfroh, sondern vielmehr von Releases bei Connwax, auf der IfZ-Five-Platte oder (ganz frisch!) bei Hypress. „Psycho-Bitch“ heißt die aktuelle 4-Track-EP der Künstler*in, die für düstere Techno-Live-Sets und als Bassistin der Punkband ‚The Heroine Whores‘ bekannt ist. Wir haben Tsorn zum Interview getroffen.

Tsorn produziert seit 2007 Musik. Angefangen hat es mit Electro Punk, dann kam Ambient, eine Tech-House-Episode und schließlich wurde es Techno. Der Signature-Sound vereint „düstere, morbide Melodien, die meine derzeitige Gefühlslage ausdrücken“, wie Tsorn sagt. 

Psycho Bitch

Genau das stellt sie jetzt auf der EP namens ‚Psycho Bitch‘ unter Beweis. Erst einmal sticht der Name ins Auge, der – gemeinsam mit den vier Tracks – ziemlich wenig mit dem vom Label ausgewählten Artwork gemein zu haben scheint.

Artist: Tsorn
Titel: Psycho Bitch
Label: Hypress

„Der Name greift eine diffamierende Beschreibung in Bezug auf Frauen auf. Ich eigne mir diesen Begriff an und entziehe denjenigen, die ihn abwertend benutzen, damit den Nährboden. Der Titel kann auch ruhig als Provokation verstanden werden.“ – Tsorn

Die Tracks entstanden in einem Zeitraum von vier Jahren. Zwei der Tracks, ‚Psycho Bitch‘ und ‚Hungry Foreign Holes‘ stammen aus dem erst kürzlich zu Ende gegangenen Jahr 2019 und wurden damit neu von Tsorn produziert. Anders als für ihre erste EP, seien die neuen Stücke in ihrem Studio in ihrer Wohnung und nicht in der Entzugsklinik entstanden, lacht Tsorn und fügt hinzu: „damals noch wie bei Paul Kalkbrenner, heute in meiner 1-Raum-Wohnung.“

„Live is Life“

Tsorn ist eine der wenigen lokalen Producer*innen in Leipzig, die sich auch als Live-Act in der Techno-Schiene immer wieder auf den Line-Ups der Clubs finden. Ob Tsorn auch als DJ durchstarten möchte? Nein, nur Live – denn „Live is Life“, wie Tsorn sagt. Auf der aktuellen EP hören wir alle Facetten ihres Stils, von „düsterem Witch-House-Trap bei dem Track ‚666‘, melancholischem Electro oder schroffem, dreckigem Techno wie bei ‚Psycho Bitch‘“. Auch mal melodiös und schnell (‚Hungry Foreign Holes‘) wird es auf der aktuellen EP, die am 17. Januar als Digital-Release erscheint. 

Für alle Vinyl-(Only-)Fans: Nur ein paar Wochen später erscheint bei Hypress übrigens eine (schon jetzt ziemlich heiß ersehnte) Compilation – dieses Mal als Vinyl und mit einem weiteren Track von Tsorn. 

Der Wunsch für die Producer*innen-Zukunft ist nach kurzem Überlegen dann auch klar: Ein eigenes Tsorn-Album, auf Vinyl. Allzu lange kann das eigentlich nicht auf sich warten lassen, wenn man sich den Output der letzten zwei Jahre anschaut. 

Release Party

Foto von Tsorn; Bearbeitung von frohfroh

Wer neugierig geworden ist, hat am 18. Januar die Gelegenheit Tsorn live spielen zu sehen und zu hören. Und zwar im Mjut, zur Release-Party unter der Label-Flagge von Hypress. Mit dabei sind Stephanie Sykes, Oliver Rosemann b2b Templeton, SHIKOBA, Monsoon Traxx und Egregore b2b Translucid. See you there!

Disrupt „The Recreation Room“ (Zone Dog Records)

Es gibt Neuigkeiten von Jahtari-Boss Disrupt: Mit der LP „The Recreation Room“ hat er eine Fortsetzung zu „Omega Station“ herausgebracht …

… und dafür eigens das neue Label Zone Dog Records konzipiert. Die zwölf Stücke geben einen wunderbar hörbaren Einblick in Disrupts Soundforschungen, bleiben insgesamt recht kurz, ohne dass sie sich dabei kurz anfühlen.

Richtiggehend entschleunigend wirkt das Album auf mich. Es setzt sich aus kleinen Erzählungen voller schöner Details zusammen, die zum Zuhören einladen, gleichzeitig aber auch ein Wegdriften zulassen. Easy Listening im besten Sinne also: Da dürfen auf „Relax’em Up“ neben Synthesizern und Effektgeräten auch mal Vogelstimmen gemütlich vor sich hinzwitschern. Würde mich nicht wundern, wenn es so einige begeisterte Ornithologen unter den Synthesizer-Freaks gibt, die diese Kombination erfreut.

Disrupt hat bestimmt sehr viel Spaß daran, seine musikalischen Ideen abseits vom Jahtari-Dub-Korsett auszuprobieren. Zum Beispiel erinnert der Jazz in „Would You Kindly“ an alte Instrumental-Alben, die in den günstigen Kisten der Plattenläden verstauben und darauf warten, neu entdeckt zu werden. „The Recreation Room“ klingt wie eine Hommage an solche Platten und ihre oft längst vergessenen Ideen und Stimmungen, die durch Zeit und Raum transportiert erneut ihr Gehör finden und dabei in der heutigen Zeit so unwirklich klingen.

Bonus: Es gibt nicht nur einen Mitschnitt, wie das alles live klingt …

… sondern auch ein wunderbares DJ-Set von Disrupt im Rahmen des Adventskalenders bei Kraftfuttermischwerk:

Fotoporträt – FKA jahmica

Autorin und Fotografin Paula hat eine neue Reihe für uns begonnen: Studioporträts. Ihr zweiter Besuch war bei Artist/Producer FKA jahmica.

FKA jahmica (Blue Ocean Asylum) 

Blue Ocean Asylum“ ist der Name von jahmicas Kanal, den FKA jahmica ab jetzt für Releases benutzt. Darunter vereint werden verschiedene Pseudonyme.

Die ersten Releases dieses Jahr finden am 14.01. (FKA jahmica – all the things she sad) sowie am 22.01. (DARKROOM DAVID – ich bin zur hälfte er) statt.

Formerly known as ‚Jahmica‘

Am 14.01.2020 (dem Trans Day of Cuddling) erscheint nun also die ‚all the things she sad‘ – EP von FKA jahmica. Formerly known as ‚Jahmica‘ hat 2017 mit dem Clip zu ‚Deine Bitch‘ und dem Outing als genderfluid Artist in der deutschsprachigen Hip Hop-Community neben einigen unterstützenden Fürsprecher*innen auch einiges an Hate-Speech einstecken müssen.

Den in der Szene immer noch stark ausgeprägten Sexismus-, Transphobie- und Besitztum-Narrativen wird weiterhin mit cozy vibes die Stirn geboten. Der introspektive Einblick in das Seelenleben umfasst 5 Songs, welche sich zwischen Lofi-Beats, sphärisch-verträumten Sounds, 90er-Hip Hop sowie 2000er-Pop-Zitaten bewegen – so viel verrät uns schon mal die Pressemitteilung. Der Rest, also die Musik und die Person(a) kann, soll, muss einfach gehört und gesehen werden!

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Wir gehen ins elfte Jahr, holy moly. Elf Jahre Texte, Kolumnen, Reiseberichte, Fotoserien, Reviews, Nach(t)berichte, Ausgehtipps, Podcasts, Videos, Reportagen, Recherchen, ein Magazin und zwei Zines – und wir wollen natürlich auch in diesem Jahr damit weitermachen. 

Wie finanziert sich frohfroh? – Gar nicht.

Wir haben gerade als es um das Magazin ging, wieder öfter die Frage gehört: Wie finanziert ihr euch eigentlich? Bisher finanziert sich frohfroh gar nicht. Wenn es mal was zu zahlen gibt, wie Homepagekosten, Sicherheitspaket, Illustrationen, Sticker, SoundCloud-Kosten, Fahrten zu Interviews… dann zahlen wir das aus eigener Tasche, bzw. das meiste zahlen Jens (das allermeiste) und Nasti (die Extras). Jetzt kommt erschwerend dazu, dass wir eine Portion Support eines Programmierers für unsere Seite brauchen und guess what – this will take some time and some money. Nachdem wir unsere Kosten einmal aufgestellt hatten, war es dann doch klar:

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Talk Talk – Wer kauft heute eigentlich noch Platten?

Seit 1,5 Jahren betreibt er das Inch By Inch, den Plattenladen auf der Lütznerstraße im Leipziger Westen. Meine Frage an ihn: Wer kauft heute eigentlich noch Platten?

Im Jahr 2019, genauer gesagt im ersten bis zum dritten Quartal, ist der Umsatz an Schallplatten in Konkurrenz zur CD und allen anderen physischen Tonträgern auf 12,9 % gestiegen. Mehr noch, seit 12 Jahren wächst der Vinylmarkt laut dem Bundesverband Musikindustrie und die ersten Blogs berichten schon vom Siegeszug gegen die CD und den Download-Markt… Das müsste für Philipp vom Inch By Inch eine gute Nachricht sein! Seit 1,5 Jahren verkauft er vorrangig gebrauchte Vinyl in der Lütznerstraße 60 in Leipzig-Lindenau.

Foto von Kathi Groll

Wie ist er zu seinem Laden gekommen und warum? Und wer kauft heute noch Schallplatten?

Darum geht es in einer neuen Folge TalkTalk – dem Podcast von frohfroh.

Redaktion/Produktion: Kathi Groll; Musik: Drunkenstein – danke!

New Faces – Pandaro

Pandaros Ruf eilte ihm schon vor seinem Umzug voraus. Denn obwohl er in den letzten zwei Jahren ’nur‘ zwei Tracks released hat, wird er als Geheimtipp gehandelt. Seit unserem Interview kann ich das musikalisch, als auch menschlich voll und ganz verstehen.

Wir trafen uns an einem dieser letzten goldenen Herbsttage im Lene-Voigt-Park im Leipziger Osten. Die Wahl des Ortes lag an der Nähe zu Bastis neuer Wohnung. Erst seit drei Wochen war er zu diesem Zeitpunkt hier und kannte den Namen des Parkes, in dem wir ein Stündchen zum Plaudern in der Sonne saßen, noch nicht. Ganz unwissend zog er trotzdem nicht hierher. Er erinnert sich noch genau an seinen ersten Gig im Institut fuer Zukunft, an dem er der erste Act des Abends war und mit seinem Set smooth auf die nachfolgende DJ vorbereiten wollte. Das klappte dann nicht so ganz:

„Meine ganzen Freunde waren mit da und ab dem ersten Song haben die alle getanzt. Ich hatte mir vorher noch gesagt, ok Basti, du bist jetzt geduldig mit deinen Tracks und machst erstmal ruhiger, spielst jetzt nicht gleich den krassen Sound. Aber nach einer halben, dreiviertel Stunde hat das so Fahrt aufgenommen, da hab‘ ich mich mitreißen lassen. Ich konnte mich nicht wehren! Entschuldige Eloïze nochmal an dieser Stelle!“

Warm-Up-Sets, Lokomov und die „gekommene Stadt“

Normalerweise spielt Basti gerne Warm-Up-Sets. Da er in Chemnitz als Booker für das Lokomov gearbeitet hat, war es für ihn daily business vor den gebuchten Acts Mukke zu machen. Den Job macht er derzeit noch, sodass die Chemnitzer ihn nicht komplett an Leipzig verloren haben. Umgezogen ist er, weil es einfach gut passte und das Umfeld für ihn sehr wichtig ist.

„Früher sind alle nach Berlin gezogen, aber jetzt wohnen die meisten meiner Freunde hier. Leipzig ist ja nicht mehr nur am kommen, die Stadt ist längst gekommen...“

„…und ich bin nicht der Typ, der in eine riesige Stadt muss, sondern ich finde es einfach schön, wenn ich einen sozialen Rahmen vorfinde, in dem ich mich niederlassen kann.“

10 Jahre hat er vorher in Chemnitz gelebt und dort studiert. Da die Chemnitzer Szene sehr klein und idealistisch ist, halten die Akteur*innen zumeist zusammen.

„Man identifiziert sich schon irgendwie darüber und hat so einen seltsamen Lokalpatriotismus, aber natürlich nicht diesen Pegida-Swagger! Sondern dass wir als Akteure und Akteurinnen weiterhin in Chemnitz am Start sind und die Szene aufrecht erhalten müssen…“

„und diese Chemnitz-Attitude habe ich schon noch in mir.“

Nichts erzwingen – entspannt bleiben

Musikalisch bewegt sich Pandaro zwischen smoothen House mit Elektroeinschlag und Musik, die auch breakig darf. Auf seiner neuen EP, die Anfang nächstes Jahr bei O*rs rauskommen wird, ist aber auch wieder ein gerader Four to the floor Track, verrät er. In Sachen Genres und Produktion hat Pandaro sowieso eine unglaublich entspannte Haltung:

„Ich habe in diesem Jahr nur zwei Tracks fertig bekommen. Ich sitze eben nicht jeden Abend dran, sondern bei mir muss sich das ein bisschen aufstauen. Und es dauert dann noch mal eine Weile bis ich zu einem Ergebnis komme, mit dem ich zufrieden bin. Natürlich habe ich auch diese Angewohnheit wie andere Produzenten, dass man sich spätestens nach zwei, drei Monaten überlegt, was man noch hätte besser machen können…“

„…da muss man lernen, loszulassen.“

Das Motto ist: nichts erzwingen und sich lieber die Zeit nehmen, einen Track wirklich gut hinzubekommen. Zwei Tracks von ihm sind offiziell released worden. Einer davon landete direkt auf der TH!NK? You & O*rs Compilation von 2017 und sein aktueller Track „And Then I Knew“ ist ebenfalls über O*rs rausgekommen.

Zu Filburt gibt es seit Jahren eine sehr gute Verbindung. Die beiden kennen sich über Bookings. Pandaro arbeitet mittlerweile bei O*rs, schreibt die englischen Pressetexte und kümmert sich um Facebook – oder was eben sonst noch so anfällt. Stück für Stück darf auch das Musikprojekt Pandaro in nächster Zeit wachsen:

„Die Umstände sind gerade gut, ja, aber ich bleibe da trotzdem entspannt. Klar wäre es super, wenn ich noch ein paar Tracks rausbringen kann, vielleicht auf Labels von Freunden. Und ich würde einfach gerne mehr auflegen, weil es mir so viel Spaß macht. Aber ich würde nicht sagen, dass ich es krass drauf anlege oder mir 10000 Follower auf Facebook deswegen kaufe und jeden Club hier in Leipzig anschreibe, ob ich auflegen darf.“

Chemnitz und Leipzig

Zu guter Letzt: Was ist in Leipzig anders als in Chemnitz?

„Leipzig ist in demografischer Hinsicht eine ziemlich junge Stadt.“

„…Letztens war ich hier auf einer WG Party mit mehreren Floors und da kamen einem nur junge, gut gekleidete, attraktive Leute entgegen. Das finde ich schon bemerkenswert.“

Ich persönlich freue mich über diesen tiefenentspannten, sehr sympathischen Neuzugang, von dem wir in Zukunft mehr hören werden. Anfang 2020 kommt zum Beispiel Pandaros neue EP bei O*rs mit einem Credit00 und einem Filburt Remix raus.

Wir halten euch uptodate!

Foto von Fabian Thüroff 

Close to … HMT Leipzig – Keimzelle für elektronische Musik?

Es ist soweit: Das nächste Video unserer „Close to …“-Reihe ist online. Wir waren in der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Denn vor wenigen Jahren fiel uns auf, dass einige spannende Elektronik-Musiker*innen dort studiert haben. Ist die HMT also eine Keimzelle für Techno & Co?

Ok, das hat etwas gedauert mit dieser Folge. Bereits Ende 2016, Anfang 2017 haben wir – Benjamin von relativ kollektiv, André von Depth of Sound und ich – uns zu den Dreharbeiten für unser neues Video aufgemacht. Dann kam ein Schwall an anderen Jobs, so dass die Aufnahmen erstmal ganz hinten links auf der Festplatte liegen geblieben sind.

Doch warum gerade in die Hochschule für Musik? Studieren dort nicht nur angehende Jazzer*innen und Orchestermusiker*innen? Jein. Tatsächlich sind Jazz und Klassik der Hauptfokus. Aber es gibt in der HMT auch die Möglichkeit, „Elektroakustische Komposition“ zu studieren – mit zwei eigens dafür eingerichteten Studios.

In den vergangenen Jahren tauchten schließlich immer wieder Musiker*innen auf, die an der HMT studiert hatten, aber auch in anderen Kontexten wie Techno, Ambient, Electronica und Experimental aktiv sind. Niklas Kraft alias Talksi zum Beispiel. Genauso wie Friederike Bernhardt und Joshua Lutz alias The Road Up North. Auch Johannes Cotta von der Band I.T.O.E. war an der HMT.

Und alle gingen etwas anders – abseitiger, tiefgründiger und künstlerischer – an elektronische Musik heran.

Das wollten wir genauer wissen und erkunden, inwieweit das Setting einer Hochschule für Musik auch Keimzelle für Musik ist, die nicht im Gewandhaus oder Telegraph stattfindet, sondern im Institut fuer Zukunft.

Mit wem wir gedreht haben

Getroffen haben wir dafür Friederike Bernhardt, Joshua Lutz und Prof. Ipke Starke. Joshua alias The Road Up North hatten wir im Frühjahr 2016 erstmals entdeckt. Zum Zeitpunkt der Dreharbeiten war er noch an der HMT immatrikuliert. Mittlerweile lebt er in Mannheim und studiert an der Popakademie Komposition und Produktion. Im Sommer 2019 veröffentlichte er mit The Road Up North sein Debüt-Album »Fauna«.

Friederike Bernhardt studierte 2009 Elektroakustische Komposition bei Ipke Starke. Seit 2007 komponiert sie hauptsächlich Musik für Theaterstücke und Hörspiele. Zusammen mit Johannes Cotta spielt sie ebenfalls in der Band Geza Cotard. Und sie ist Teil des Berliner Kunst-Kollektivs LAWBF.

Ipke Starke ist seit 2000 Professor an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig. Er leitet u.a. den Fachbereich Elektroakustische Komposition und ist selbst als Komponist für Neue Musik tätig.

Was ist seit 2017 passiert?

Leider eher wenig. Zumindest sind mir keine weiteren Studierenden der HMT aufgefallen, die sich intensiver mit elektronischer Musik beschäftigen. Vielleicht liege ich falsch und habe jemanden übersehen. Sollte es so sein, schreibt es in die Kommentare. Viel Spaß nun mit dem neuen Video.

Und falls ihr die ersten beiden „Close to …“-Folgen verpasst haben solltet, hier sind sie nochmals: (Und: Es werden noch weitere kommen)